In der vergangenen Woche habe ich viel darüber nachgedacht, was ich in meinem letzten Beitrag geschrieben habe. Beziehungsweise, was ich eigentlich schreiben wollte. Was wollte ich überhaupt aussagen? Und ist mir das eigentlich auch gelungen? Oder bin ich am Ende des Beitrags doch irgendwo anders gelandet, als ich eigentlich wollte?
Zudem kommt noch ein Artikel, den ich im Internet gelesen habe und ein Kommentar eines Kollegen/Bekannten, der mich letztlich dazu bewegt, dass ich mich hier noch einmal zu dem entsprechenden Vorfall äußern möchte.
Wie jeder sicherlich hier nachlesen kann, ging es in meinem letzten Post um meine Lieblingsserie Doctor Who. Und im speziellen um den Hauptcharakter, welcher jedem Lebewesen bzw. jeder Lebensform mit Ehre und Respekt begegnet. Genau das ist der Punkt, an dem die Menschheit immer und immer wieder scheitert. Es gibt einfach Menschen, die es nicht ertragen können, dass andere vielleicht glücklicher sind, als sie selbst. Es gibt Menschen, die nicht glauben können, dass andere vielleicht anders empfinden, als sie selbst. Es gibt Menschen, die glauben, es gibt nur Gut und Böse, doch letztlich ist es immer eine Frage der Perspektive. Von der falschen Seite des Bestecks, kann die Nahrungsaufnahme auch als Mord gedeutet werden.
Aber lasst mich doch einfach von vorne beginnen, dann versteht ihr vielleicht auch, warum ich mich so darüber aufrege und hier meine Meinung dazu äußern möchte.
Am Wochenende war ich mit meinem Freund auf einem Geburtstag eingeladen. War auch soweit nichts besonderes. Unsere Freunde wissen schließlich, dass wir zusammen sind. Doch manche müssen eben dennoch den ein oder anderen blöden Kommentar dazu abgeben. Was eigentlich auch nicht wirklich schlimm ist, die Standardsprüche kennt man schließlich. Aber manches ist einfach auch wieder zu viel.
Nun habe ich selbst den Kommentar des Bekannten nicht so wirklich mitbekommen, aber mein Freund hat mich am Tag danach, darauf angesprochen. Als wir auf der Feier ankommen, gab es da wohl den Kommentar, dass die Kinder-Ficker nun auch da sein. Da wir nun auch zu fünf Leuten dort gleichzeitig ankamen, kann ich natürlich nicht zu 100% sagen, dass dieser Kommentar meinem Freund und mir galt, aber den diversen Klischees zu urteilen, glaube ich das schon.
Allerdings besteht in diesem Kausalzusammenhang ein kleines Problem. Erstens sind mein Freund und ich nur schwul. Zweitens: Wenn wir vögeln, dann ohne Kinder. Und drittens stehen wir beide weder auf Zwölfjährige, noch auf Kinder jüngeren Alters. Oder kurz gesagt: Wir können gar nicht pädophil sein, weil wir kein sexuelles Interesse an Kindern haben. Dafür müssten wir beide nämlich auf Mädchen und/oder Jungs bis zu einem Alter von 12 Jahren stehen. Danach fängt nämlich die Pubertät an und das Kind entwickelt sich weiter bis hin zum Erwachsenen. Es ist also vollkommener Schwachsinn, dass Schwule gleichzeitig auch immer Pädophil sein müssen.
Und wenn man als 13,14,15 oder 16 jähriger Junge dann rein zufällig auf den süßen Blonden zwei oder drei Stufen unter einem steht, dann hat das ebenso wenig mit Pädophilie zu tun. Es gehört nunmal dazu, dass man auf Leute im selben Alter steht. Aber auch zu dem Thema Pädophilie habe ich hier schonmal etwas geschrieben. Wer mag, kann sich den Artikel ja auch gerne nochmal durchlesen.
Kämen wir nun also zu Punkt zwei, der mich in der letzten Woche so aufgeregt hat. Der Artikel stammt von der Internetseite queer.de und trägt den Titel: "Erzbistum lädt Lesben und Schwule zum Treue-Kurs"
Allein schon bei diesem Titel verspüre ich ein innerliches Verlangen danach, nun endlich aus der Kirche auszutreten. Als ob nur homosexuelle Paare untreu sein würden. Wie viel Klischee kann es denn bitte noch sein.
Natürlich handelt es sich hier mal wieder um die katholische Kirche, welche homosexuelle Paare und Singles zu einem Seminar einlädt, bei dem es um Liebe und Monogamie gehen soll.
Nun ist es ja so, dass die Kirche durchaus schon ein paar Tage alt ist, und ich verstehe auch, wenn es da den ein oder anderen gibt, der in seinen Denkmustern noch etwas rückständig ist, aber das Thema Liebe und Monogamie sollte nicht nur für Homosexuelle gehalten werden. Es gibt nämlich wahrhaftig viele heterosexuelle Männer und Frauen, die nicht nur einen Partner haben oder die auch schon einmal Fremdgegangen sind. Was ist denn mit diesen Leuten? Werden die einfach aus der Kirche verbannt? Und werden Homosexuelle von der Kirche nicht auch eher mit Füßen getreten? Was soll also diese homofreundliche Schiene? Laufen euch die Anhänger weg?
Aber eigentlich ist mir das alles auch irgendwie egal. Ich bin nunmal ein gläubiger Mensch, aber ich lasse mich eben nicht von irgendeiner Institution beeinflussen. Jeder hat doch letztlich das recht ein glückliches und gesundes Leben zu führen. Dabei ist es doch egal ob schwarz, weiß, blond, braun, homo, hetero, bi, pan oder was auch immer es da alles geben mag. Wir sind über 7 Milliarden Menschen auf der Erde und eben so viele unterschiedlich Persönlichkeiten gibt es. Letztlich sind wir also ein riesiger Haufen von Vielfalt. Und genau diese Vielfalt macht unsere Gesellschaft so besonders.
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Mittwoch, 7. Februar 2018
Die Vielfalt unserer Gesellschaft
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Mittwoch, 31. Januar 2018
Was wäre wenn?
In den vergangenen Monaten wurde eine neue Staffel meiner Lieblingsserie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Wie es für mich als waschechter Nerd dieser Serie gehört, habe ich mir natürlich jede einzelne Folge angeschaut. Ja, ich habe mir die Staffel sogar direkt auf iTunes gekauft, um jede Folge mindestens zwei Mal zu sehen. Teilweise habe ich die Folgen sogar dreimal gesehen, weil meine Familie auch diese Serie mag. Und jaaa, ich bin wirklich verrückt nach dieser Serie. Ich glaube sogar, dass ich der verrückteste aus der Familie bin.
Aber warum ist das eigentlich so? Was ist so besonders an dieser Serie? Um welche Serie handelt es sich überhaupt? Was hat das mit dieser Überschrift zu tun? Und warum schreibst du in deinem Blog darüber?
Fangen wir einfach mal mit der leichtesten Frage an. Vielleicht wird dann auch dem ein oder anderen klar, warum ich diese Serie so mag. Es handelt sich nämlich um die Serie Doctor Who.
Doctor Who ist eine Science-Fiction Serie der BBC, welche ihre Erstausstrahlung im Jahre 1963 feierte und somit auch die am längsten laufende Science-Fiction Serie der Welt ist. Wer mir nicht glauben mag, der schaue doch bitte im Guinessbuch der Rekorde nach. Da steht die Serie nämlich drin. Nicht jede Serie kann schließlich in diesem Jahr ihr 55 jähriges Bestehen feiern und ich Hoffe, dass es am 23. November diesen Jahres wieder ein Spezial geben wird.
Doctor Who handelt von einem mysteriösen Zeitreisenden namens 'Der Doctor', der mit seinen Begleitern durch Raum und Zeit reist und dabei in diverse Abenteuer verwickelt wird.
Das interessante und spannende daran ist, dass der Doctor eben auch bei geschichtlichen Ereignissen wie dem Ausbruch des Vesuv, oder der Mondlandung, oder der Krönung der Königin Elizabeth II. dabei ist und seine Abenteuer erlebt. Auf die weise schaut man also nicht nur irgend eine Science-Fiction Serie, sondern lernt ab und zu auch noch etwas über große, geschichtliche Ereignisse der Menschheit.
In Großbritannien hat die Serie Doctor Who schon lange ihren Kultstatus erreicht. Vor fünf Jahren, als das Spezial zum 50. Jubiläum ausgestrahlt wurde, saßen gut ein Drittel der britischen Bevölkerung vor dem Fernsehen und sahen sich das Spezial an.
Aber was ist denn nun das Besondere an der Serie?
Schon seit langem zeichnet sich die Serie dadurch aus, dass man eben auch einen Blick auf die Minderheiten in unserer Bevölkerung wirft. Dass man eben auch den Unerwünschten in unserer Bevölkerung eine Stimme verleiht - und den Verstoßenen. Die Serie zeigt einem nunmal, dass es nicht nur EINE Norm gibt, nach der sich doch bitte ALLE Menschen richten sollen, sondern dass eine unglaubliche Vielfalt auf der Erde herrscht. Und im gesamten Universum natürlich auch.
Der Doctor zeigt uns, dass es eben nicht nur die Menschheit auf dem Planeten Erde gibt, sondern, dass es 7 Milliarden Menschen auf der Erde gibt. Dass es 7 Milliarden unterschiedliche Persönlichkeiten gibt. Und sie alle leisten ihren Beitrag zu dem, was wir letztlich Menschheit nennen.
Der Doctor zeigt uns, dass der Mensch eben nicht blond, blauäugig, muskulös, heller Hauttyp, heterosexuell und etwa 1,80 m groß sein muss. Der Doctor zeigt uns, dass alleine der Hauttyp schon unendlich viele Nuancen haben kann. Dazu kommen unendlich viele Nuancen der Haar- und Augenfarbe. Nicht jeder Mensch muss super muskulös sein. Nich jeder Mensch muss heterosexuell sein. Es gibt einfach eine unglaubliche Vielfalt und letztlich lehrt uns der Doctor, dass man jedem Lebewesen, denn der Doctor trifft auch auf außerirdische Lebensformen, immer mit Ehre und Respekt gegenübertreten sollte.
Wenn man all das verinnerlicht hat, wenn man jedes Lebewesen als das akzeptiert, was es ist und man ihm mit Ehre und Respekt begegnet, dann ist Doctor Who nicht nur irgendeine Serie, sondern eine Lebenseinstellung, eine Religion.
Als der Doctor in der Zehnten Staffel von seiner neuen Begleiterin Bill Potts erfährt, dass sie auf Frauen steht, da begegnet er ihr nicht mit Ablehnung oder Verabscheuung, sondern akzeptiert das und behandelt sie wie jeden anderen Menschen auch.
Und vielleicht ist genau das auch der Punkt, warum diese Serie unter Schwulen und Lesben so bekannt ist. Weil dort ein Mann ist, der jeden so akzeptiert, wie er ist. Weil da jemand ist, bei dem man so sein kann, wie man ist und sich nicht verstecken muss.
Was wäre, wenn wir also so handeln würden wie der Doctor? Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn wir den nächsten Flüchtling nicht als Schmarotzer sehen, sondern als Vertriebenen aus dem eigenen Land, der hier einen Neustart versucht. Wenn wir die nächste dickere Person nicht als fettes Schwein titulieren, sondern den Menschen dahinter betrachten, der vielleicht aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit so dick ist, oder weil er vielleicht enorm viel in sich rein stopft, weil er voller Ängste und Sorgen steckt und niemand ihm zur Seite steht. Wenn wir das nächste homosexuelle Pärchen sehen und es eben nicht als Abschaum der Gesellschaft betrachten, sondern die beiden Menschen dahinter, die glücklich sind einander gefunden zu haben.
Wenn wir alle so handeln würden. Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn jeder Respekt vor der Biographie des Anderen hätte, dann wäre die Welt ein stück weit besser geworden.
Aber warum ist das eigentlich so? Was ist so besonders an dieser Serie? Um welche Serie handelt es sich überhaupt? Was hat das mit dieser Überschrift zu tun? Und warum schreibst du in deinem Blog darüber?
Fangen wir einfach mal mit der leichtesten Frage an. Vielleicht wird dann auch dem ein oder anderen klar, warum ich diese Serie so mag. Es handelt sich nämlich um die Serie Doctor Who.
Doctor Who ist eine Science-Fiction Serie der BBC, welche ihre Erstausstrahlung im Jahre 1963 feierte und somit auch die am längsten laufende Science-Fiction Serie der Welt ist. Wer mir nicht glauben mag, der schaue doch bitte im Guinessbuch der Rekorde nach. Da steht die Serie nämlich drin. Nicht jede Serie kann schließlich in diesem Jahr ihr 55 jähriges Bestehen feiern und ich Hoffe, dass es am 23. November diesen Jahres wieder ein Spezial geben wird.
Doctor Who handelt von einem mysteriösen Zeitreisenden namens 'Der Doctor', der mit seinen Begleitern durch Raum und Zeit reist und dabei in diverse Abenteuer verwickelt wird.
Das interessante und spannende daran ist, dass der Doctor eben auch bei geschichtlichen Ereignissen wie dem Ausbruch des Vesuv, oder der Mondlandung, oder der Krönung der Königin Elizabeth II. dabei ist und seine Abenteuer erlebt. Auf die weise schaut man also nicht nur irgend eine Science-Fiction Serie, sondern lernt ab und zu auch noch etwas über große, geschichtliche Ereignisse der Menschheit.
In Großbritannien hat die Serie Doctor Who schon lange ihren Kultstatus erreicht. Vor fünf Jahren, als das Spezial zum 50. Jubiläum ausgestrahlt wurde, saßen gut ein Drittel der britischen Bevölkerung vor dem Fernsehen und sahen sich das Spezial an.
Aber was ist denn nun das Besondere an der Serie?
Schon seit langem zeichnet sich die Serie dadurch aus, dass man eben auch einen Blick auf die Minderheiten in unserer Bevölkerung wirft. Dass man eben auch den Unerwünschten in unserer Bevölkerung eine Stimme verleiht - und den Verstoßenen. Die Serie zeigt einem nunmal, dass es nicht nur EINE Norm gibt, nach der sich doch bitte ALLE Menschen richten sollen, sondern dass eine unglaubliche Vielfalt auf der Erde herrscht. Und im gesamten Universum natürlich auch.
Der Doctor zeigt uns, dass es eben nicht nur die Menschheit auf dem Planeten Erde gibt, sondern, dass es 7 Milliarden Menschen auf der Erde gibt. Dass es 7 Milliarden unterschiedliche Persönlichkeiten gibt. Und sie alle leisten ihren Beitrag zu dem, was wir letztlich Menschheit nennen.
Der Doctor zeigt uns, dass der Mensch eben nicht blond, blauäugig, muskulös, heller Hauttyp, heterosexuell und etwa 1,80 m groß sein muss. Der Doctor zeigt uns, dass alleine der Hauttyp schon unendlich viele Nuancen haben kann. Dazu kommen unendlich viele Nuancen der Haar- und Augenfarbe. Nicht jeder Mensch muss super muskulös sein. Nich jeder Mensch muss heterosexuell sein. Es gibt einfach eine unglaubliche Vielfalt und letztlich lehrt uns der Doctor, dass man jedem Lebewesen, denn der Doctor trifft auch auf außerirdische Lebensformen, immer mit Ehre und Respekt gegenübertreten sollte.
Wenn man all das verinnerlicht hat, wenn man jedes Lebewesen als das akzeptiert, was es ist und man ihm mit Ehre und Respekt begegnet, dann ist Doctor Who nicht nur irgendeine Serie, sondern eine Lebenseinstellung, eine Religion.
Als der Doctor in der Zehnten Staffel von seiner neuen Begleiterin Bill Potts erfährt, dass sie auf Frauen steht, da begegnet er ihr nicht mit Ablehnung oder Verabscheuung, sondern akzeptiert das und behandelt sie wie jeden anderen Menschen auch.
Und vielleicht ist genau das auch der Punkt, warum diese Serie unter Schwulen und Lesben so bekannt ist. Weil dort ein Mann ist, der jeden so akzeptiert, wie er ist. Weil da jemand ist, bei dem man so sein kann, wie man ist und sich nicht verstecken muss.
