Wie bereits in den vorigen Posts ist mir zwischen den Jahren sehr viel passiert, was ich gerne in diesem Blog niederschreiben möchte. So verhält es sich auch mit dem Inhalt dieses Beitrages. Es geht um eine Situation, die ich am Morgen des 24. Dezembers miterleben musste. Eine Situation, welche eigentlich nur aussagen sollte "pass auf dich auf", aber am Ende doch nur für Verunsicherung sorgte. Und das alles nur weil sich die Eltern Sorgen machen um ihr Kind.
Aber beginnen wir doch einfach von Vorne. Wie in jedem Jahr wird bei uns in der Familie der Weihnachtsbaum am 23. Dezember geschmückt. Früher haben noch die Engel geholfen, aber dafür sind wir wohl inzwischen alle etwas zu alt geworden. Oder auch zu viele. In den letzten Jahren wurde daraus nämlich eine kleine Vorweihnachtsfeier, bei der ein paar Nachbarn und Freunde mitfeiern und jeder darf natürlich den Baum schmücken.
Doch was wäre eine Feier ohne Alkohol. Natürlich kann man auch ohne feiern und sehr viel spaß haben. An dieser alljährlichen Baumschmückparty floss bislang aber immer Alkohol. So auch im Jahre 2017. Da man natürlich im besoffenen Kopf auch kein Auto fahren sollte, gab es auch ein paar Leute, die direkt über Nacht geblieben sind.
So kam es dann auch zu der Situation am Morgen des 24.12.2017. Mein kleiner Bruder hat gefragt, ob er seine Freunde nach Hause fahren könne. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht der etwas feucht, fröhliche Abend gewesen wäre. Und so Antworteten meine Eltern eben nicht mit: "Ja, aber fahr vorsichtig.", sondern mit der Frage: "darfst du denn schon wieder fahren?"
Beide Sätze tragen letztlich die Aussage in sich "sei Vorsichtig, ich mache mir sorgen um dich." Rüberkommen tun sie aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Letztlich wurde mein kleiner Bruder durch die Frage nach seiner Fahrtüchtigkeit total verunsichert, was man auch an seinem Verhalten feststellen konnte. Die Frage impliziert nämlich nicht nur: "ich mache mir sorgen um dich", sondern auch: "ich traue dir in deinem Zustand nicht zu ein Auto zu führen." Genau um diese Aussage geht es letztlich, welche mich dazu bewegt diesen Beitrag zu schreiben.
Ich traue dir in deinem Zustand nicht zu ein Auto zu führen.
Eine Aussage, welche meine Eltern so wahrscheinlich garnicht beabsichtigt haben. Letztlich ist es nämlich ein enormer Vertrauensverlust. Wenn die eigenen Eltern einem nicht mehr zutrauen das Auto von A nach B zu fahren, obwohl man eigentlich total klar im Kopf ist. Natürlich ist am Morgen nach einem feucht, fröhlichen Abend noch Restalkohol im Blut. Oftmals sogar mehr als wir glauben. Ich weiß auch dass dadurch schon einige Unfälle geschehen sind, weil wir uns maßlos überschätzt haben. Doch ich kenne meinen kleinen Bruder. Ich habe ihn am Frühstückstisch erlebt und ich habe ihm diese Fahrt auch zugetraut. Er ist schließlich mein kleiner Bruder.
Eben weil er mein Bruder ist, mache ich mir auch ein wenig sorgen. Ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern, wie er es tut. Ich bekomme also garnicht mehr alles mit, was dort alles vorfällt. Ich kann meinen Eltern garnicht mehr immer beratend zur Seite stehen. Ich kann meinen kleinen Bruder, und meine anderen Geschwister garnicht in Schutz nehmen, wenn es nötig ist. Denn was passiert mit einem Menschen, an den keiner mehr so richtig glaubt? Was passiert, wenn ein Mensch keinen Rückhalt erfährt? Was passiert mit einem, wenn die eigene Familie nicht mehr zu einem hält?
Ich kann verstehen, dass Eltern sich große Sorgen um die eigenen Kinder machen. Das ist okay. Das ist gut. Doch manchmal kann man sich eben auch zu viele Sorgen machen. Auch wenn es die Eltern nur gut meinen, können die Auswirkungen eben doch unangenehme Nebenwirkungen haben. Als Elternteil will man, dass das kleine Kind am liebsten immer zu Hause in den eigenen vier Wänden bleibt. Die Wahrheit ist aber, dass jeder Mensch irgendwann an einen Punkt kommt, wo er sein eigenes Leben führen möchte. Wo man einfach selbst da raus möchte und die Welt entdecken will.
Doch darauf muss man vorbereitet werden. Jeder Mensch lernt nach und nach wie er Dinge meistern kann. Jeder Mensch braucht einfach die Erfolgserlebnisse. Die ersten Worte, das erste Krabbeln, die ersten Schritte. Alles gehört dazu und die Eltern spielen da eben eine sehr sehr große Rolle. Wenn die Eltern einen damals nicht ermutigt hätten nach den ersten Schritten, noch weiter zu laufen, hätte man vermutlich nicht so viel Freude daran gehabt und das Ganze garnicht groß verfolgt, sondern mehr also notwendiges übel gesehen. Wenn man läuft kommt man schließlich schneller voran, als wenn man die ganze Zeit krabbelt.
Genau so verhält es sich wohl mit allem. Wenn uns keiner groß ermutigt etwas zu tun, dann sehen wir es nunmal als notwendiges Übel an. Als eine Sache, die für selbstverständlich gehalten wird. Letztlich fühlt es sich so an, als ob man den eigenen Eltern nichts recht machen kann. Ständig ist man der Buh-Mann. Immer hacken alle auf einem rum. Nie kann man es einem recht machen. Nicht mal den eigenen Eltern. Solche Situationen und Ereignisse können einem sehr an die Substanz gehen. Es nagt am Selbstvertrauen und am Selbstbewusstsein. Man selbst fällt nach einiger Zeit in ein tiefes, schwarzes Loch. Das Selbstwertgefühl sinkt immer weiter. Man hat keine Lust mehr überhaupt die Wohnung zu verlassen und man vereinsamt nach und nach.
Doch all das kann man verhindern. Denkt einfach ein wenig nach bevor ihr es aussprecht. Überlegt, was ihr aussagen wollt und entscheidet dann mit welchen Worten ihr es am Besten tun könnt. Natürlich gelingt das nicht immer. Gerade wenn man sauer auf jemanden ist und sich in rage geredet hat, fällt es sehr schwer. Im Normalfall kann man sich aber durchaus die Zeit nehmen und erst kurz überlegen, was man überhaupt aussagen möchte bzw. im Gespräch näher erläutern was man überhaupt gemeint hat.
Meinem kleinen Bruder hätte es bestimmt geholfen, wenn meine Eltern erstmal kurz nachgedacht hätten, was sie eigentlich aussagen wollten und mit welchen Worten. Der Satz: "Ja, aber fahr bitte vorsichtig." wäre in dieser Situation wohl passender gewesen. Er hätte nämlich ausgesagt: ja, wir trauen dir diese Fahrt zu. Und am Ende wäre das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein ein wenig gewachsen und stärker geworden. Manchmal sind es eben Kleinigkeiten, die eine ungeheure Wirkung haben.