Was wäre, wenn wir also so handeln würden wie der Doctor? Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn wir den nächsten Flüchtling nicht als Schmarotzer sehen, sondern als Vertriebenen aus dem eigenen Land, der hier einen Neustart versucht. Wenn wir die nächste dickere Person nicht als fettes Schwein titulieren, sondern den Menschen dahinter betrachten, der vielleicht aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit so dick ist, oder weil er vielleicht enorm viel in sich rein stopft, weil er voller Ängste und Sorgen steckt und niemand ihm zur Seite steht. Wenn wir das nächste homosexuelle Pärchen sehen und es eben nicht als Abschaum der Gesellschaft betrachten, sondern die beiden Menschen dahinter, die glücklich sind einander gefunden zu haben.
Wenn wir alle so handeln würden. Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn jeder Respekt vor der Biographie des Anderen hätte, dann wäre die Welt ein stück weit besser geworden.
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Mittwoch, 24. Januar 2018
Der erste Urlaub mit dem Freund
Es war der 13. März 2017. Der Tag an dem ich mein langjähriges Singleleben aufgab und seit dem in einer festen Beziehung lebe. Natürlich ist jeder Anfang schwer, so auch dieses Mal. Das erste Jahr Beziehung ist nun auch schon bald vorbei und bislang stehen die Chancen ganz gut, dass ich auch danach noch in einer Beziehung sein werde.
Kurz nachdem wir dann offiziell zusammen waren, hatten wir auch direkt den ersten gemeinsamen Urlaub im Blick. Dieser fiel in die zweite Oktoberwoche, da hatten wir nämlich beide Zeit füreinander. So mussten also nur noch das Ziel festgelegt werden. Wir machten uns also auf die Suche und entschieden uns letztlich für drei Nächte in Dresden und drei Nächte auf Rügen.
Rückblickend betrachtet war es auch eine schöne Zeit. Eine Zeit, in der es nur meinen Freund und mich gab. Wo wir alles gemeinsam unternommen haben.
Doch wie ist der erste gemeinsame Urlaub tatsächlich? Wie war es in der Situation selbst? Welche Chancen und Möglichkeiten bietet solch ein Urlaub? Und wie war die Zeit danach?
Wenn man den ersten gemeinsamen Urlaub mit dem Freund, oder auch der Freundin plant, dann bedeutet das meist sehr viel mehr als nur eine schöne Zeit gemeinsam zu verbringen. Im Urlaub hängt man schließlich ständig aufeinander. Man hat nicht sehr viel Platz um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Man entdeckt teilweise Seiten und Eigenarten am Partner, die man vorher garnicht so kannte. Der erste gemeinsame Urlaub ist also nicht nur der erste gemeinsame Urlaub, sondern ein erster Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft. Eine Zukunft, bei der man nicht zwei Wohnungen besitzt. Eine Zukunft, bei der man nicht nur bei dem Partner übernachtet. Eine Zukunft, bei der man nicht ein Treffen plant, um sich zu sehen. Nein, der erste gemeinsame Urlaub ist ein Schritt in Richtung gemeinsame Wohnung. Ein Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft.
Der erste gemeinsame Urlaub entscheidet also über die Zukunft der Partnerschaft. Auch als mein Freund und ich zum ersten Mal gemeinsam weggefahren sind. Und so bestand diese eine Woche eben nicht nur aus guten Zeiten, sondern auch aus Zeiten in der wir uns schon etwas gezofft hatten. Zeiten, in denen ich mich selber fragte, warum macht er das denn nun. So interessant kann das doch garnicht sein. Wen interessiert es schon wie oft irgendwo am Arsch der Heide der Bus vorbeikommt. Wir hatten doch so wie so ein Auto dabei. Oder warum sollte ich unbedingt ein Strandtuch mitnehmen, wenn sich das Wetter so wie so immer weiter zu zog und garnicht mehr dazu einlud am Strand zu liegen.
Doch am Ende des Urlaubs hatten wir beide sehr viel gesehen und gelernt. Nicht nur über Dresden und Rügen, sondern auch über den jeweils anderen. Wir kannten auf einmal Seiten, die wir vorher nie so mitbekommen hatten. Wir erkannten Eigenschaften, die einerseits anstrengend sein konnten, auf der anderen Seite aber auch gut drüber hinweggesehen werden konnte. Wir erlebten beide eine Zeit, in der es nicht mehr nur darum ging, was ich möchte, sondern eine Zeit, in der es darum ging miteinander zu reden und einen Kompromiss einzugehen. In einer Beziehung geht es schließlich nicht darum immer nur die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern auch mal zurückzustecken und zu schauen, was dem anderen denn gerade gut tun könnte. Das Erfolgsrezept einer Beziehung ist eben nicht der Egotrip, sondern das Wir. Wir wollen in einer Beziehung leben. Wir wollen gemeinsam Zeit verbringen. Wir wollen gemeinsam alt werden. Wir wollen gemeinsam durch dick und dünn gehen.
Um herauszufinden wie stark dieses Wir ist, kann ein gemeinsamer Urlaub sehr aufschlussreich sein. In dem ersten gemeinsamen Urlaub werden letztlich also die Weichen für die Zukunft gestellt. Hier entscheidet sich oftmals, ob diese Zukunft gemeinsam verbracht wird, oder doch eher getrennt.
In meinem Fall wird es eine gemeinsame Zukunft sein. Eine Zukunft, in der es wie in unserem ersten Urlaub Höhen und Tiefen geben wird. Aber immer eine Zukunft, an der mein Partner mit Rat und Tat an meiner Seite stehen wird.
Kurz nachdem wir dann offiziell zusammen waren, hatten wir auch direkt den ersten gemeinsamen Urlaub im Blick. Dieser fiel in die zweite Oktoberwoche, da hatten wir nämlich beide Zeit füreinander. So mussten also nur noch das Ziel festgelegt werden. Wir machten uns also auf die Suche und entschieden uns letztlich für drei Nächte in Dresden und drei Nächte auf Rügen.
Rückblickend betrachtet war es auch eine schöne Zeit. Eine Zeit, in der es nur meinen Freund und mich gab. Wo wir alles gemeinsam unternommen haben.
Doch wie ist der erste gemeinsame Urlaub tatsächlich? Wie war es in der Situation selbst? Welche Chancen und Möglichkeiten bietet solch ein Urlaub? Und wie war die Zeit danach?
Wenn man den ersten gemeinsamen Urlaub mit dem Freund, oder auch der Freundin plant, dann bedeutet das meist sehr viel mehr als nur eine schöne Zeit gemeinsam zu verbringen. Im Urlaub hängt man schließlich ständig aufeinander. Man hat nicht sehr viel Platz um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Man entdeckt teilweise Seiten und Eigenarten am Partner, die man vorher garnicht so kannte. Der erste gemeinsame Urlaub ist also nicht nur der erste gemeinsame Urlaub, sondern ein erster Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft. Eine Zukunft, bei der man nicht zwei Wohnungen besitzt. Eine Zukunft, bei der man nicht nur bei dem Partner übernachtet. Eine Zukunft, bei der man nicht ein Treffen plant, um sich zu sehen. Nein, der erste gemeinsame Urlaub ist ein Schritt in Richtung gemeinsame Wohnung. Ein Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft.
Der erste gemeinsame Urlaub entscheidet also über die Zukunft der Partnerschaft. Auch als mein Freund und ich zum ersten Mal gemeinsam weggefahren sind. Und so bestand diese eine Woche eben nicht nur aus guten Zeiten, sondern auch aus Zeiten in der wir uns schon etwas gezofft hatten. Zeiten, in denen ich mich selber fragte, warum macht er das denn nun. So interessant kann das doch garnicht sein. Wen interessiert es schon wie oft irgendwo am Arsch der Heide der Bus vorbeikommt. Wir hatten doch so wie so ein Auto dabei. Oder warum sollte ich unbedingt ein Strandtuch mitnehmen, wenn sich das Wetter so wie so immer weiter zu zog und garnicht mehr dazu einlud am Strand zu liegen.
Doch am Ende des Urlaubs hatten wir beide sehr viel gesehen und gelernt. Nicht nur über Dresden und Rügen, sondern auch über den jeweils anderen. Wir kannten auf einmal Seiten, die wir vorher nie so mitbekommen hatten. Wir erkannten Eigenschaften, die einerseits anstrengend sein konnten, auf der anderen Seite aber auch gut drüber hinweggesehen werden konnte. Wir erlebten beide eine Zeit, in der es nicht mehr nur darum ging, was ich möchte, sondern eine Zeit, in der es darum ging miteinander zu reden und einen Kompromiss einzugehen. In einer Beziehung geht es schließlich nicht darum immer nur die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern auch mal zurückzustecken und zu schauen, was dem anderen denn gerade gut tun könnte. Das Erfolgsrezept einer Beziehung ist eben nicht der Egotrip, sondern das Wir. Wir wollen in einer Beziehung leben. Wir wollen gemeinsam Zeit verbringen. Wir wollen gemeinsam alt werden. Wir wollen gemeinsam durch dick und dünn gehen.
Um herauszufinden wie stark dieses Wir ist, kann ein gemeinsamer Urlaub sehr aufschlussreich sein. In dem ersten gemeinsamen Urlaub werden letztlich also die Weichen für die Zukunft gestellt. Hier entscheidet sich oftmals, ob diese Zukunft gemeinsam verbracht wird, oder doch eher getrennt.
In meinem Fall wird es eine gemeinsame Zukunft sein. Eine Zukunft, in der es wie in unserem ersten Urlaub Höhen und Tiefen geben wird. Aber immer eine Zukunft, an der mein Partner mit Rat und Tat an meiner Seite stehen wird.
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Montag, 26. Oktober 2015
Wird Olympia 2024 in Hamburg stattfinden?
Auf die Plätze. Fertig. Los!
In den kommenden Wochen erhalten die rund 1,3 Mio. wahlberechtigten Bürger Hamburgs ihre Unterlagen, um über Olympische und Paralympische Spiele 2024 in unserer Hansestadt abzustimmen. Bis zum 29.11. geht das Referendum. Bis dahin müssen die Stimmen abgegeben sein. Aber was bedeutet Olympia? Warum bewirbt sich Hamburg für die Spiele 2024? Was macht Hamburg als Austragungsort so interessant? Und was macht unsere Bewerbung so einzigartig?
Seit knapp einem Jahr gibt es ein Thema über das jeder spricht. Zumindest hier in Hamburg. Was mit einer kleinen Schnapsidee begann ist nun in aller Munde. Es gab da eine Idee, einen Gedanken. Warum bewirbt sich Hamburg nicht für die Olympischen Spiele 2024? Was sagt die hamburger Bevölkerung dazu? Was meint Deutschland? Dank Facebook, Twitter und Co verbreitete sich dieser Gedanke schnell und fand auch Zustimmung. Aktionen wurden geplant und durchgeführt um ein Zeichen zu setzen, dass man für die Spiele 2024 in Hamburg ist.
In der Europa Passage wurde ein Miniatur-Stadion aufgebaut in das man eine Miniaturfigur setzen konnte. Dieses Stadion war so schnell voll, sodass es noch um einen weiteren Rang vergrößert werden musste.
Über Facebook wurde eine Veranstaltung erstellt, dass man sich an der Binnenalster trifft, um ein weiteres Zeichen für die Spiele 2024 in Hamburg zu setzen. Hierfür wurde extra ein Feuerwerk geplant, Fackeln wurden verteilt, die alle zu einem bestimmten Zeitpunkt entzündet wurden. Für diese Veranstaltung haben sich gut 7.000 Menschen auf Facebook gemeldet. An der Alster waren wir letztlich mit 20.000 und haben dabei sogar einen Weltrekord aufgestellt.
Das Hamburger Abendblatt hat sogar eine extra Kategorie eingeführt in der es ausschließlich um Olympia und die Bewerbung Hamburgs geht. An den einzelnen Universitäten werden Vortragsabende gehalten, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger über die Bewerbung Hamburgs informieren können. Der Dialog mit den Bürgern ist eben mit das wichtigste.
Die Stimmung über die Olympischen Spiele in Hamburg ist also durchaus positiv. Aber es gibt eben auch immer Gegner. Leute, die dem ganzen Vorhaben eher skeptisch gegenüber treten, die das Vorhaben hinterfragen. Und das ist ok, das ist gut. Nur so werden die Spiele zu etwas einmaligem. Wozu brauchen wir die olympischen Spiele in Hamburg? Was geschieht mit den Bauten nach Olympia? Werden sie weiterhin genutzt und wenn ja, wie? Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Was hat der normale hamburger Bürger von den Spielen 2024? Wozu ein solches Mammut-Projekt? Wie hoch werden die Kosten sein?
All dies sind wichtige und entscheidende Fragen, wenn es um die olympischen Spiele 2024 in Hamburg geht. In den vergangenen Jahrzehnten ging es oftmals darum mit wahren Wundern der Baukunst zu glänzen. Die Kosten für solche Bauwerke schossen in die Höhe. Nur damit alle Welt für ein paar Tage dieses Ereignis verfolgt. Über die Nachnutzung der Gebäude wurde nur selten bis gar nicht nachgedacht. Im Gegenteil. Die Austragungsorte rutschten teilweise in den finanziellen Ruin. Davor haben viele Angst, denn die Kosten bleiben letztlich auf uns Steuerzahlern liegen.
Ein wichtiger Punkt bei der Bewerbung ist daher auch der Dialog mit den Bürgern. Die Ängste und Sorgen der Bürger müssen wahrgenommen werden. Man muss die Leute über den aktuellen Stand informieren und zwar so, dass es jeder Laie verstehen kann. Und es hilft. Man plant das Olympia-Gelände nicht einfach irgendwie, sondern so, dass die Gebäude auch für später genutzt werden können. So soll beispielsweise die Sporthalle später für ein weiteres Cruise Center umgebaut werden. Die Schwimmhalle soll später als Schwimm- und Freizeitbad dienen soll. Oder auch das Leichtathletikstadion, welches sich in ein Wohngebäude verwandeln soll.
Es gibt inzwischen sogar schon einige ehemals Olympia-Gegner, welche durch die Bewerbung Hamburgs und der damit verbundenen Planung ins grübeln kommen und sich eventuell bis zum 29.11. doch für die Spiele 2024 in Hamburg entscheiden werden.
Jetzt, wo die Planung immer konkreter wird melden sich auch immer mehr Prominente zu Wort und loben die Bewerbung unserer geliebten Hansestadt. Nichts scheint dem Zufall überlassen zu sein. Nicht nur Olympia allein wird geplant, nein sogar die Nachnutzung der Gebäude.
Die gesamte Planung und erläuternden Texten sind in einer 84-Seiten-Broschüre zusammengefasst und an vielen Stellen der Stadt erhältlich. Wer weiter weg wohnt kann sich das PDF herunterladen.
Wer mehr über die aktuellen Geschehnisse der Olympia-Bewerbung erfahren will kann das hier tun.
In den kommenden Wochen erhalten die rund 1,3 Mio. wahlberechtigten Bürger Hamburgs ihre Unterlagen, um über Olympische und Paralympische Spiele 2024 in unserer Hansestadt abzustimmen. Bis zum 29.11. geht das Referendum. Bis dahin müssen die Stimmen abgegeben sein. Aber was bedeutet Olympia? Warum bewirbt sich Hamburg für die Spiele 2024? Was macht Hamburg als Austragungsort so interessant? Und was macht unsere Bewerbung so einzigartig?
Seit knapp einem Jahr gibt es ein Thema über das jeder spricht. Zumindest hier in Hamburg. Was mit einer kleinen Schnapsidee begann ist nun in aller Munde. Es gab da eine Idee, einen Gedanken. Warum bewirbt sich Hamburg nicht für die Olympischen Spiele 2024? Was sagt die hamburger Bevölkerung dazu? Was meint Deutschland? Dank Facebook, Twitter und Co verbreitete sich dieser Gedanke schnell und fand auch Zustimmung. Aktionen wurden geplant und durchgeführt um ein Zeichen zu setzen, dass man für die Spiele 2024 in Hamburg ist.
In der Europa Passage wurde ein Miniatur-Stadion aufgebaut in das man eine Miniaturfigur setzen konnte. Dieses Stadion war so schnell voll, sodass es noch um einen weiteren Rang vergrößert werden musste.
Über Facebook wurde eine Veranstaltung erstellt, dass man sich an der Binnenalster trifft, um ein weiteres Zeichen für die Spiele 2024 in Hamburg zu setzen. Hierfür wurde extra ein Feuerwerk geplant, Fackeln wurden verteilt, die alle zu einem bestimmten Zeitpunkt entzündet wurden. Für diese Veranstaltung haben sich gut 7.000 Menschen auf Facebook gemeldet. An der Alster waren wir letztlich mit 20.000 und haben dabei sogar einen Weltrekord aufgestellt.
Das Hamburger Abendblatt hat sogar eine extra Kategorie eingeführt in der es ausschließlich um Olympia und die Bewerbung Hamburgs geht. An den einzelnen Universitäten werden Vortragsabende gehalten, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger über die Bewerbung Hamburgs informieren können. Der Dialog mit den Bürgern ist eben mit das wichtigste.
Die Stimmung über die Olympischen Spiele in Hamburg ist also durchaus positiv. Aber es gibt eben auch immer Gegner. Leute, die dem ganzen Vorhaben eher skeptisch gegenüber treten, die das Vorhaben hinterfragen. Und das ist ok, das ist gut. Nur so werden die Spiele zu etwas einmaligem. Wozu brauchen wir die olympischen Spiele in Hamburg? Was geschieht mit den Bauten nach Olympia? Werden sie weiterhin genutzt und wenn ja, wie? Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Was hat der normale hamburger Bürger von den Spielen 2024? Wozu ein solches Mammut-Projekt? Wie hoch werden die Kosten sein?
All dies sind wichtige und entscheidende Fragen, wenn es um die olympischen Spiele 2024 in Hamburg geht. In den vergangenen Jahrzehnten ging es oftmals darum mit wahren Wundern der Baukunst zu glänzen. Die Kosten für solche Bauwerke schossen in die Höhe. Nur damit alle Welt für ein paar Tage dieses Ereignis verfolgt. Über die Nachnutzung der Gebäude wurde nur selten bis gar nicht nachgedacht. Im Gegenteil. Die Austragungsorte rutschten teilweise in den finanziellen Ruin. Davor haben viele Angst, denn die Kosten bleiben letztlich auf uns Steuerzahlern liegen.
Ein wichtiger Punkt bei der Bewerbung ist daher auch der Dialog mit den Bürgern. Die Ängste und Sorgen der Bürger müssen wahrgenommen werden. Man muss die Leute über den aktuellen Stand informieren und zwar so, dass es jeder Laie verstehen kann. Und es hilft. Man plant das Olympia-Gelände nicht einfach irgendwie, sondern so, dass die Gebäude auch für später genutzt werden können. So soll beispielsweise die Sporthalle später für ein weiteres Cruise Center umgebaut werden. Die Schwimmhalle soll später als Schwimm- und Freizeitbad dienen soll. Oder auch das Leichtathletikstadion, welches sich in ein Wohngebäude verwandeln soll.
Es gibt inzwischen sogar schon einige ehemals Olympia-Gegner, welche durch die Bewerbung Hamburgs und der damit verbundenen Planung ins grübeln kommen und sich eventuell bis zum 29.11. doch für die Spiele 2024 in Hamburg entscheiden werden.
Jetzt, wo die Planung immer konkreter wird melden sich auch immer mehr Prominente zu Wort und loben die Bewerbung unserer geliebten Hansestadt. Nichts scheint dem Zufall überlassen zu sein. Nicht nur Olympia allein wird geplant, nein sogar die Nachnutzung der Gebäude.
Die gesamte Planung und erläuternden Texten sind in einer 84-Seiten-Broschüre zusammengefasst und an vielen Stellen der Stadt erhältlich. Wer weiter weg wohnt kann sich das PDF herunterladen.
Wer mehr über die aktuellen Geschehnisse der Olympia-Bewerbung erfahren will kann das hier tun.
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Donnerstag, 22. Oktober 2015
Q wie Queere Geschichte I ABC eines Schwulen
Queere Geschichte? Was ist das denn? Geschichte ist klar, aber queer? Will er jetzt querbeet die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse kurz zusammenfassen? À la Hape Kerkeling?Nein werde ich wohl nicht. Dieser Artikel ist dafür viel zu kurz und außerdem wäre eine kurze Wiedergabe der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse wohl eher eine eigene "kleine" Sendereihe.
Als ich begonnen habe mir Gedanken über dieses ABC gemacht habe, wollte ich sofort irgendwo etwas zu dem geschichtlichen Hintergrund der LGBTI-Bewegung schreiben. Aber wo fängt man da an? Wann gab es die ersten homosexuellen Menschen? War Adam vielleicht schon schwul? Oder beginne ich bei den Stonewall-Aufständen in New York? Aber was ist dann mit der Zeit davor, da muss es doch auch schon Schwule und Lesben gegeben haben?
Ohh ja, die gab es. Homosexualität ist ebenso bei uns Menschen verbreitet wie unter all den anderen Tieren. Es ist wohl das natürlichste auf der Welt. Mit wem ich letztlich zusammen bin und eine Beziehung führe ist doch egal. Die Hauptsache ist doch, dass ich meinen Partner / meine Partnerin liebe und ehre.Adam könnte also sehr wohl schwul oder zumindest bisexuell gewesen sein. Nur leider hatte er nicht die große Wahl, er hatte nur Eva. Und so heißt es bis heute für viele streng religiöse Menschen: "Der Mann soll nicht beim Manne liegen, denn das ist ein Gräuel."
Und genau an dieser Stelle frage ich mich eines immer wieder. Wenn es tatsächlich einen Gott gibt und er die Erde geschaffen hat. Wenn er alles so erschaffen hat wie er es wollte und tatsächlich allwissend ist. Wenn er etwas gegen homosexuelles Verhalten hat, warum erschafft er dann zwei unterschiedliche Geschlechter. Hätte er nicht gewusst, dass es auch gleichgeschlechtlich-liebende Menschen geben wird? War die Rippe von Adam vielleicht nicht groß genug? Hat Gott sich vielleicht überarbeitet und war bei seinen letzten Taten etwas nachlässig?
Wie dem auch sei. Die Antwort auf all diese Fragen werden wir wohl nie erfahren. In der Theologie gibt es nunmal Dinge, die wir nie erfahren werden. Dinge, die nie abschließend geklärt werden können. Es werden immer offene Fragen bleiben. Und wenn man ganz ehrlich sein soll, dann hat die Religion schon für viele Streitereien gesorgt und dabei auch den ein oder anderen Krieg begonnen.
Religion muss aber nicht zwangsläufig schlecht sein. Sie hat auch schon die ein oder anderen guten Taten vollbracht. In gewisser Weise hat die Kirche sogar schon Homo-Ehen vollzogen. Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Einer der größten Streitpunkte im Jahr 2015.
Früher konnte man nämlich einen sogenannten geschworenen Bruder haben. Man konnte also eine Bindung zu einem gleichgeschlechtlichen Menschen eingehen, wobei die Liebe bis in den Tod anhalten sollte. Also einer Eheschließung gleichkam. Der eigentliche Zweck von geschworenen Brüdern war allerdings eine geistige Verwandtschaft herzustellen, wie es bei einer Taufpatenschaft der Fall ist.
Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass auch gleichgeschlechtlich Liebende die Schwurbruderschaft eingegangen sind, wurde dieser Ritus von der Kirche und dem oströmischen Recht verboten. Einziges Überbleibsel ist der Begriff warmer Bruder für einen Schwulen. Ein Begriffswandel. Ein Umdenken in der Gesellschaft fand statt. Was gestern noch als Zeichen der Freundschaft galt, identifiziert man heute als "homosexuell", als nicht der Norm entsprechend. Plötzlich gilt man als Außenseiter. Zwischen 1970 und 1990 gehen die Sexualerfahrungen zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen von 18 auf zwei Prozent zurück. Homophobie kommt in Mode. Die Leute haben angst als Schwuler oder als Lesbe zu gelten. Doch was ist so schlimm daran? Warum darf ich nicht den lieben, den ich liebe? Warum gehört Homosexualität auch heute noch zu einem Tabuthema? Warum wird im Geschichtsunterricht nicht auch die Geschichte der LGBTI-Bewegung behandelt? Warum hört man immer nur vom Nationalsozialismus und der Judenvefolgung? Was macht die französische Revolution so besonders, waren es die Stonewall-Aufstände nicht auch? Warum haben wir Geschichtsunterricht, wenn ein Teil unserer Vergangenheit einfach ausgelassen wird?
Der Geschichtsunterricht soll uns doch näher bringen, wie das Leben früher von statten ging. Er soll uns zeigen, wie die Menschen früher gedacht und gehandelt haben. Wir sollen erfahren wie der Alltag früher war. Wir erfahren plötzlich, dass Homosexualität nichts neues ist. Es ist keine neue Mode, die man mitmacht. Wir befinden uns nur in einem Zyklus in dem das Thema wieder häufiger zur Sprache kommt.
Historisch betrachtet ist das Anders-sein etwas vollkommen normales. Die Geschichte lehrt uns, dass es immer handelnde und leidende Menschen waren, die etwas verändert haben. Sie waren es, die für Veränderungen in unserem Denken und Handeln bewirkt haben. Sie zeigen uns, dass sich Vorstellungen grundsätzlich ändern können.
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Donnerstag, 15. Oktober 2015
P wie Propaganda I ABC eines Schwulen
Unser gesamtes Handeln, unser gesamtes Wissen, einfach alles müssen wir einmal gelernt haben. Wir müssen lernen zu krabbeln und zu laufen. Wir müssen lernen zu sprechen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Wir lernen wie man das gesprochene Wort auf Papier bringen kann. Wir lernen Zahlen aufzuschreiben und mit diesen die wildesten Rechenoperationen durchzuführen. Wir lernen Menschen zu vertrauen. Sie geben uns Tipps, damit wir es besser / leichter im Leben haben sollen. Wir lernen aber auch Menschen zu Misstrauen, weil nicht jeder will, dass wir ein leichtes unbeschwertes Leben führen.
Letztlich wird unser Tun und Handeln also durch unsere Erfahrungen gelenkt. Wir vertrauen dem einen Menschen mehr, weil er uns noch nie enttäuscht hat. Wir können uns auch diesmal sicher sein, dass er uns nicht hintergeht, weil er es die 40, 50 oder 60 Male davor auch nicht getan hat. Wir glauben unseren Lehrern, Dozenten und Professoren was sie uns erzählen, weil sie diesen Beruf gewählt haben und dazu verpflichtet sind uns etwas beizubringen. Unserem Grundschullehrer glauben wir, dass er uns das Alphabet und dessen Aussprache korrekt beibringt. Dem Mathematiklehrer vertrauen wir, dass die Zahl π ungefähr der Zahl 3,14159265... entspricht. Ebenso wie e ungefähr der Zahl 2,71828182... entspricht.
Letztlich wird unser Tun und Handeln also durch unsere Erfahrungen gelenkt. Wir vertrauen dem einen Menschen mehr, weil er uns noch nie enttäuscht hat. Wir können uns auch diesmal sicher sein, dass er uns nicht hintergeht, weil er es die 40, 50 oder 60 Male davor auch nicht getan hat. Wir glauben unseren Lehrern, Dozenten und Professoren was sie uns erzählen, weil sie diesen Beruf gewählt haben und dazu verpflichtet sind uns etwas beizubringen. Unserem Grundschullehrer glauben wir, dass er uns das Alphabet und dessen Aussprache korrekt beibringt. Dem Mathematiklehrer vertrauen wir, dass die Zahl π ungefähr der Zahl 3,14159265... entspricht. Ebenso wie e ungefähr der Zahl 2,71828182... entspricht.
Es gibt noch genügend andere Beispiele die man hier anführen könnte, aber es soll ja nicht um die Beispiele gehen, sondern um dass was dahinter steht. Bestimmten Menschen vertrauen wir einfach blind. Wir glauben, dass sie schon irgendwie recht haben werden. Sie haben schließlich schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel, sie haben mehr erlebt, mehr gesehen von der Welt, auf ihr Urteil wird man sich schon verlassen können.
Aber dank Smartphone und Internet können wir das Wissen, welches uns gerade vermittelt wurde auch innerhalb von ein paar Klicks nachschlagen. Wir sind nicht mehr darauf angewiesen große Bibliotheken aufzusuchen und in Büchern nachzuschlagen. Nein, wir befragen einfach das World Wide Web. Manch einer befragt das allwissenden Google, ein andere stellt seine Frage dem großen Bing oder auch irgendeiner anderen großen Suchmaschienen-Persönlichkeit. Im Internet steht schließlich das Wissen von Milliarden von Menschen und jeder von Ihnen hat einen Teil dazu beigetragen. Physiker, Mathematiker, Germanisten, Historiker der verschiedensten Epochen usw. usw.
Was im Internet steht muss also stimmen. Davon gehen wir jedenfalls aus. Das Internet - unser Lexikon 2.0
Aber ist es tatsächlich wahr? Können wir uns einfach so auf das verlassen? Ist alles was im Internet steht auch tatsächlich wahr? Reicht es wirklich aus sich eine Quellen anzuhören und diese Meinung als richtig zu akzeptieren? Wenn ja, was ist wenn diese Quelle rein der Propaganda wegen existiert?
Mit dem aufkommen des Internet und der Entwicklung der ersten Smartphones können wir innerhalb von Sekunden Dinge herausfinden, die man vorher ewig lange im Lexikon nachschlagen musste oder bei Bekannten und Verwandten nachfragen musste. Ebenso können wir aber auch Wissen welches eigentlich zur Allgemeinbildung gehört innerhalb kürzester Zeit nachlesen. Und die Informationen, die wir erhalten nehmen wir auch als wahrheitsgemäß war. Manche Dinge merken wir uns sogar und prahlen damit zu gegebener Zeit vor unseren Freunden. Ob unser Wissen nun eventuell nicht ganz der Wahrheit entsprechen könnte ist uns dabei auch egal. Ja, sie kann sogar propagandistische Züge haben oder sogar ganz der Propaganda dienen, also der Verbreitung ideologischer Ideen und Meinungen, um die Bevölkerung in einer bestimmten Weise zu beeinflussen. Dieser Beeinflussung bedarf noch nicht einmal großer Artikel. Es reichen sogar einfache Schlagzeilen oder Kommentare unter einem Beitrag aus, um die Meinung eines Menschen zu beeinflussen. Vor allem wenn unterschiedliche Schlagzeilen / Kommentare den gleichen Inhalt haben. Gerade dann macht sich kaum noch jemand die Mühe und hinterfragt das Ganze. Irgendwie wird es schon der Wahrheit entsprechen, wenn so viele dieser Meinung sind.
Um sich selbst ein Kommentar über etwas oder jemanden erlauben zu dürfen, sollte man jedoch immer beide Seiten der Medaille kennen. Man sollte sich mit einem Thema erstmal vertraut machen, bevor man sich ein Kommentar erlaubt, auch wenn das schwer ist.
P.S.:
Wie es der Zufall so will hat auch darkviktory in der neuen Folge von BrainFed (Folge 26) das Thema Propaganda und Meinungsbildung angesprochen. Wer sich die Folge ansehen will kann das hier tun.
Wie es der Zufall so will hat auch darkviktory in der neuen Folge von BrainFed (Folge 26) das Thema Propaganda und Meinungsbildung angesprochen. Wer sich die Folge ansehen will kann das hier tun.
Montag, 14. September 2015
Fehler 1043!
Kennt ihr das Gefühl einen Fehler begangen zu haben? Ich meine nicht die kleinen Fehler, bei denen man einfach sagen kann: "Ist passiert und beim nächsten Mal passe ich besser auf." Nein, ich meine die großen Fehler, über die man sich tagelang ärgert. Fehler, wo wir genau wissen dass es falsch ist, es aber dennoch tun. Wieso? Weil wir in diesem einen Moment keinen Gedanken daran verschwenden, was wir eigentlich da tun. Weil wir keinen anderen Rat wissen. Weil wir manchmal nur schlechte Entscheidungen treffen können.
Jeder wird wohl das Sprichwort "Das Leben ist kein Ponyhof" kennen. Wenn man aber mal genauer darüber nachdenkt, so ist dieses Sprichwort vollkommen falsch. Besser würde passen: "Das Leben ist ein Ponyhof." Wir sind schließlich nicht zu besuch um die ganzen Ponys zu streicheln, zu füttern, auszuführen und eventuell sogar zu reiten. Nein, wir sind auf dem Ponyhof, weil wir uns um alles kümmern müssen. Wir arbeiten nämlich hier. Wir stehen morgens früh auf, gehen in den Stall, kümmern uns um die Tiere, geben ihnen zu essen und zu trinken. Und nicht nur morgens. Nein auch Mittags und Abends. Zudem helfen wir noch während der Schwangerschaft, dass es dem betreffenden Tier auch gut geht. Nach der Geburt kümmern wir uns auch noch um das Jungtier. Wir sind also die Mutter für alles.