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Mittwoch, 17. Januar 2018
Ein Satz - eine Aussage - eine Wirkung
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Standort:
Hamburg, Deutschland
Donnerstag, 8. Oktober 2015
N wie Nachrichten I ABC eines Schwulen
Wir alle sehen, hören, oder lesen Nachrichten. Manch einer interessiert sich eher für den lokalen Teil, andere informieren sich gerne über das Weltgeschehen. Der eine interessiert sich sehr für das politische Geschehen, der andere will eher über Fun & Freizeitaktivitäten informiert werden. Die einen sitzen pünktlich um 20 Uhr vor dem Fernseher um auch ja nicht die Tagesschau zu verpassen, den anderen ist auch diese Nachrichtensendung egal, weil auf anderen Sendern vielleicht eine bessere Sendung läuft. Fakt ist: Wir erhalten unsere Informationen über das aktuelle Geschehen. Egal ob wir nun Zeitung lesen oder eine Nachrichtensendung im Fernsehen gucken oder uns das allwissende Internet per App auf unserem Smartphone über wichtige Themen informiert.
Ebenso wie viele andere Jugendliche und junge Erwachsene gehöre auch ich zur letzten Kategorie. Die Auswahl der Nachrichten überlasse ich meinem Smartphone. Wenn also meine Nachrichten-App wieder mal meint, dass etwas wichtiges in der großen weiten Welt geschehen ist ploppt eine kleine Anzeige auf, die mich kurz über das Geschehen informiert. Beispielsweise über den Abgasskandal von VW und wie viele Autos nun betroffen seien oder über den FIFA-Skandal. Mit dabei können aber auch Themen der Börse sein, wie z. B. dass der DAX ein Rekordtief erreicht hat, unter die 10.000 Punktemarke gefallen ist oder auch diese wieder überschritten hat. Ebenso vertreten sind natürlich diverse Verkehrsunglücke wie der Absturz der Germanwingsmaschine in Frankreich oder der Flüge MH17 und MH370 sowie der Bergung eines der Wrackteile. Manchmal sind auch Mitteilungen über den Tod einer berühmten oder gar legendären Persönlichkeit mit dabei wie z. B. James Last.
Wie man sieht, sind die Themen also sehr weit gestreut. Man wird mit viel nützlichem und unnützlichem Wissen überhäuft. Meist sind es aber doch Themen über die man auch in den folgenden Tagen noch reden wird. Dennoch gehören diese Themen nicht immer zu denen, die mich persönlich interessieren, daher informiere ich mich zusätzlich noch über soziale Netzwerke und der ein oder anderen Websites über aktuelle Geschehnisse.
Mich als Teil der LGBTI-Community interessieren natürlich auch Neuigkeiten aus diesem Bereich. Am liebsten natürlich positive Nachrichten wie der Gleichstellung von Homo-Ehe und "normaler" Ehe in Irland oder den USA. Aber auch Nachrichten über das Coming Out eines 13-jährigen bei seinem besten Freund und der Reaktion darauf. Oder auch einer Demonstration von tausenden Leuten, die sich für den neuen Bildungsplan in BaWü aussprechen.
Aber leider ist nicht immer alles super toll und immer wieder kommt es zu traurigen Meldungen. An Schulhöfen wird "schwul" als Schimpfwort benutzt. Vorurteile zwingen einen Menschen eine Lüge zu leben. Das Ausleben der eigenen Persönlichkeit wird einem verwehrt, weil es den Eltern falsch erscheint. Und schließlich der Suizid des eigenen Kindes.
Zugegeben, der letzte verlinkte Artikel gehört nicht so ganz in das Themengebiet LGBTI und dennoch gehört er hierhin. Denn als betroffener einer diskriminierten Minderheit nimmt man die Dinge oft anders wahr, sodass man Diskussionen evtl. falsch deutet und so ein homophobes Verhalten erörtert, wo vielleicht gar keines ist.
Mir selbst ist es schon passiert. Aus einer Diskussion in der es eigentlich darum ging, dass zwei Frauen die Sorgen und Probleme ihres Sohnes nicht zu 100% erfassen und verstehen können, habe ich raus geschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder großziehen sollten. Also eine klare Abneigung gegenüber Homosexuellen.
Inzwischen habe ich aber die Gewissheit, dass ich da etwas falsch gedeutet habe. Ich weiß sogar, dass das Wissen über LGBTI-Menschen oft nur auf Halbwissen beruht und sich kaum oder nur wenige die Mühe machen und sich über dieses Thema informieren. Aber auch die diversen Zeitungsverlage und Nachrichtensender berichten nur sehr wenig über die Situation von LGBTIs. In den Sommermonaten liest und hört man zwar mal über den CSD, aber dass sind eher kleine Beiträge welche allgemein über die Besucheranzahl und den CSD allgemein informiert. Über Prügelattacken auf ahnungslose Schwule, Lesben und Transgender scheinen nicht erwähnenswert zu sein, denn wir leben ja in einem toleranten Land in dem so etwas nicht vorkommt. Jedenfalls der Berichterstattung mancher Zeitungen und Fernsehsendern zufolge.
Im vergangenen Jahr hat sich die ARD dazu entschlossen ihre alljährliche Themenwoche über das Thema Toleranz abzuhalten. Gezeigt wurden verschiedene Diskussionsrunden, Dokumentationen und Filme. Sie alle handelten von einer oder mehreren diskriminierten Minderheiten und ihrer Situation bzw. Stellung in der Gesellschaft. Berichtet wurde über Menschen verschiedenster Abstammung, sowohl religiöser, als auch ethnischer. Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderungen. Und natürlich über gleichgeschlechtlich liebende Paare, sowohl kinderlose, als auch Paare die Nachwuchs erwarten oder adoptieren wollen.
Über mehr solche Sendereihen würde ich mich freuen. Es muss nicht unbedingt eine komplette Woche sein, aber vielleicht ein Thementag oder ein Wochenende an dem man über eine diskriminierte Minderheit wahrheitsgemäß berichtet und nicht irgendeine Serie oder ein Film ein Klischee noch bekräftigt.
Ebenso wie viele andere Jugendliche und junge Erwachsene gehöre auch ich zur letzten Kategorie. Die Auswahl der Nachrichten überlasse ich meinem Smartphone. Wenn also meine Nachrichten-App wieder mal meint, dass etwas wichtiges in der großen weiten Welt geschehen ist ploppt eine kleine Anzeige auf, die mich kurz über das Geschehen informiert. Beispielsweise über den Abgasskandal von VW und wie viele Autos nun betroffen seien oder über den FIFA-Skandal. Mit dabei können aber auch Themen der Börse sein, wie z. B. dass der DAX ein Rekordtief erreicht hat, unter die 10.000 Punktemarke gefallen ist oder auch diese wieder überschritten hat. Ebenso vertreten sind natürlich diverse Verkehrsunglücke wie der Absturz der Germanwingsmaschine in Frankreich oder der Flüge MH17 und MH370 sowie der Bergung eines der Wrackteile. Manchmal sind auch Mitteilungen über den Tod einer berühmten oder gar legendären Persönlichkeit mit dabei wie z. B. James Last.
Wie man sieht, sind die Themen also sehr weit gestreut. Man wird mit viel nützlichem und unnützlichem Wissen überhäuft. Meist sind es aber doch Themen über die man auch in den folgenden Tagen noch reden wird. Dennoch gehören diese Themen nicht immer zu denen, die mich persönlich interessieren, daher informiere ich mich zusätzlich noch über soziale Netzwerke und der ein oder anderen Websites über aktuelle Geschehnisse.Mich als Teil der LGBTI-Community interessieren natürlich auch Neuigkeiten aus diesem Bereich. Am liebsten natürlich positive Nachrichten wie der Gleichstellung von Homo-Ehe und "normaler" Ehe in Irland oder den USA. Aber auch Nachrichten über das Coming Out eines 13-jährigen bei seinem besten Freund und der Reaktion darauf. Oder auch einer Demonstration von tausenden Leuten, die sich für den neuen Bildungsplan in BaWü aussprechen.