Aber wenn wir sagen, dass wir auf einem Ponyhof arbeiten, dann sehen viele nur die schönen Seiten des Jobs. Die Leute sehen immer nur wie süß diese kleinen Ponys sind. Sie sehen nur wie toll es ist diese Tiere zu füttern und zu streicheln. Sie sehen, die tollen Reitstunden, aber was da für eine Arbeit drin steckt den kompletten Hof zu unterhalten sieht kaum jemand. Niemand sieht, dass das Stalltor dringend mal repariert werden muss. Niemand sieht, dass die Tiere täglich raus auf die Weide gebracht werden müssen. Niemand sieht, dass man als Gutsbesitzer einen 24/7 Job erledigt, dass man keinen Urlaub einfach so machen kann. Gesehen werden nämlich immer nur die schönen Seiten.
"Manchmal sind die einzigen Entscheidungen, die wir treffen können, schlechte. Das schlimme ist, wir müssen uns entscheiden"Ähnlich wie bei dem Ponyhof, scheint es auch bei dem eigenen Leben zu sein. Nicht nur, dass wir selbst für unser Tun und Handeln verantwortlich sind und dafür sorgen, dass unser eigener Organismus gesund ist und fortbesteht. Nein, es scheint auch, dass jeder immer nur die schönen Seiten unseres Lebens betrachtet. Niemand scheint auch mal darüber nachdenken zu wollen, dass mein Gegenüber vielleicht gerade eine schwere Zeit durchlebt, dass er gerade vollkommen überfordert mit der Gesamtsituation ist, dass er alles macht und tut um mehr Anerkennung zu erhalten, doch es scheint niemanden zu interessieren. Es scheint, als ob es normal sei, dass man alles gibt, dass jede Leistung die man erbringt als selbstverständlich angesehen wird. Man kann machen und tun was man will, doch nie reicht es aus. Sogar in der eigenen Familie. Auch hier scheint es niemand zu würdigen, dass man sich in der Schule anstrengt. Niemand sieht, dass man nun aktiver im Haushalt hilft. Niemand scheint zu merken, dass man darauf achtet weniger zu essen, um abzunehmen. Niemand scheint die neue Frisur zu würdigen. Keiner sieht, dass man nun etwas mehr Sport treibt, weil man etwas an seinem Körper verändern möchte. Was es auch sein mag, alles scheint falsch zu sein.
Alles ist falsch. Ich kann nichts richtig machen. Mich nimmt so wie so keiner wahr.
Aber wir wollen wahrgenommen werden. Das Leben hat nämlich erst einen Sinn, wenn wir es mit anderen teilen. Wenn wir wissen, dass andere Interesse an uns und unserem Leben haben. Wenn es aber nicht der Fall ist, so versuchen wir auf anderen Wegen das Interesse an uns und unserem Leben zu steigern. Und dafür begehen wir auch gerne mal den ein oder anderen Fehler. Sogar wenn er riesengroß ist und wir genau wissen dass es falsch ist.
Donnerstag, 10. September 2015
J wie Jugend I ABC eines Schwulen
Früher war alles besser!Ein bekannter Satz, den wohl jeder schon gehört hat. Wenn ich aber einen bekannten Comedian sinngemäß zitieren darf, so stimmt das nicht ganz. Denn früher war alles früher, aber noch lange nicht besser. Wir können aber aus unserer Vergangenheit lernen und zumindest versuchen es besser zu machen. Vor allem wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft.
Ich selbst bin noch nicht sonderlich alt, aber dennoch weiß ich, dass hier und da ein paar Verbesserungen nötig sind. Ich selbst habe beispielsweise relativ lange gebraucht um überhaupt zu begreifen, dass ich nicht hetero bin. Überall um mich herum wurde sich immer nur darüber unterhalten, dass man als Mann eine Frau hat und umgekehrt. Dass es auch homosexuelle oder transsexuelle Menschen gibt, davon war nie die Rede. Ich bin aber auch in einem Gebiet aufgewachsen, in dem man fast ausschließlich nur heterosexuelle Menschen sieht. Der Gedanke, dass ich schwul sein könnte kam mir also nie in den Sinn. In meiner kindlichen Naivität gab es einfach keine gleichgeschlechtlichen Paare.
Den Gedanken, wie es wäre mit einem Jungen / einem Mann zusammen zu sein, hatte ich schon immer. Jedoch habe ich mich selbst nie näher damit beschäftigt und das Ganze eher verdrängt, sodass ich auch mein inneres Coming Out erst spät hatte. Im Nachhinein würde ich sagen mir fehlte eine Bezugsperson, die mir sagte, dass es auch LGBT-Menschen gibt und dieses auch vollkommen normal sei.
Selbst im Aufklärungsunterricht ging es nur um die Liebe zwischen Mann und Frau. Nie wurde darüber gesprochen, dass es auch Schwule, Lesben und Transgender gibt. Sowohl diese Information, als auch die AUFKLÄRUNG, dass es normal ist wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen lieben fehlte komplett.Die Folgen: Wörter wie "schwul", "Schwuchtel", "Homo" und "Homofürst" wurde als Schimpfwort oder als Ausdruck allen Übels benutzt. Auch die diversen Lehrer haben nichts dagegen unternommen. Vielleicht auch weil sie selbst nicht wussten, wie sie es anstellen sollten.
Inzwischen gibt es aber genug Vereine und Verbände, die ihre Hilfe anbieten und sogar extra Workshops für Schulen anbieten. Man muss nur den Kontakt aufbauen.
Den LSVD (Lesben- und Schwulenverband) gibt es seit dem 18.02.1990. Es gibt ihn also seit 25 Jahren. Der Verein ist demnach gerade mal zweieinhalb Jahre älter als ich selbst. In dieser Zeit hat sich der Verein für die Rechte von LGBT-Menschen bundesweit eingesetzt und auch schon einiges erreicht.Leider tun sich aber auch heute noch relativ viele schwer damit sich zu outen. Nicht nur, weil schwul oder Schwuchtel auch heute noch als Schimpfworte benutzt werde, sondern auch, weil das Themengebiet LGBT nur selten im Unterricht behandelt werden.
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Donnerstag, 30. Juli 2015
D wie Drogen I ABC eines Schwulen
Drogen. Berauschende Mittel. Wir alle werden sie schonmal zu uns genommen haben. Egal ob nun Meth, Ecstasy, Gras, LSD, Keta oder andere neumodische Drogen. Vielleicht war es aber auch eine der legalen Drogen wie Nikotin oder Alkohol. Letztere dürfen bei Partys auf gar keinen Fall fehlen.
Aber wo liegt der Sinn solcher Drogen? Welchen Anreiz haben diese für uns? Warum gibt es legale und illegale Drogen? Was macht eine Sucht aus und warum ist es so schwer davon runter zu kommen?
Warum wir Drogen zu uns nehmen kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Manche nehmen sie um irgendwie dazu zu gehören. Andere weil sie durch den Rausch ein ganz anderer Mensch werden. Und wieder andere wollen einfach nur abschalten, alles vergessen und einfach nur ein paar schöne Stunden genießen. Alle haben aber eines gemeinsam. Sie alle durchleben dabei einen Rausch. Für einen Moment entfliehen sie alle der Realität.
Auch ich hatte schon eine Phase in der ich alles vergessen wollte. Ich wollte der Realität entfliehen. Endlich nochmal ein paar Momente haben, in denen ich mir keine Sorgen über das Hier und Jetzt oder auch die Zukunft machen musste. Über Tage Wochen und Monate saß ich in meinem Zimmer. Allein - nur ich und der Alkohol. In den Sommermonaten war ich auch auf der Terrasse. Eine Zeit lang bin ich sogar zum Gelegenheitsraucher mutiert. Zigaretten hatten aber nie den Anreiz auf mich und sie hatten auch keine berauschende Wirkung. So habe ich dies auch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Nur der Alkohol, der blieb.
An solchen Abenden reichte es nicht zwei drei Bier zu trinken. Angefangen habe ich mit Wein. Aber auch dieser war relativ schnell leer. Ich griff zu härterem. Ich nahm alles was sich im Haus befand. Baileys, Amaretto, Ramazotti. Es war mir egal - Hauptsache Alkohol. Irgendwann fand ich mich in der Spirituosenabteilung. Kaufte was mir gefiel. Cognac, Rum, Whiskey ich habe wohl alles schon durch.
Es wurde zur Gewohnheit abends in einen Rausch zu verfallen. In diesem Rausch fühlte ich mich besser. Es schien eine art Lösung zu geben für all meine Probleme. Durch den Alkohol verlor ich meine extreme Schüchternheit.Schon lange hat mich diese gestört. Ich hatte immer den Wunsch so zu sein wie andere. Mich auch mal Dinge zu trauen, offener zu sein. Mit dem Alkohol hat dies funktioniert. Am liebsten wollte ich solche Rauschzustände immer haben. Ich befand mich in einer Sucht.
Eines Abends gestand ich mir selbst schwul zu sein. Es gab plötzlich andere Dinge die mich beschäftigten. Fragen wie: Kann ich tatsächlich schwul sein? Was bedeutet es schwul zu sein? Wie, wann und wo oute ich mich? Warum muss ich mich überhaupt outen? und und und. Zeitweise gingen die abendlichen Exzesse weiter, aber irgendwann wollte ich selbst das nicht mehr. Ich wollte endlich der sein der ich war. Ich hatte keine Lust mehr auf Versteckspielen.
Wenn man Drogen nimmt besteht immer die Gefahr einer Sucht. Egal ob sie nun legal sind oder nicht. Der einzige unterschied besteht nämlich darin, dass legale Drogen sowohl vom Gesetz her erlaubt sind, als auch in der Gesellschaft akzeptiert. Um nicht in eine Sucht zu verfallen sollte man natürlich erst gar keine Drogen nehmen, soviel steht fest. Aber auch ich weiß, dass das ziemlich schwer ist. Bis heute trinke ich immer noch Alkohol. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt sogar Wochen in denen ich gar kein Alkohol trinke. So beweise ich auch mir selbst nicht wieder in eine Sucht zu verfallen.
Jeder Mensch hat gute und schlechte Zeiten - auch ich. Es gibt Momente in denen ich mich sehr gerne betrinken würde. Statt zum Alkohol zu greifen gehe ich aber lieber an die frische Luft. Es hilft mir auf andere Gedanken zu kommen. Es gelingt mir nicht immer. Man muss eben lernen mit seiner Sucht umzugehen. Sie weg zusperren und vor jeder Versuchung zu fliehen ist meiner Meinung nach falsch. Man sollte eben offen über alles reden können. Wer ab und zu mal Drogen nimmt ist ja nicht gleich wieder süchtig.
Aber wo liegt der Sinn solcher Drogen? Welchen Anreiz haben diese für uns? Warum gibt es legale und illegale Drogen? Was macht eine Sucht aus und warum ist es so schwer davon runter zu kommen?
Warum wir Drogen zu uns nehmen kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Manche nehmen sie um irgendwie dazu zu gehören. Andere weil sie durch den Rausch ein ganz anderer Mensch werden. Und wieder andere wollen einfach nur abschalten, alles vergessen und einfach nur ein paar schöne Stunden genießen. Alle haben aber eines gemeinsam. Sie alle durchleben dabei einen Rausch. Für einen Moment entfliehen sie alle der Realität.
Auch ich hatte schon eine Phase in der ich alles vergessen wollte. Ich wollte der Realität entfliehen. Endlich nochmal ein paar Momente haben, in denen ich mir keine Sorgen über das Hier und Jetzt oder auch die Zukunft machen musste. Über Tage Wochen und Monate saß ich in meinem Zimmer. Allein - nur ich und der Alkohol. In den Sommermonaten war ich auch auf der Terrasse. Eine Zeit lang bin ich sogar zum Gelegenheitsraucher mutiert. Zigaretten hatten aber nie den Anreiz auf mich und sie hatten auch keine berauschende Wirkung. So habe ich dies auch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Nur der Alkohol, der blieb.
An solchen Abenden reichte es nicht zwei drei Bier zu trinken. Angefangen habe ich mit Wein. Aber auch dieser war relativ schnell leer. Ich griff zu härterem. Ich nahm alles was sich im Haus befand. Baileys, Amaretto, Ramazotti. Es war mir egal - Hauptsache Alkohol. Irgendwann fand ich mich in der Spirituosenabteilung. Kaufte was mir gefiel. Cognac, Rum, Whiskey ich habe wohl alles schon durch.
Es wurde zur Gewohnheit abends in einen Rausch zu verfallen. In diesem Rausch fühlte ich mich besser. Es schien eine art Lösung zu geben für all meine Probleme. Durch den Alkohol verlor ich meine extreme Schüchternheit.Schon lange hat mich diese gestört. Ich hatte immer den Wunsch so zu sein wie andere. Mich auch mal Dinge zu trauen, offener zu sein. Mit dem Alkohol hat dies funktioniert. Am liebsten wollte ich solche Rauschzustände immer haben. Ich befand mich in einer Sucht.
Eines Abends gestand ich mir selbst schwul zu sein. Es gab plötzlich andere Dinge die mich beschäftigten. Fragen wie: Kann ich tatsächlich schwul sein? Was bedeutet es schwul zu sein? Wie, wann und wo oute ich mich? Warum muss ich mich überhaupt outen? und und und. Zeitweise gingen die abendlichen Exzesse weiter, aber irgendwann wollte ich selbst das nicht mehr. Ich wollte endlich der sein der ich war. Ich hatte keine Lust mehr auf Versteckspielen.
Wenn man Drogen nimmt besteht immer die Gefahr einer Sucht. Egal ob sie nun legal sind oder nicht. Der einzige unterschied besteht nämlich darin, dass legale Drogen sowohl vom Gesetz her erlaubt sind, als auch in der Gesellschaft akzeptiert. Um nicht in eine Sucht zu verfallen sollte man natürlich erst gar keine Drogen nehmen, soviel steht fest. Aber auch ich weiß, dass das ziemlich schwer ist. Bis heute trinke ich immer noch Alkohol. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt sogar Wochen in denen ich gar kein Alkohol trinke. So beweise ich auch mir selbst nicht wieder in eine Sucht zu verfallen.
Jeder Mensch hat gute und schlechte Zeiten - auch ich. Es gibt Momente in denen ich mich sehr gerne betrinken würde. Statt zum Alkohol zu greifen gehe ich aber lieber an die frische Luft. Es hilft mir auf andere Gedanken zu kommen. Es gelingt mir nicht immer. Man muss eben lernen mit seiner Sucht umzugehen. Sie weg zusperren und vor jeder Versuchung zu fliehen ist meiner Meinung nach falsch. Man sollte eben offen über alles reden können. Wer ab und zu mal Drogen nimmt ist ja nicht gleich wieder süchtig.
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Montag, 27. Juli 2015
Hamburg zeigt Flagge
Es ist mal wieder soweit. Die zweite Fünfte Jahreszeit hat auch in Hamburg begonnen. Eine ganze Woche lang wird hier am Jungfernstieg gefeiert. Aber auch demonstriert. Für die Rechte von sogenannten LGBTI. Die CSD-Saison hat begonnen. In dieser Woche wird in Hamburg und Essen der Christopher Street Day gefeiert und zum Wochenende wird auch noch Nürnberg und Ulm dabei sein. Wer hier durch die Straßen gehen wird, wird eventuell auch auf den ein oder anderen Fahnenträger treffen. Für viele das Erkennungszeichen von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Dabei hat die Regenbogenfahne auch noch eine andere Bedeutung.
Die Geschichte der Regenbogenfahne
Bereits in den Bauernkriegen wurden der Bandschuh und die Regenbogenfahne zum Zeichen einer neuen Zeit, der Hoffnung Veränderung. Aber auch die Nationalflagge des Inkareiches trägt die Farben des Regenbogens, welche auch heute noch die Fahne der Stadt Cusco ist.
Seit dem Jahr 1961 ist die Regenbogenfahne zudem ein Symbol für die internationale Friedensbewegung. Sie wurde von dem Friedensaktivisten Aldo Capitini entworfen und kam bei einem Friedensmarsch am 24. September zum ersten Mal zum Einsatz.
2003 flatterte die Regenbogenfahne an italienischen Häuserwänden und Balkonen zum Zeichen des Protestes gegen den Irak-Krieg. So fand die Regenbogenfahne auch außerhalb Italiens Verbreitung und wurde in ganz Europa zum wichtigsten Symbol der Irakkriegs- und NATO-Gegner.
Greenpeace verwendet ebenso das Regenbogensymbol auf ihren Flaggen. Allerdings in Form eines siebenfarbigen Bogens. Verbunden damit ist eine indianische Regenbogenkrieger-Prophezeiung, welche sowohl Namensgebung als auch Identitätsstiftend ist für die Rainbow Family ist.
Auch die International Co-operativ Alliance (ICA), ein internationales Bündnis von Genossenschaften, verwendet seit 1925 den Regenbogen und die Regenbogenfahne mit sieben Farben. Um Verwechselungen vorzubeugen wird seit 2001 ein neues Symbol verwendet. Es zeigt einen sechsfarbigen Regenbogen, aus dem stilisierte Friedenstauben entstehen.
Seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Regenbogenfahne auch ein internationales schwul-lesbisches Symbol. Allerdings mit ein paar kleinen Veränderungen zur Regenbogenfahne der Friedensbewegung (PACE-Fahne).
- Dieses Regenbogenbanner hat nur sechs Farben
- Die Farbtöne sind in umgekehrter Richtung angeordnet, mit den Rottönen oben und den Blautönen unten.
- Sie trägt keinen Schriftzug
Diese Regenbogenfahne entwarf der amerikanische Künstler Gilbert Baker. Sie soll ein Symbol für lesbischen und schwulen Stolz darstellen und gleichzeitig die Vielfalt dieser Lebensweise. Daher dient sie auch heute gerne dazu, Andere auf die Vielfalt unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ganz nach dem Motto: "Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß."
Woraus die Regenbogenfahne letztlich hervorging ist umstritten. Es gibt aber Vermutungen, dass es aus dem Lied "Over the Rainbow" aus dem Film "Der Zauberer von OZ" hervorging. Einige Schwule trugen zum Begräbnis der Schauspielerin Judy Garland im Jahr 1969 bereits eine Regenbogenfahne mit sich. Es sollte wohl eine Anspielung auf eines ihrer bekanntesten Lieder "Over the Rainbow" sein. Sie singt über einen Ort, "an dem alles besser und gerechter ist".
Im Jahr 1996 wurde die Regenbogenfahne erstmals auf Vorschlag des Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg SVD (heute LSVD) an einem öffentlichen Gebäude gehisst. Anlass dazu war das Lesbisch-schwule Stadtfest und der Christopher Street Day Berlin.
Daraus entbrannte der sogenannte "Berliner Flaggenkrieg". Der damalige Berliner Innensenator Jörg Schönborn versuchte über Jahre hinweg die Hissung der Flaggen, mit Verweis auf die Berliner Flaggenverordnung, zu verhindern. Erfolglos.
Seit 2001 werden die Regenbogenfahnen gemeinsam mit dem regierenden Bürgermeister und Vertretern des LSVD jährlich zum Christopher Street Day gehisst.
Anfang Juni 2015 wurde die Fahne in die feste Kollektion des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.
Wie man sieht, hat die Regenbogenfahne eine lange Geschichte hinter sich. Sie ist eben nicht nur ein Symbol für die Schwul-lesbische Bewegung. Nein, sie ist vor allem auch ein Symbol für die Friedensbewegung.
Wer sich einmal in der LGBTI-Szene umsieht, der wird auch schnell merken, dass es nie um Frühsexualisierung von Kindern geht oder dass wir Menschen schwul/lesbisch machen wollen. Es geht auch nicht darum die Weltherrschaft an uns zu reißen oder andere schlimme Dinge zu tun. Auch wir LGBTI sind nur Menschen und wollen ebenso in Frieden leben. Die Regenbogenfahne ist dabei ein perfektes Symbol. Und auch zum HAMBURG PRIDE 2015 (CSD) werden wieder einige Fahnen an Balkonen und Fenstern hängen.
Montag, 20. Juli 2015
Lohnt es sich zu kämpfen?
Letztens war ich mal wieder häufiger in diversen Foren unterwegs. Natürlich gab es das ein oder andere Thema, welches mich interessierte. Themen, die gerne für sehr viel Diskussionsstoff sorgen oder bei denen es kein richtig oder falsch gibt. In einem Forum geht es eben auch immer um den offenen Meinungsaustausch. Es kann als eine Art Brainstorming genutzt werden, denn nur so lernt man die Denkweise anderer Menschen kennen. man lernt die Dinge vielleicht auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Während ich mir den ein oder anderen Beitrag durchlas, wurde ich auf einen der Diskussionsrunden besonders aufmerksam. Er war mit der Überschrift "Lohnt es sich zu kämpfen?" betitelt.
Der erste Gedanke der mir dabei durch den Kopf schoss war: "Warum nicht?" Und der zweite: "Es lohnt sich immer zu kämpfen?"
Aber meine Meinung allein zählt nicht, also las ich mir ein paar der Beiträge zu diesem Thema durch. Es ging um das schönste und gleichzeitig auch schlimmste Thema was einem passieren kann. Die Liebe. Man trifft auf einen Menschen, lernt sich kennen und ZACK verliebt man sich. Diese eine Person scheint gerade zu perfekt zu sein. Man schnackt Tag und Nacht zusammen. die Themen scheinen nie auszugehen. Man entwickelt Gefühle füreinander. Man schwebt auf Wolke sieben.
Bis zu diesem einen Moment. Dieser Moment, an dem man feststellt, dass sein Gegenüber nicht die gleichen Gefühle entwickelt hat wie man selbst. Oder zumindest noch nicht bereit für eine Beziehung ist. Plötzlich bekommt das Bild erste Risse. Der schöne Schein trügt. Es ist wohl doch nicht alles so perfekt. Hat man sich da vielleicht in etwas verrannt? War all die Mühe eventuell umsonst? Hat die große Liebe einen tatsächlich erblinden lassen? Hat sich mein Gegenüber auch verliebt? Lohnt es sich überhaupt zu kämpfen?
Ob sich nun zwei Menschen ineinander verlieben ist natürlich schwer zu beantworten. Gerade wenn diese Liebe auf immer und ewig halten soll. Dazu müsste man dann schon eine Wahrsagerin oder einen Wahrsager befragen und selbst die liegen ja auch mal daneben. Aber darum soll es hier auch nicht gehen. Ich weiß schließlich auch nicht wie sich die ganze Geschichte inzwischen weiterentwickelt hat. Was mich nun dazu getrieben hat etwas darüber zu schreiben war der Titel des Ganzen: "Lohnt es sich zu kämpfen?"
Aus meiner persönlichen Erfahrung muss ich sagen: "Ja, es lohnt sich." Dabei ist es auch egal um was oder um wen man kämpft. Denn nur wer kämpft, kann auch seine eigenen Wünsche und Ziele erreichen. Und wenn wir diese erreichen, werden wir auch glücklich.
Natürlich ist das Ganze nicht immer leicht. Man kann schließlich nicht immer Glück haben. Man muss auch mal die ein oder anderen Verluste oder Rückschläge ertragen. Es kann nicht alles perfekt sein. Auch wenn wir das gerne so hätten. Denn auch ein scheinbar perfekter Lebenslauf hat irgendwo seine schlechten Seiten. Wir Menschen tendieren nur dazu, immer das Gute zu sehen. Wenn also das nächste mal wieder etwas scheinbar perfekt aussieht, dann sollten wir uns die Frage stellen, ob dies tatsächlich der Fall ist? Gerade bei dem Thema Liebe sieht man oft nur die guten Seiten eines Menschen und hinterher sind wir ganz überrascht, dass es eben auch die schlechten gibt. Das sollte aber auf keinen Fall ein Grund dafür sein aufzugeben und evtl. sogar den Kontakt abzubrechen. Es lohnt sich schließlich immer zu kämpfen.
Montag, 4. Mai 2015
Sex Sex Sex Sex Sex...
Egal wo wir auch hinsehen, überall scheint es immer nur um das eine zu gehen. Wir leben in einer Gesellschaft, die an nichts anderes mehr denken kann. Man kann kaum noch einen Satz sagen, ohne dass ihn jemand falsch versteht. Es ist fast schon eine Sucht darüber zu sprechen.
Lange Zeit hat man sich noch nicht einmal getraut das Wort in den Mund zu nehmen. Es war nunmal ein Tabuthema. Man hat nicht darüber gesprochen. Ebenso wenig wie über die Kriegszeit. Natürlich hat man hier und da mal etwas gehört und irgendwie wurde das Thema doch angeschnitten, aber immer alles sehr wage und oberflächlich. Über mögliche Risiken wurde nicht geredet. Die Frau war des Mannes Untertan und hatte zu gehorchen.
Die Generation meiner Eltern gingen da schon eher auf das Thema ein. Sie haben selbst noch miterlebt, wie alles Tod geschwiegen wurde. Sie gehören aber auch zu der ersten Generation, welche die Anfänge des HI-Virus mitbekommen haben. Sie kennen die Folgen dieser Krankheit. Ihnen war klar, dass man das Thema Sex behandeln muss. Ihnen war wichtig, dass ihre Kinder aufgeklärt werden. Sie wollten nicht, dass sich ihre Kinder mit dem HI-Virus ansteckten. Damals war diese Krankheit noch tödlich. Heute haben HIV-Positive eine gleich hohe Lebenserwartung wie andere.
Die Hemmschwelle ist seitdem von Generation zu Generation gesunken. Für manche scheint es ein Thema wie jedes andere zu sein. Als ob es um den Wocheneinkauf im Supermarkt ginge.
Aber nicht nur Jugendliche sprechen plötzlich über Sex auch ältere Menschen sprechen nun darüber. Sogar im Altersheim gibt es den ein oder Anderen, welcher auf seine alten Tage noch mal etwas Schönes erleben möchte. Hier ist es aber immer noch ein Tabuthema. Unser Bild von alten Menschen muss nochmal überholt werden. Es sind eben nicht nur alte, gebrechliche Menschen die im Bett liegen und evtl. mal einen kleinen Spaziergang mit ihrem Rollator machen. Nein, auch sie haben noch gewisse Bedürfnisse. Doch Pfleger und Angehörige lernen erst langsam damit umzugehen. Vor allem bei Demenzkranken scheint dies häufiger der Fall zu sein. Die Pflegekräfte sind nicht ausreichend dafür ausgebildet. Es ist eine vollkommen neue Situation für sie, wenn der Patient Annäherungsversuche unternimmt. Dies geht so weit, dass sich manche Pfleger schon gar nicht mehr trauen bestimmte Patienten zu behandeln.
Catharina König ist ehemalige Steuerfachangestellte. Sie sagt selbst, dass sie "gut Menschen spüren" könne. So ist sie auch auf die Idee gekommen, als Sexualbegleiterin zu arbeiten. Anfangs hatte sie ausschließlich Menschen mit Behinderung als Kunden. Nach und nach sind aber auch Senioren hinzugekommen. Oft würden alte Menschen gar nicht mehr als körperliche Nähe wollen: "Ich nehme sie in den Arm, streichele, schaffe einen Raum von Intimität." Letztlich sind es nur Zeichen menschlicher Vertrautheit, für die im Alltagsbetrieb eines Heimes leider nur selten Zeit bleibt.
Catharina König erkundigt sich immer nach ein paar Tagen, wie ihre Dienstleistung gewirkt hat. Sie bekommt fast nur positive Rückmeldungen. Das Wohlbefinden nach Massagen oder intensiver Körpernähe halte oft länger als die Befriedigung nach einem Orgasmus. Geschlechts- und Oralverkehr bietet sie aber nicht an.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex eines der Hauptthemen überhaupt ist. Dabei denken wir alle zuerst an den Geschlechtsverkehr an sich. Dem zeugen von Kindern und der Befriedigung danach. Dass es aber auch andere Gründe geben kann, darauf kommt kaum jemand.
Die Universität Rostock hat kürzlich eine Studie zu Thema Liebe, Sex und Zärtlichkeiten herausgebracht. Es wurden insgesamt 194 Menschen im Alter von 74 Jahren befragt. Das Ergebnis: 91 Prozent der Männer und 81 Prozent der Frauen fanden Zärtlichkeiten wichtig. Knapp zwei Drittel der Männer fanden Sex wichtig oder sogar sehr wichtig. Bei den Frauen war der Trieb nicht mehr so ausgeprägt.
Vielleicht ist es langsam an der Zeit, dass wir anfangen umzudenken. Wenn wir über das Thema Sex nachdenken oder darüber Sprechen, dann sollten wir nicht immer nur den Geschlechtsverkehr an sich und die Befriedigung danach betrachten. Es sind auch die Zärtlichkeiten die wir austauschen. Die Nähe zu einem anderen Menschen.
Lange Zeit hat man sich noch nicht einmal getraut das Wort in den Mund zu nehmen. Es war nunmal ein Tabuthema. Man hat nicht darüber gesprochen. Ebenso wenig wie über die Kriegszeit. Natürlich hat man hier und da mal etwas gehört und irgendwie wurde das Thema doch angeschnitten, aber immer alles sehr wage und oberflächlich. Über mögliche Risiken wurde nicht geredet. Die Frau war des Mannes Untertan und hatte zu gehorchen.
Die Generation meiner Eltern gingen da schon eher auf das Thema ein. Sie haben selbst noch miterlebt, wie alles Tod geschwiegen wurde. Sie gehören aber auch zu der ersten Generation, welche die Anfänge des HI-Virus mitbekommen haben. Sie kennen die Folgen dieser Krankheit. Ihnen war klar, dass man das Thema Sex behandeln muss. Ihnen war wichtig, dass ihre Kinder aufgeklärt werden. Sie wollten nicht, dass sich ihre Kinder mit dem HI-Virus ansteckten. Damals war diese Krankheit noch tödlich. Heute haben HIV-Positive eine gleich hohe Lebenserwartung wie andere.
Die Hemmschwelle ist seitdem von Generation zu Generation gesunken. Für manche scheint es ein Thema wie jedes andere zu sein. Als ob es um den Wocheneinkauf im Supermarkt ginge.Aber nicht nur Jugendliche sprechen plötzlich über Sex auch ältere Menschen sprechen nun darüber. Sogar im Altersheim gibt es den ein oder Anderen, welcher auf seine alten Tage noch mal etwas Schönes erleben möchte. Hier ist es aber immer noch ein Tabuthema. Unser Bild von alten Menschen muss nochmal überholt werden. Es sind eben nicht nur alte, gebrechliche Menschen die im Bett liegen und evtl. mal einen kleinen Spaziergang mit ihrem Rollator machen. Nein, auch sie haben noch gewisse Bedürfnisse. Doch Pfleger und Angehörige lernen erst langsam damit umzugehen. Vor allem bei Demenzkranken scheint dies häufiger der Fall zu sein. Die Pflegekräfte sind nicht ausreichend dafür ausgebildet. Es ist eine vollkommen neue Situation für sie, wenn der Patient Annäherungsversuche unternimmt. Dies geht so weit, dass sich manche Pfleger schon gar nicht mehr trauen bestimmte Patienten zu behandeln.
Catharina König ist ehemalige Steuerfachangestellte. Sie sagt selbst, dass sie "gut Menschen spüren" könne. So ist sie auch auf die Idee gekommen, als Sexualbegleiterin zu arbeiten. Anfangs hatte sie ausschließlich Menschen mit Behinderung als Kunden. Nach und nach sind aber auch Senioren hinzugekommen. Oft würden alte Menschen gar nicht mehr als körperliche Nähe wollen: "Ich nehme sie in den Arm, streichele, schaffe einen Raum von Intimität." Letztlich sind es nur Zeichen menschlicher Vertrautheit, für die im Alltagsbetrieb eines Heimes leider nur selten Zeit bleibt.
Catharina König erkundigt sich immer nach ein paar Tagen, wie ihre Dienstleistung gewirkt hat. Sie bekommt fast nur positive Rückmeldungen. Das Wohlbefinden nach Massagen oder intensiver Körpernähe halte oft länger als die Befriedigung nach einem Orgasmus. Geschlechts- und Oralverkehr bietet sie aber nicht an.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex eines der Hauptthemen überhaupt ist. Dabei denken wir alle zuerst an den Geschlechtsverkehr an sich. Dem zeugen von Kindern und der Befriedigung danach. Dass es aber auch andere Gründe geben kann, darauf kommt kaum jemand.
Die Universität Rostock hat kürzlich eine Studie zu Thema Liebe, Sex und Zärtlichkeiten herausgebracht. Es wurden insgesamt 194 Menschen im Alter von 74 Jahren befragt. Das Ergebnis: 91 Prozent der Männer und 81 Prozent der Frauen fanden Zärtlichkeiten wichtig. Knapp zwei Drittel der Männer fanden Sex wichtig oder sogar sehr wichtig. Bei den Frauen war der Trieb nicht mehr so ausgeprägt.