Aber leider ist nicht immer alles super toll und immer wieder kommt es zu traurigen Meldungen. An Schulhöfen wird "schwul" als Schimpfwort benutzt. Vorurteile zwingen einen Menschen eine Lüge zu leben. Das Ausleben der eigenen Persönlichkeit wird einem verwehrt, weil es den Eltern falsch erscheint. Und schließlich der Suizid des eigenen Kindes.
Zugegeben, der letzte verlinkte Artikel gehört nicht so ganz in das Themengebiet LGBTI und dennoch gehört er hierhin. Denn als betroffener einer diskriminierten Minderheit nimmt man die Dinge oft anders wahr, sodass man Diskussionen evtl. falsch deutet und so ein homophobes Verhalten erörtert, wo vielleicht gar keines ist.
Mir selbst ist es schon passiert. Aus einer Diskussion in der es eigentlich darum ging, dass zwei Frauen die Sorgen und Probleme ihres Sohnes nicht zu 100% erfassen und verstehen können, habe ich raus geschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder großziehen sollten. Also eine klare Abneigung gegenüber Homosexuellen.
Inzwischen habe ich aber die Gewissheit, dass ich da etwas falsch gedeutet habe. Ich weiß sogar, dass das Wissen über LGBTI-Menschen oft nur auf Halbwissen beruht und sich kaum oder nur wenige die Mühe machen und sich über dieses Thema informieren. Aber auch die diversen Zeitungsverlage und Nachrichtensender berichten nur sehr wenig über die Situation von LGBTIs. In den Sommermonaten liest und hört man zwar mal über den CSD, aber dass sind eher kleine Beiträge welche allgemein über die Besucheranzahl und den CSD allgemein informiert. Über Prügelattacken auf ahnungslose Schwule, Lesben und Transgender scheinen nicht erwähnenswert zu sein, denn wir leben ja in einem toleranten Land in dem so etwas nicht vorkommt. Jedenfalls der Berichterstattung mancher Zeitungen und Fernsehsendern zufolge.
Im vergangenen Jahr hat sich die ARD dazu entschlossen ihre alljährliche Themenwoche über das Thema Toleranz abzuhalten. Gezeigt wurden verschiedene Diskussionsrunden, Dokumentationen und Filme. Sie alle handelten von einer oder mehreren diskriminierten Minderheiten und ihrer Situation bzw. Stellung in der Gesellschaft. Berichtet wurde über Menschen verschiedenster Abstammung, sowohl religiöser, als auch ethnischer. Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderungen. Und natürlich über gleichgeschlechtlich liebende Paare, sowohl kinderlose, als auch Paare die Nachwuchs erwarten oder adoptieren wollen.Über mehr solche Sendereihen würde ich mich freuen. Es muss nicht unbedingt eine komplette Woche sein, aber vielleicht ein Thementag oder ein Wochenende an dem man über eine diskriminierte Minderheit wahrheitsgemäß berichtet und nicht irgendeine Serie oder ein Film ein Klischee noch bekräftigt.
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Montag, 17. August 2015
(Cyber-)Mobbing - #NoHate
Es ist ein Thema welches uns alle angeht. Ein Thema wo man gerne einmal wegschaut und das Ganze eher klein redet. "So schlimm ist das doch gar nicht" oder "Die machen doch nur Spass" sind wohl mit die bekanntesten Äußerungen dabei. Was in einer solchen Situation aber tatsächlich stattfindet, dass ist vielen gar nicht so bewusst.
Mobbing oder zu Zeiten des Internets und der sozialen Netzwerke gerne auch Cybermobbing genannt, steht für Psychoterror der das Ziel hat, Betroffenen aus einer Gruppe herauszuekeln. Im weiteren Sinn bedeutet es aber auch andere Menschen wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen.
Durch die ganzen sozialen Netzwerke besteht dabei natürlich auch noch ein weiteres Problem. Man kann sich unendlich viele Profile anlegen, alle unter falschem Namen und so wildfremden Leuten das Leben zur Hölle machen. Was es für Konsequenzen nach sich ziehen kann ist vielen dabei nicht bewusst.