Vielleicht ist es langsam an der Zeit, dass wir anfangen umzudenken. Wenn wir über das Thema Sex nachdenken oder darüber Sprechen, dann sollten wir nicht immer nur den Geschlechtsverkehr an sich und die Befriedigung danach betrachten. Es sind auch die Zärtlichkeiten die wir austauschen. Die Nähe zu einem anderen Menschen.
Montag, 20. April 2015
Homosexualität - Krankheit? Erblich? oder doch von Gott gewollt?
Manchmal frage ich mich, ob die Menschen überhaupt wissen was sie so alles von sich geben. Ob sie sich je mit dem jeweiligen Thema näher beschäftigt haben und auch wissen, worum es nun eigentlich geht. Bei der ein oder anderen Aussage habe ich da doch meine Zweifel.
Vor einiger Zeit hat der NDR eine Reportage mit dem Titel "Die Schwulenheiler" ausgestrahlt. Nun wurde auch der zweite Teil "Die Schwulenheiler 2" gesendet. Als ich mir die Reihe angeschaut habe, kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Was da für Meinungen vertreten wurden ist erschreckend.
Ich kann durchaus verstehen, dass Heterosexuelle es nicht verstehen, wie man sich in das gleiche Geschlecht verlieben kann. Ebenso wenig kann aber auch ein Homosexueller nicht verstehen, dass man sich in das andere Geschlecht verliebt. Aber muss man deswegen gleich auf die Straßen gehen und gegen die gleichgeschlechtliche Liebe demonstrieren? Was macht manchen Menschen solche Angst, wenn Schwule, Lesben und Transsexuelle die gleichen Rechte bekommen würden? Ist der Paragraf 175 wirklich noch so tief in den Köpfen der Menschen verankert? Wird Homosexualität tatsächlich noch als Krankheit angesehen?
Ja, leider wird sie von manchen noch als Krankheit angesehen. Es gibt tatsächlich Leute, die einem raten einen Arzt auf zu suchen und sich von seiner nicht-heterosexualität heilen zu lassen. Als ob dass nicht schon schlimm genug sei, gibt es sogar Ärzte die damit werben, einen Menschen von seiner Homosexualität befreien zu können. Garantien dafür gibt es natürlich keine. Im Gegenteil. Es wird sogar davon abgeraten solche Ärzte und Therapeuten zu konsultieren. Die Folgen einer gescheiterten Therapie sind gigantisch. So kann es beispielsweise zu starken Depressionen, Suizidgedanken oder auch zum Suizid selbst kommen.
Eines steht jedenfalls fest, Homosexualität ist keine Krankheit, dass sieht sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) so. Im aktuellen ICD-10 wird Homosexualität nicht mehr als Krankheit aufgeführt. Somit steht auch fest, dass man davon nicht geheilt werden kann, schließlich ist es nicht ungesund einen Menschen zu lieben, egal welchen Geschlechts.
Dennoch stellt man sich immer wieder die Frage: Woher kommt die Homosexualität? Wenn es schon keine Krankheit sein kann, was ist es dann? Ist es evtl. erblich bedingt?
Tatsächlich haben sich schon einige Forscher an diese Frage heran getraut. Denn eines machte sie nachdenklich. Es gibt immer wieder Familienstammbäume, wo es gehäuft Schwule und Lesben gibt. Ist Homosexualität also erblich?
Bisher waren die Antworten weniger befriedigend. Es werden zwar die wildesten Theorien entwickelt, wie es zu homosexuellem Verhalten kommen kann. Das "Schwulengen" wurde bisher aber noch nicht entdeckt.
Selbst wenn es erblich bedingt wäre, was würde das bedeuten? Habe ich mir meine Gene ausgesucht? Habe ich mir meine Familie ausgesucht? Soll ich meiner Familie nun die Schuld geben, dass ich schwul bin? Nach dem Motto: "Kinder kann man abtreiben, Eltern leider nicht."
Wenn man sich die Reportagen des NDR mal anschaut stellt man fest, dass die Schwulenheiler oft in Verbindung mit der Kirche stehen. Liegt hier vielleicht des Rätsels Lösung? Kann man in der Bibel, dem Wort Gottes, eine Antwort erhalten? Was steht eigentlich in der heiligen Schrift?
An einem solchen Punkt, weiß ich nie, was ich sagen soll. Bin ich nun ein gläubiger Mensch? Befolge ich die Regeln Gottes? Oder gehöre ich doch eher zu den Atheisten? Diejenigen, die sich von Gott abgewandt haben und sich seiner Gebote widersetzen?
Mein Konfirmationsunterricht ist nun schon ein paar Jahre alt und als Teenager widmet man seine Aufmerksamkeit eher anderen Dingen zu als dem Pastor. Soweit ich mich aber erinnern kann hat Jesu die Nächstenliebe gepredigt, sowie den Armen und Kranken geholfen.
Passend zum Thema waren am Samstag Baptisten an den Landungsbrücken. Natürlich habe ich mich etwas Abseits hingestellt und dem Ganzen gelauscht. Die Grundhaltung war wie bei jeder kirchlichen Organisation. Alle sind Sünder und nur wenn man sich Gott zuwendet, hat man eine Chance auf Erlösung.
Wenn dies also eine Voraussetzung für den Glauben ist, dann kann ich auch weiterhin als schwuler leben und sagen ich hätte meine eigene Glaubensrichtung. Woher wollen wir schon wissen, was Gott vor tausenden von Jahren einmal gesagt haben soll? Wie oft wurde die Bibel übersetzt? Ist eine Übersetzung nicht auch immer eine Interpretation des Übersetzers? Wie viele unterschiedliche Fassungen gibt es von der Bibel? Welche ist nun die richtige? Wir alle kennen das Spiel 'Stille Post' und immer wieder wundern wir uns, was am Ende heraus kommt. Wieso sollte es bei der Bibel anders sein?
Wenn es nun einen allmächtigen Gott gibt und er tatsächlich allwissend ist, dann wusste er was er tat. Als er Adam eine Frau gab, hätte er wissen müssen, dass es sowohl hetero- als auch homosexuelles Verhalten geben wird. Gott schuf den Menschen schließlich am sechsten Tag. Da hatte er genug Zeit die Tiere und ihr Verhalten zu studieren. In der Tierwelt ist Homosexualität nämlich kein Tabu. Und wir sollten uns immer vor Augen halten: Unsere genetischen Übereinstimmungen mit Affen oder Schweinen ist enorm hoch.
Wenn Gott dies wusste, dann hat er auch uns Homosexuelle gewollt. Die Mahnung, dass Homosexualität also eine Sünde sei, soll uns also eher darauf aufmerksam machen, dass wir uns Fortpflanzen sollen und die Menschheit nie aussterbe. Kinder entstehen eben nur wenn Mann und Frau sich lieben. Es bedeutet aber nicht, dass sich zwei Frauen oder zwei Männer nicht lieben dürfen.
Vor einiger Zeit hat der NDR eine Reportage mit dem Titel "Die Schwulenheiler" ausgestrahlt. Nun wurde auch der zweite Teil "Die Schwulenheiler 2" gesendet. Als ich mir die Reihe angeschaut habe, kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Was da für Meinungen vertreten wurden ist erschreckend.
Ich kann durchaus verstehen, dass Heterosexuelle es nicht verstehen, wie man sich in das gleiche Geschlecht verlieben kann. Ebenso wenig kann aber auch ein Homosexueller nicht verstehen, dass man sich in das andere Geschlecht verliebt. Aber muss man deswegen gleich auf die Straßen gehen und gegen die gleichgeschlechtliche Liebe demonstrieren? Was macht manchen Menschen solche Angst, wenn Schwule, Lesben und Transsexuelle die gleichen Rechte bekommen würden? Ist der Paragraf 175 wirklich noch so tief in den Köpfen der Menschen verankert? Wird Homosexualität tatsächlich noch als Krankheit angesehen?
Ja, leider wird sie von manchen noch als Krankheit angesehen. Es gibt tatsächlich Leute, die einem raten einen Arzt auf zu suchen und sich von seiner nicht-heterosexualität heilen zu lassen. Als ob dass nicht schon schlimm genug sei, gibt es sogar Ärzte die damit werben, einen Menschen von seiner Homosexualität befreien zu können. Garantien dafür gibt es natürlich keine. Im Gegenteil. Es wird sogar davon abgeraten solche Ärzte und Therapeuten zu konsultieren. Die Folgen einer gescheiterten Therapie sind gigantisch. So kann es beispielsweise zu starken Depressionen, Suizidgedanken oder auch zum Suizid selbst kommen.
Eines steht jedenfalls fest, Homosexualität ist keine Krankheit, dass sieht sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) so. Im aktuellen ICD-10 wird Homosexualität nicht mehr als Krankheit aufgeführt. Somit steht auch fest, dass man davon nicht geheilt werden kann, schließlich ist es nicht ungesund einen Menschen zu lieben, egal welchen Geschlechts.
Dennoch stellt man sich immer wieder die Frage: Woher kommt die Homosexualität? Wenn es schon keine Krankheit sein kann, was ist es dann? Ist es evtl. erblich bedingt?
Tatsächlich haben sich schon einige Forscher an diese Frage heran getraut. Denn eines machte sie nachdenklich. Es gibt immer wieder Familienstammbäume, wo es gehäuft Schwule und Lesben gibt. Ist Homosexualität also erblich?
Bisher waren die Antworten weniger befriedigend. Es werden zwar die wildesten Theorien entwickelt, wie es zu homosexuellem Verhalten kommen kann. Das "Schwulengen" wurde bisher aber noch nicht entdeckt.
Selbst wenn es erblich bedingt wäre, was würde das bedeuten? Habe ich mir meine Gene ausgesucht? Habe ich mir meine Familie ausgesucht? Soll ich meiner Familie nun die Schuld geben, dass ich schwul bin? Nach dem Motto: "Kinder kann man abtreiben, Eltern leider nicht."
Wenn man sich die Reportagen des NDR mal anschaut stellt man fest, dass die Schwulenheiler oft in Verbindung mit der Kirche stehen. Liegt hier vielleicht des Rätsels Lösung? Kann man in der Bibel, dem Wort Gottes, eine Antwort erhalten? Was steht eigentlich in der heiligen Schrift?
An einem solchen Punkt, weiß ich nie, was ich sagen soll. Bin ich nun ein gläubiger Mensch? Befolge ich die Regeln Gottes? Oder gehöre ich doch eher zu den Atheisten? Diejenigen, die sich von Gott abgewandt haben und sich seiner Gebote widersetzen?
Mein Konfirmationsunterricht ist nun schon ein paar Jahre alt und als Teenager widmet man seine Aufmerksamkeit eher anderen Dingen zu als dem Pastor. Soweit ich mich aber erinnern kann hat Jesu die Nächstenliebe gepredigt, sowie den Armen und Kranken geholfen.
Passend zum Thema waren am Samstag Baptisten an den Landungsbrücken. Natürlich habe ich mich etwas Abseits hingestellt und dem Ganzen gelauscht. Die Grundhaltung war wie bei jeder kirchlichen Organisation. Alle sind Sünder und nur wenn man sich Gott zuwendet, hat man eine Chance auf Erlösung.
Wenn dies also eine Voraussetzung für den Glauben ist, dann kann ich auch weiterhin als schwuler leben und sagen ich hätte meine eigene Glaubensrichtung. Woher wollen wir schon wissen, was Gott vor tausenden von Jahren einmal gesagt haben soll? Wie oft wurde die Bibel übersetzt? Ist eine Übersetzung nicht auch immer eine Interpretation des Übersetzers? Wie viele unterschiedliche Fassungen gibt es von der Bibel? Welche ist nun die richtige? Wir alle kennen das Spiel 'Stille Post' und immer wieder wundern wir uns, was am Ende heraus kommt. Wieso sollte es bei der Bibel anders sein?
Wenn es nun einen allmächtigen Gott gibt und er tatsächlich allwissend ist, dann wusste er was er tat. Als er Adam eine Frau gab, hätte er wissen müssen, dass es sowohl hetero- als auch homosexuelles Verhalten geben wird. Gott schuf den Menschen schließlich am sechsten Tag. Da hatte er genug Zeit die Tiere und ihr Verhalten zu studieren. In der Tierwelt ist Homosexualität nämlich kein Tabu. Und wir sollten uns immer vor Augen halten: Unsere genetischen Übereinstimmungen mit Affen oder Schweinen ist enorm hoch.
Wenn Gott dies wusste, dann hat er auch uns Homosexuelle gewollt. Die Mahnung, dass Homosexualität also eine Sünde sei, soll uns also eher darauf aufmerksam machen, dass wir uns Fortpflanzen sollen und die Menschheit nie aussterbe. Kinder entstehen eben nur wenn Mann und Frau sich lieben. Es bedeutet aber nicht, dass sich zwei Frauen oder zwei Männer nicht lieben dürfen.
Montag, 30. März 2015
Suizid - und plötzlich war alles anders
Warum ist das passiert? Wieso hat er das getan? Er war doch immer so ein glücklicher Mensch. Warum hab ich nichts bemerkt? Wäre er vielleicht noch am Leben, wenn ich mich anders verhalten hätte? Was hätte ich anders machen können? Bin ich schuld am Tod meines Kindes? Hat es vielleicht wegen mir den Suizid gewählt? Warum ist er mit seinen Sorgen nicht zu mir gekommen?
All dies sind Fragen die sich Angehörige von Suizidanten stellen werden. Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt und die man für den Rest seines Lebens mit sich herum tragen wird. Vor allem die Frage nach der Schuld. Wer hat mein Kind in den Suizid getrieben? War ich es vielleicht?
Etwa 10.000 Menschen bringen sich jährlich in Deutschland um. Allein 200 davon sind jünger als 20 Jahre. Bedauerlicherweise sind diese Zahlen in den letzten Jahren auch relativ stabil geblieben. Bei jungen Menschen gehört der Suizid sogar zur häufigsten Todesursache. 30 bis 40 Prozent der jungen Menschen kommen auf den Gedanken, sich umzubringen. Vier bis sechs Prozent versuchen es sogar.
Woran liegt es, dass sich so viele Menschen das Leben nehmen wollen? Was muss man erlebt haben, um den Tod als einzigen Ausweg zu sehen? Erwarten wir manchmal zu viel von unseren Mitmenschen? Drängen wir sie vielleicht in ein Leben, was sie gar nicht führen wollen?
Ein Artikel im Spiegel (Heft-Nr.: 12, vom 14.03.2015) handelt über das Thema Suizid. Seit über sechs Jahren versucht ein Vater den Suizid seines Sohnes zu verarbeiten. Er will verstehen, warum sich sein Sohn das Leben genommen hat. Aber anstatt Antworten zu erhalten, stellen sich nur noch mehr Fragen. Weder die Schule, noch das Jugendamt wollen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch nachdem der Vater ein Buch verfasst hat und sich an den Spiegel gewandt hat, bleiben die Fragen weiter offen?
An das Thema Suizid wagt sich keiner heran. Es ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Irgendwie ist dies auch verständlich. Wenn es um den Suizid eines Menschen geht, geht es auch immer um die Frage der Schuld. Und die möchte keiner haben. Niemand möchte Schuld am Tod eines Menschen haben.
Aber ist es wirklich richtig das Ganze Tod zu schweigen?
Nein, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Helmut Braun-Scharm. "Es ist wichtig, öffentlich über das Thema zu sprechen. Nur so können wir die Jugendlichen dazu bringen, sich damit auseinanderzusetzen."
Bei solchen Tabuthemen glaubt man oft, dass man alleine sei. Als ob man nur einer unter Tausenden oder gar Millionen sei. Oft stellt man aber fest, dass dem gar nicht so ist. Meist sind mehr Menschen betroffen als man glaubt. Allein diese Tatsache gibt einem Mut und Kraft über die unmöglichsten Dinge zu sprechen.
Wer weiß schon welcher unserer Mitmenschen suizidgefährdet ist? Ein Nachbar? Ein Mitschüler? Ein Kommilitone? Vielleicht sogar einer unserer Eltern, Geschwister oder Kinder? Es könnte jeder sein. Was einen Menschen nun dazu bringt den Tod zu wählen, kann man wohl nie mit Gewissheit sagen oder an einer bestimmte Sache fest machen. Aber vielleicht bekommt der ein oder andere neuen Lebensmut, wenn man ihm zeigt, dass man ihn liebt und wertschätzt. Dass man gerne und viel Zeit mit ihm verbringt. Dass der Mensch eben nicht nur ein Lebewesen ist, welches zu funktionieren hat.
All dies sind Fragen die sich Angehörige von Suizidanten stellen werden. Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt und die man für den Rest seines Lebens mit sich herum tragen wird. Vor allem die Frage nach der Schuld. Wer hat mein Kind in den Suizid getrieben? War ich es vielleicht?
Etwa 10.000 Menschen bringen sich jährlich in Deutschland um. Allein 200 davon sind jünger als 20 Jahre. Bedauerlicherweise sind diese Zahlen in den letzten Jahren auch relativ stabil geblieben. Bei jungen Menschen gehört der Suizid sogar zur häufigsten Todesursache. 30 bis 40 Prozent der jungen Menschen kommen auf den Gedanken, sich umzubringen. Vier bis sechs Prozent versuchen es sogar.
Woran liegt es, dass sich so viele Menschen das Leben nehmen wollen? Was muss man erlebt haben, um den Tod als einzigen Ausweg zu sehen? Erwarten wir manchmal zu viel von unseren Mitmenschen? Drängen wir sie vielleicht in ein Leben, was sie gar nicht führen wollen?
Ein Artikel im Spiegel (Heft-Nr.: 12, vom 14.03.2015) handelt über das Thema Suizid. Seit über sechs Jahren versucht ein Vater den Suizid seines Sohnes zu verarbeiten. Er will verstehen, warum sich sein Sohn das Leben genommen hat. Aber anstatt Antworten zu erhalten, stellen sich nur noch mehr Fragen. Weder die Schule, noch das Jugendamt wollen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch nachdem der Vater ein Buch verfasst hat und sich an den Spiegel gewandt hat, bleiben die Fragen weiter offen?
An das Thema Suizid wagt sich keiner heran. Es ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Irgendwie ist dies auch verständlich. Wenn es um den Suizid eines Menschen geht, geht es auch immer um die Frage der Schuld. Und die möchte keiner haben. Niemand möchte Schuld am Tod eines Menschen haben.
Aber ist es wirklich richtig das Ganze Tod zu schweigen?
Nein, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Helmut Braun-Scharm. "Es ist wichtig, öffentlich über das Thema zu sprechen. Nur so können wir die Jugendlichen dazu bringen, sich damit auseinanderzusetzen."
Bei solchen Tabuthemen glaubt man oft, dass man alleine sei. Als ob man nur einer unter Tausenden oder gar Millionen sei. Oft stellt man aber fest, dass dem gar nicht so ist. Meist sind mehr Menschen betroffen als man glaubt. Allein diese Tatsache gibt einem Mut und Kraft über die unmöglichsten Dinge zu sprechen.
"Das Sterben der Seele beginnt nicht mit dem Verlust des Lebens,
sondern mit dem fehlen von Liebe."
Wer weiß schon welcher unserer Mitmenschen suizidgefährdet ist? Ein Nachbar? Ein Mitschüler? Ein Kommilitone? Vielleicht sogar einer unserer Eltern, Geschwister oder Kinder? Es könnte jeder sein. Was einen Menschen nun dazu bringt den Tod zu wählen, kann man wohl nie mit Gewissheit sagen oder an einer bestimmte Sache fest machen. Aber vielleicht bekommt der ein oder andere neuen Lebensmut, wenn man ihm zeigt, dass man ihn liebt und wertschätzt. Dass man gerne und viel Zeit mit ihm verbringt. Dass der Mensch eben nicht nur ein Lebewesen ist, welches zu funktionieren hat.
Montag, 23. März 2015
Wenn Vorurteile einem das Leben schwer machen
Ich bin Student, schwul und Waldorfschüler. Letzteres bin ich gewesen, schließlich habe ich die Schulzeit erfolgreich hinter mich gebracht. Aber wie heißt es so schön: "Einmal Waldi, immer Waldi." Das stört mich auch nicht im geringsten. Im Gegenteil, ich bin sogar ein wenig stolz darauf, dass ich auf eine Waldorfschule gehen durfte.
Aber zurück zum Thema. Die oben genannten Gruppen sind von Vorurteilen geplagt. Studenten haben ständig Freizeit, feiern am Wochenende bis tief in die Nacht und haben eigentlich keine Ahnung vom wahren Leben. So scheinen einige zumindest zu denken. Gerade im vergangenen Jahr ist mir das sehr aufgefallen. Immer wieder hieß es: "Kannst du nicht mal..." oder "Du bist doch Student und hast Zeit..." Niemand scheint sich zu fragen, dass das Studentenleben nicht nur aus Besäufnissen und spätem Aufstehen besteht, sondern hier und da auch ganz schön viel Arbeit bedeutet. Manchmal sitzt man eben bis spät in die Nacht am Schreibtisch um ein Projekt fertig zu stellen oder man steht morgens früh auf, und dass auch am Wochenende.
Aber zurück zum Thema. Die oben genannten Gruppen sind von Vorurteilen geplagt. Studenten haben ständig Freizeit, feiern am Wochenende bis tief in die Nacht und haben eigentlich keine Ahnung vom wahren Leben. So scheinen einige zumindest zu denken. Gerade im vergangenen Jahr ist mir das sehr aufgefallen. Immer wieder hieß es: "Kannst du nicht mal..." oder "Du bist doch Student und hast Zeit..." Niemand scheint sich zu fragen, dass das Studentenleben nicht nur aus Besäufnissen und spätem Aufstehen besteht, sondern hier und da auch ganz schön viel Arbeit bedeutet. Manchmal sitzt man eben bis spät in die Nacht am Schreibtisch um ein Projekt fertig zu stellen oder man steht morgens früh auf, und dass auch am Wochenende.
Im Moment sind Semesterferien oder Neudeutsch: Vorlesungsfreie Zeit. Es sind nämlich keine richtigen Ferien. Im Gegenteil. Für mich bedeutet dass verstärkt arbeiten gehen, Scheine/Klausuren vorbereiten und schließlich auch schreiben. Ich möchte schließlich nicht nur bestehen, sondern auch noch ein gutes Ergebnis abliefern. Das alles unter einen Hut zu bringen ist da nicht immer so leicht wie es aussieht.
Zum Glück endet meine verstärkte Arbeitsphase nun auch und ich freue mich schon, wenn ich alle Scheine geschrieben habe und endlich ein paar freie Tage über Ostern habe. Nicht falsch verstehen ich arbeite gerne. Vor allem hier in Hamburg. Es gibt zwar immer wieder Dinge über die ich mich aufrege, aber letztlich bin ich doch zufrieden. Zumal die Kollegen hier um einiges netter und freundlicher sind. Hier trifft man sich eben auch mal und schnackt über das eine oder andere Thema.
So auch in der vergangenen Woche. Irgendwie sind wir auf das Thema Schule und Waldorfschule gekommen. Somit kam natürlich auch die wunderschöne und wohl nie endende Frage: "Kannst du deinen Namen tanzen?" Nur vorab: Ja, ich kann auch meinen Namen tanzen, genauso wie jeden anderen. Ich könnte mich sogar mit anderen Waldorfschülern so unterhalten. Ich habe auch einen Waldorfabschluss gemacht und somit sogar die Lizenz dazu.
Die Reaktionen auf mein "Outing" als Wladorfschüler waren wie üblich. Ein Teil hat nichts gesagt, Manche zeigten Interesse, wo nun der Unterschied zur "normalen" Schule sei und natürlich auch die Gegenreaktion. Diejenigen, welche die Schule schlecht reden. "Da lernen die Kinder dann ihren Namen tanzen und kriegen sonst nicht viel auf die Reihe." So oder so ähnlich war der Kommentar, den ich letzte Woche zu hören bekommen habe. Mit meinem geschulten Gehör habe ich das einfach überhört und dem Kollegen die Unterschiede verdeutlicht oder bessert gesagt, wie es auf einer Waldorfschule zugeht. Ich war nämlich nie auf einer "normalen" Schule und kann daher auch keinen Vergleich ziehen.
Vielleicht wird der ein oder andere Kollege nun anders auf die Waldorfschule blicken. Ich habe schließlich schon oft mitbekommen, dass die Menschen sich nie richtig mit einem solchen Thema auseinandergesetzt haben. Die Klischees halten sich eben, weil sich jemand nicht intensiv genug mit einem Thema beschäftigt.
Vielleicht wird der ein oder andere Kollege nun anders auf die Waldorfschule blicken. Ich habe schließlich schon oft mitbekommen, dass die Menschen sich nie richtig mit einem solchen Thema auseinandergesetzt haben. Die Klischees halten sich eben, weil sich jemand nicht intensiv genug mit einem Thema beschäftigt.
Was mich zudem immer wieder aufregt ist, dass sich relativ viele Menschen an Vorurteile klammern. Menschen, die eigentlich keine Ahnung von der Wahrheit haben und somit anderen Menschen das Leben unnötig schwer machen. Es mag sein, dass sich hier und da mal ein Klischee bestätigt, aber was sagt ein Mensch schon über eine ganze Gruppe aus? Sind Vorurteile und Klischees überhaupt haltbar? Warum glauben so viele überhaupt an Vorurteile? Warum trauen sich manche nicht auch mal selbst Recherchen anzustellen? Haben Sie vielleicht angst diskriminiert zu werden? Wenn ja, warum diskriminieren sie dann selbst andere Menschen?
Montag, 16. März 2015
Die Macht der Medien
Am vergangenen Montag hat Apple neue Produkte vorgestellt. Ich, als bekennender Apple-Freak, habe das Event natürlich im Internet verfolgt. Alle vorgestellten Produkte sind dünner, schneller, leichter und haben zudem noch das ein oder andere neue Feature. Überall wird nur das Beste Material verbaut. Die Benutzung soll noch leichter werden. Alles scheint perfekt, man kann die Produkte sogar schon vorbestellen.
Ein Highlight war natürlich die Apple Watch. Auch ich war am überlegen mir eine zu kaufen, aber irgendwie bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich dieses Produkt nicht brauche. Ich kann dann zwar sagen, dass ich mit zu den ersten gehöre, die eine Apple Watch haben, aber davon kann ich mir auch nichts kaufen. Solange ich noch keinen höheren Nutzen von dieser Uhr habe, brauche ich diese auch nicht. Alles was die Uhr kann, kann auch ein iPhone - und das habe ich.
Aber woher kommt dann das Verlangen ein neues Produkt zu haben? Warum wollte ich diese Uhr haben? Habe ich nicht schon genug Apple Produkte? Bin ich nicht schon oft genug im Internet? Verbringe ich nicht schon genug Zeit mit den Geräten?
Ein Highlight war natürlich die Apple Watch. Auch ich war am überlegen mir eine zu kaufen, aber irgendwie bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich dieses Produkt nicht brauche. Ich kann dann zwar sagen, dass ich mit zu den ersten gehöre, die eine Apple Watch haben, aber davon kann ich mir auch nichts kaufen. Solange ich noch keinen höheren Nutzen von dieser Uhr habe, brauche ich diese auch nicht. Alles was die Uhr kann, kann auch ein iPhone - und das habe ich.
Aber woher kommt dann das Verlangen ein neues Produkt zu haben? Warum wollte ich diese Uhr haben? Habe ich nicht schon genug Apple Produkte? Bin ich nicht schon oft genug im Internet? Verbringe ich nicht schon genug Zeit mit den Geräten?
"Du bist zu jederzeit online
als stets erreichbar
doch eigentlich nie wirklich da"
- Der Typ im Spiegel von Roger Cicero
Egal wo man heute hinsieht, fast jeder hat heutzutage ein Smartphone. Und das verweilt nicht wie früher einmal die Handys in der Hosentasche. Nein, ein Smartphone hält man in der Hand. Man surft im Internet. Schaut bei Facebook, Twitter, Instagram und co. vorbei. Man schreibt sich über diverse Messenger oder spricht mit seinem Handy, damit der Empfänger auch noch die Stimme hören kann. Dass man mit den Geräten auch noch telefonieren kann, scheint eigentlich überflüssig zu sein. Schreiben kann man schließlich mit mehreren Personen gleichzeitig und dass auch noch über unterschiedliche Themen.
Man könnte also sagen, dass das Smartphone eine Bereicherung für unser Gesellschaftsleben ist. Nie zuvor war es wichtiger möglichst viele Follower, Abonnenten, Likes oder Freunde auf den verschiedenen sozialen Netzwerken zu haben. Auf dem Schulhof verabredet man sich nicht mehr, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Nein, das Gesprächsthema lautet da schon eher wer wie viele Follower hat und wen man gerade wieder übertroffen hat. Längst sind die sozialen Netzwerke zu einer Volksdroge geworden. Wer einmal damit angefangen hat kommt da so leicht nicht mehr raus.
Auch ich gehöre zu diesen Internetjunkies. Ich bin ständig auf den sozialen Netzwerken unterwegs. Wenn ich längere Zeit mal nicht online war, komme ich mir vor wie auf Entzug. Ich habe Angst eine wichtige Nachricht vielleicht nie zu erhalten. Ständig online. Ständig erreichbar. Aber wirklich da bin ich eher selten.
Wir leben in einer Gesellschaft, die abhängig ist. Nicht etwa von Zigaretten, Alkohol und Drogen. Nein, wir sind abhängig von den diversen Medien und technischen Errungenschaften. Wir wollen immer das neuste, tollste und Beste Gerät haben. Wir wollen mit so vielen Leuten wie möglich in Kontakt bleiben. Was dabei aber auf der Strecke bleibt ist das soziale Miteinander. Mit den Menschen in Kontakt treten und dabei wirklich von Angesicht zu Angesicht über alles mögliche zu reden.
Manchmal wünsche ich mir diese Zeiten wieder zurück. Zeiten, in denen man mit einer Flasche Wein auf der Terrasse saß und einfach nur miteinander geredet hat. An Sommerabenden sogar bis tief in die Nacht, sodass man fast schon die ersten Sonnenstrahlen wieder miterlebt hat.
Die Gegenwart sieht da aber etwas anders aus. Heutzutage sitzt man gemeinsam vor dem Fernsehen und lässt sich von Filmen und diversen Werbespots zu dröhnen. Gleichzeitig schaut man sich Videos auf Youtube an. Googelt etwas im Internet. Antwortet Freunden auf WhatsApp und postet noch schnell ein Bild auf Instagram, wie sehr man doch den letzten Sommerurlaub vermisst. Da laufen schnell mal drei oder vier Geräte gleichzeitig.
Wir mögen die Zeit gemeinsam in einem Raum verbringen, aber letztlich verbringen wir sie alleine, denn wir beschäftigen uns nur mit unseren Geräten und kommunizieren nicht miteinander. Die Menschen, die uns umgeben, die uns wichtig sind, die ihre Zeit für uns opfern würden, denen schenken wir am wenigsten von unserer eigenen. Dabei ist doch die Zeit das Kostbarste was wir einem Menschen geben können.
Auch die Firma Durex hat sich mit dem Thema beschäftigt. Diese hat ein Forschungsteam zusammengestellt und an einer Entwicklung für Smartphones gearbeitet, welches Paare näher zusammenbringen soll. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist eben so simple wie genial.
Mit einem Menschen von Angesicht zu Angesicht zu reden, zu lachen oder auch zu weinen ist eben doch etwas ganz Besonderes. Dieses besondere Gefühl kann kein Gerät, kein soziales Netzwerk und kein Messenger auch nur ansatzweise erreichen.
Montag, 23. Februar 2015
Ich bin ein toleranter Mensch, aber ...
Ich bin ein toleranter Mensch.
Ein Satz, den wir nur zu gerne hören. Auf einmal fällt eine große Last von unseren Schultern. Alle Ängste, alle Sorgen sind auf einmal weg. Wir müssen uns nicht mehr verstellen. Wir müssen nicht irgendetwas vorgeben, was wir gar nicht sind. Wir können einfach nur der sein, der wir sind.
Aber was macht einen toleranten Menschen eigentlich aus? Woran erkennen wir einen toleranten Menschen? Wann wissen wir, wenn ein Mensch tolerant ist und wie tolerant ist er dann tatsächlich?
Wir leben in einer Gesellschaft in der wir Vorurteile gegenüber bestimmte Gruppen von Menschen haben. Ob sich diese nun bewahrheiten oder nicht ist eine andere Frage. Jeder Mensch ist schließlich einzigartig. Man wird nie zwei exakt gleiche finden. Dennoch haben wir Vorurteile und durch diese diskriminieren wir andere Menschen, auch wenn wir das gar nicht möchten.
Durch solche Diskriminierungen machen wir Anderen das Leben schwer. Sie trauen sich nicht offen und ehrlich zu sein. Sie haben viel zu viel Angst davor selbst ein Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung zu werden. Sie werden vielleicht nie richtig glücklich im Leben sein, weil sie nicht zu sich selbst finden.
Ich selbst weiß nur zu gut, wie es ist zu einer diskriminierten Randgruppe zu gehören und das nicht nur weil ich schwul bin. Nein, ich bin auch auf die Waldorfschule gegangen. Es ging also immer mal wieder darum, ob ich meinen Namen tanzen könne, ob man für sein Abitur nur einen Baum pflanzen müsse oder dort nur zurückgebliebene Öko-Freaks seien. Ja, man lernt dort auch seinen Namen zu tanzen und ab und zu frage auch ich mich was da manchmal für Öko-Freaks rumlaufen, aber das sind vielleicht einer unter 100.000. Es sagt also überhaupt nichts aus.
Dennoch bleiben die Vorurteile bestehen. Erst wenn man sich mal näher mit dem Thema auseinandersetzt, fängt ein umdenken statt. So auch bei Bekannten von mir. Ihnen habe ich von der Waldorfschule erzählt. Mit der Zeit waren sie so begeistert, dass sie ihr Kind auch auf der Waldorfschule anmelden wollten. Über Wochen und Monate haben sie sich immer wieder gemeldet und wollten weitere Dinge über die Schule erfahren, allerdings haben sie ihr Kind nie dort angemeldet. Der Grund: Es gibt zu viele Vorurteile. Sie wollen nicht, dass ihr Kind ausgegrenzt und diskriminiert wird.
Ein durchaus verständliches Argument. Wer will schon, dass das eigene Kind unglücklich ist. Aber was sagt das über die Toleranz eines Menschen aus?
Letztlich mag man auch weiterhin ein toleranter Mensch sein, aber dass man selbst zum Kreis der Betroffenen gehört will man nicht wahr haben und versucht es zu umgehen. Viel eher geht man den möglichen Problemen aus dem Weg. In einem selbst mag ein Umdenken stattgefunden haben, aber irgendwie schämt man sich dafür. Man will es nicht wahr haben. Zu zeigen, dass an den Vorurteilen nichts dran ist, soweit geht der Mut und die Toleranz dann doch nicht.
Wir mögen in einer Gesellschaft leben, in der sehr viel toleriert wird, aber wer und vor allem was toleriert wird bleibt erstmal ein Geheimnis. So auch bei dem Coming Out. Manchmal schlägt man sich Tage, Wochen und Monate mit ein und dem selben Gedanken herum. Man spielt die verrücktesten Szenen durch. Man macht sich die größten Gedanken, was alles passieren könnte, nur um dann zu erfahren, dass alles in Ordnung ist, dass man sein Gegenüber einfach falsch eingeschätzt hat.
Warum zeigt man sich dann nicht einfach mal so von seiner toleranten Seite? Warum kämpft man nicht auch mal so für die Rechte anderer? Warum geht man nicht auch mal als Heteerosexueller über den CSD und bekundet so seine Toleranz? Ist es nicht schon schlimm genug, dass das eigene Kind von anderen diskriminiert wird?
Wenn es um ein Coming Out geht, würden solche Aktionen bestimmt helfen. Ich selbst habe lange Zeit mit dem Gedanken gespielt, wann ich mich denn nun vor meiner Familie outen sollte. Immer wieder kamen Ängste hoch, dass ich von der Familie verstoßen würde, der Kontakt abbrechen könnte oder andere Dinge geschehen würden. Letztlich habe ich da aber falsch gelegen. Ich habe das Verhalten meiner Familie nur falsch gedeutet.
All die Sorgen und Ängste waren also mehr oder minder umsonst. Ich habe mir es unnötig schwer gemacht. Hätten sich meine Eltern klarer positioniert zu dem Thema Homosexualität, wäre das Ganze vermutlich auch für mich einfacher gewesen. Das ein Mensch tolerant ist erfährt man eben oft erst hinterher.
Ein Satz, den wir nur zu gerne hören. Auf einmal fällt eine große Last von unseren Schultern. Alle Ängste, alle Sorgen sind auf einmal weg. Wir müssen uns nicht mehr verstellen. Wir müssen nicht irgendetwas vorgeben, was wir gar nicht sind. Wir können einfach nur der sein, der wir sind.
Aber was macht einen toleranten Menschen eigentlich aus? Woran erkennen wir einen toleranten Menschen? Wann wissen wir, wenn ein Mensch tolerant ist und wie tolerant ist er dann tatsächlich?
Wir leben in einer Gesellschaft in der wir Vorurteile gegenüber bestimmte Gruppen von Menschen haben. Ob sich diese nun bewahrheiten oder nicht ist eine andere Frage. Jeder Mensch ist schließlich einzigartig. Man wird nie zwei exakt gleiche finden. Dennoch haben wir Vorurteile und durch diese diskriminieren wir andere Menschen, auch wenn wir das gar nicht möchten.
Durch solche Diskriminierungen machen wir Anderen das Leben schwer. Sie trauen sich nicht offen und ehrlich zu sein. Sie haben viel zu viel Angst davor selbst ein Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung zu werden. Sie werden vielleicht nie richtig glücklich im Leben sein, weil sie nicht zu sich selbst finden.
Ich selbst weiß nur zu gut, wie es ist zu einer diskriminierten Randgruppe zu gehören und das nicht nur weil ich schwul bin. Nein, ich bin auch auf die Waldorfschule gegangen. Es ging also immer mal wieder darum, ob ich meinen Namen tanzen könne, ob man für sein Abitur nur einen Baum pflanzen müsse oder dort nur zurückgebliebene Öko-Freaks seien. Ja, man lernt dort auch seinen Namen zu tanzen und ab und zu frage auch ich mich was da manchmal für Öko-Freaks rumlaufen, aber das sind vielleicht einer unter 100.000. Es sagt also überhaupt nichts aus.
Dennoch bleiben die Vorurteile bestehen. Erst wenn man sich mal näher mit dem Thema auseinandersetzt, fängt ein umdenken statt. So auch bei Bekannten von mir. Ihnen habe ich von der Waldorfschule erzählt. Mit der Zeit waren sie so begeistert, dass sie ihr Kind auch auf der Waldorfschule anmelden wollten. Über Wochen und Monate haben sie sich immer wieder gemeldet und wollten weitere Dinge über die Schule erfahren, allerdings haben sie ihr Kind nie dort angemeldet. Der Grund: Es gibt zu viele Vorurteile. Sie wollen nicht, dass ihr Kind ausgegrenzt und diskriminiert wird.
Ein durchaus verständliches Argument. Wer will schon, dass das eigene Kind unglücklich ist. Aber was sagt das über die Toleranz eines Menschen aus?
Letztlich mag man auch weiterhin ein toleranter Mensch sein, aber dass man selbst zum Kreis der Betroffenen gehört will man nicht wahr haben und versucht es zu umgehen. Viel eher geht man den möglichen Problemen aus dem Weg. In einem selbst mag ein Umdenken stattgefunden haben, aber irgendwie schämt man sich dafür. Man will es nicht wahr haben. Zu zeigen, dass an den Vorurteilen nichts dran ist, soweit geht der Mut und die Toleranz dann doch nicht.
Wir mögen in einer Gesellschaft leben, in der sehr viel toleriert wird, aber wer und vor allem was toleriert wird bleibt erstmal ein Geheimnis. So auch bei dem Coming Out. Manchmal schlägt man sich Tage, Wochen und Monate mit ein und dem selben Gedanken herum. Man spielt die verrücktesten Szenen durch. Man macht sich die größten Gedanken, was alles passieren könnte, nur um dann zu erfahren, dass alles in Ordnung ist, dass man sein Gegenüber einfach falsch eingeschätzt hat.
Warum zeigt man sich dann nicht einfach mal so von seiner toleranten Seite? Warum kämpft man nicht auch mal so für die Rechte anderer? Warum geht man nicht auch mal als Heteerosexueller über den CSD und bekundet so seine Toleranz? Ist es nicht schon schlimm genug, dass das eigene Kind von anderen diskriminiert wird?
Wenn es um ein Coming Out geht, würden solche Aktionen bestimmt helfen. Ich selbst habe lange Zeit mit dem Gedanken gespielt, wann ich mich denn nun vor meiner Familie outen sollte. Immer wieder kamen Ängste hoch, dass ich von der Familie verstoßen würde, der Kontakt abbrechen könnte oder andere Dinge geschehen würden. Letztlich habe ich da aber falsch gelegen. Ich habe das Verhalten meiner Familie nur falsch gedeutet.
All die Sorgen und Ängste waren also mehr oder minder umsonst. Ich habe mir es unnötig schwer gemacht. Hätten sich meine Eltern klarer positioniert zu dem Thema Homosexualität, wäre das Ganze vermutlich auch für mich einfacher gewesen. Das ein Mensch tolerant ist erfährt man eben oft erst hinterher.
Montag, 2. Februar 2015
Vorurteile - Wenn man gezwungen ist eine Lüge zu leben
Wir alle haben Vorurteile. Niemand kann sich davon freisprechen, auch ich nicht. Immer wieder kommt es zu Momenten, in denen ich gesagt hätte "nein, niemals, dass kann einfach nicht sein" und dennoch wurde ich vom Gegenteil überzeugt. Ich bin Menschen begegnet, die mich auf irgendeine Art und Weise überrascht haben. Menschen, mit denen ich nie in Kontakt getreten wäre, welche nun zu meinem Freundeskreis gehören.
Ein Artikel aus dem Spiegel (Heft-Nr.: 4, erschienen am 17.01.2015) hat mich zum nachdenken angeregt. Ich habe den Artikel nur durch Zufall gelesen, bin aber froh, dass ich es getan habe. Er handelt von einem Teenager, welcher auf Mädchen zwischen acht und zehn Jahren steht. Sowohl auf seinem PC, als auch auf seinem Handy wurde kinderpornografisches Material entdeckt. Da er noch nicht strafmündig war, konnte er auch nicht verknackt werden. Nun befindet sich der Teenager in psychologischer Behandlung, um mit seiner Gier zurecht zu kommen und einen möglichen Übergriff zu unterbinden. Es ist ihm selbst peinlich, dass er dieses Verlangen nach jüngeren Mädchen hat. Nur seine Eltern wissen von seinen Problemen. Diese unterstützen ihn auch wo es nur geht, aber zu 100% vertrauen können auch sie ihm nicht.
Manch einer wird nun sagen: "Das könnte ich auch nicht, einem Pädophilen kann man nicht vertrauen." Aber ist das wirklich so? Klar ist. dass jeder nur das Beste möchte, vor allem für seine Kinder. Wer lässt diese schon unbeaufsichtigt draußen spielen, wenn ein Pädophiler in der Gegend wohnt? Wer will überhaupt einen Pädophilen als Nachbarn haben?
Wohl keiner.
Unsere Vorurteile gegenüber Randgruppen sind viel zu eingefahren. "Das kennt man doch" oder "davon hört man doch immer wieder im Fernsehen" sind beliebte Redewendungen. Niemand scheint sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen zu wollen. Niemand hat den Mut die Betroffenen anzusprechen und zu fragen "Wie fühlst du dich denn? Wie ist das für dich? Wie kam es überhaupt dazu?" Es sind ganz einfache Fragen, die jeder stellen kann, aber keiner stellt sie. Sogar wenn ein direkter Verwandter pädophile Neigungen hat unterbindet man eher den Kontakt, als die betroffene Person zu unterstützen und somit wenigstens etwas Halt in der Gesellschaft zu geben. Einfach um den betroffenen Personen zu zeigen, dass es auch noch Menschen gibt, die vorurteilsfrei sind und jedem eine zweite Chance gewähren.
Einem Menschen zu vertrauen kann sehr schwer sein, dass weiß ich selbst. Auch ich stehe immer wieder vor der Frage: "Soll ich mich als schwul outen oder nicht?" Letztlich kommt es aber immer darauf an, wie lange und wie gut man einen Menschen kennt. Eins ist aber sicher, niemand hat sich seine sexuellen Vorlieben ausgesucht. Kein Heterosexueller, kein Homosexueller, kein Transsexueller und auch kein Pädophiler. Für den ein oder anderen ist es vielleicht sogar ein Schock, wenn man schließlich die Gewissheit hat zu einer diskriminierten Randgruppe zu gehören.
Solche Menschen haben es immer schwer. Sie müssen sich ein Leben lang Vorurteile und Diskriminierungen anhören. Sie werden einfach in eine Schublade gesteckt und bleiben auch da. Kaum einer macht sich die Mühe und schaut auch mal hinter die Fassade. Kaum einer nimmt den Menschen als Individuum wahr. So bleibt vielen nur noch ihre Mitmenschen anzulügen und nichts über ihre wahre Identität preiszugeben. So etwas macht einen krank, wenn man niemanden hat mit dem man sprechen kann. Die Ängste ausgegrenzt, diskriminiert und verachtet zu werden sind nämlich viel zu groß. Jeder Mensch möchte schließlich von seinen Mitmenschen respektiert und akzeptiert werden.
Ein Artikel aus dem Spiegel (Heft-Nr.: 4, erschienen am 17.01.2015) hat mich zum nachdenken angeregt. Ich habe den Artikel nur durch Zufall gelesen, bin aber froh, dass ich es getan habe. Er handelt von einem Teenager, welcher auf Mädchen zwischen acht und zehn Jahren steht. Sowohl auf seinem PC, als auch auf seinem Handy wurde kinderpornografisches Material entdeckt. Da er noch nicht strafmündig war, konnte er auch nicht verknackt werden. Nun befindet sich der Teenager in psychologischer Behandlung, um mit seiner Gier zurecht zu kommen und einen möglichen Übergriff zu unterbinden. Es ist ihm selbst peinlich, dass er dieses Verlangen nach jüngeren Mädchen hat. Nur seine Eltern wissen von seinen Problemen. Diese unterstützen ihn auch wo es nur geht, aber zu 100% vertrauen können auch sie ihm nicht.Manch einer wird nun sagen: "Das könnte ich auch nicht, einem Pädophilen kann man nicht vertrauen." Aber ist das wirklich so? Klar ist. dass jeder nur das Beste möchte, vor allem für seine Kinder. Wer lässt diese schon unbeaufsichtigt draußen spielen, wenn ein Pädophiler in der Gegend wohnt? Wer will überhaupt einen Pädophilen als Nachbarn haben?
Wohl keiner.
Unsere Vorurteile gegenüber Randgruppen sind viel zu eingefahren. "Das kennt man doch" oder "davon hört man doch immer wieder im Fernsehen" sind beliebte Redewendungen. Niemand scheint sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen zu wollen. Niemand hat den Mut die Betroffenen anzusprechen und zu fragen "Wie fühlst du dich denn? Wie ist das für dich? Wie kam es überhaupt dazu?" Es sind ganz einfache Fragen, die jeder stellen kann, aber keiner stellt sie. Sogar wenn ein direkter Verwandter pädophile Neigungen hat unterbindet man eher den Kontakt, als die betroffene Person zu unterstützen und somit wenigstens etwas Halt in der Gesellschaft zu geben. Einfach um den betroffenen Personen zu zeigen, dass es auch noch Menschen gibt, die vorurteilsfrei sind und jedem eine zweite Chance gewähren.
Einem Menschen zu vertrauen kann sehr schwer sein, dass weiß ich selbst. Auch ich stehe immer wieder vor der Frage: "Soll ich mich als schwul outen oder nicht?" Letztlich kommt es aber immer darauf an, wie lange und wie gut man einen Menschen kennt. Eins ist aber sicher, niemand hat sich seine sexuellen Vorlieben ausgesucht. Kein Heterosexueller, kein Homosexueller, kein Transsexueller und auch kein Pädophiler. Für den ein oder anderen ist es vielleicht sogar ein Schock, wenn man schließlich die Gewissheit hat zu einer diskriminierten Randgruppe zu gehören.
Solche Menschen haben es immer schwer. Sie müssen sich ein Leben lang Vorurteile und Diskriminierungen anhören. Sie werden einfach in eine Schublade gesteckt und bleiben auch da. Kaum einer macht sich die Mühe und schaut auch mal hinter die Fassade. Kaum einer nimmt den Menschen als Individuum wahr. So bleibt vielen nur noch ihre Mitmenschen anzulügen und nichts über ihre wahre Identität preiszugeben. So etwas macht einen krank, wenn man niemanden hat mit dem man sprechen kann. Die Ängste ausgegrenzt, diskriminiert und verachtet zu werden sind nämlich viel zu groß. Jeder Mensch möchte schließlich von seinen Mitmenschen respektiert und akzeptiert werden.
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