Aber wie ist das eigentlich gemobbt zu werden? Was geht in einem vor, wenn man gemobbt wird? Was macht es mit einem selbst, wenn man unter Mobbing-Attacken leidet? Wann ist es Mobbing? Wann ist es vielleicht nur Spass?
Mobbing, dass beginnt meist eher harmlos. Man ist gemeinsam unter Freunden und macht ein paar Witze. Durch Alkohol oder ähnliches, sagt man auch eher was man denkt. Eine Person passiert ein kleines Missgeschickt, eigentlich nichts schlimmes. Aber irgendwie machen sich gerade doch alle darüber lustig. Es werden Bilder gemacht. Auf Facebook, Twitter und co. hochgeladen und plötzlich kursiert eine Geschichte im Internet und eine ganze Netzgemeinde macht sich darüber lustig. Sie amüsieren sich über eine Person, die sie im realen Leben gar nicht kennen. Über eine Situation, die sie gar nicht miterlebt haben.
So eine Story verbreitet sich enorm schnell. Und irgendwann bekommt man auch heraus, wer die besagte Person ist. Sie wird kurzer Hand auf dem Bild oder in einem Beitrag erwähnt und schon gibt es einen Shitstorm von Hass-Botschaften. Wildfremde Personen meinen sich einen Kommentar erlauben zu können. Über eine Person, die nur durch Zufall identifiziert wurde.
Bei solchen Aktionen kommt es ebenso oft vor, dass sich Leute plötzlich auch über andere Dinge Lustig machen. Sie Kommentieren Profilbilder und behaupten dort die Person sei hässlich, fett oder sonstige negativen Äußerungen.
Wenn man selbst täglich dutzende solcher Hass-nachrichten erhält, kann das sehr an dem eigenen Selbstbewusstsein nagen. Wenn man über Tage, Wochen und Monate nur noch zu hören bekommt wie schlecht man doch ist oder wie hässlich man aussieht, dann glaubt man irgendwann selber daran. Irgendwann kommt der Moment an dem man es sich selbst nicht mehr Wert ist. Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, da will man sich nicht mehr die Haare machen. Es kommt der Augenblick, wo einem das eigene Aussehen egal ist. Man glaubt selbst hässlich zu sein. Man selbst nimmt nur noch die eigenen Fehler war. Man sieht plötzlich nur noch die Schattenseiten des eigenen Lebens und im schlimmsten Fall denkt man sogar darüber nach Suizid zu begehen.
Es begann vielleicht mit einer harmlosen Situation. Vielleicht hatte man etwas zu viel getrunken. Aus versehen ein Glas umgeschüttet und der Inhalt ergoss sich über den Schoß eines anderen. Die Smartphones waren schnell gezückt und jeder fand es urkomisch, weil es so aussah als hätte sich da jemand in die Hose gemacht. So ein Bild ist schnell gepostet und das Teilen eines Beitrags geht auch recht fix. Schnell kursiert so etwas durch die Netzgemeinde. Kommentare werden da schnell mal falsch interpretiert und wo ein Hass-Kommentar ist, da folgt schnell auch ein weiterer. Die Folgen können verheerend sein. Auch ein gut gemeintes #NoHate hilft da nicht. Ein Hass-Kommentar bleibt nunmal ein solcher, egal welchen man dahinter setzt. Und gerade im Internet wird sehr viel freier mit irgendwelchen Hasstiraden begonnen, weil man das Ganze unter einem Pseudonym veröffentlichen kann.
Also lieber einmal mehr darüber nachdenken, was man alles so im Internet veröffentlicht. Lieber eine Nacht verstreichen lassen, bevor man irgendetwas von der vergangenen Nacht postet. Die Freunde, Bekannte und Verwandte werden es einem danken. Niemand sollte erfahren wie es ist scheinbar wertlos zu sein. Niemand sollte mit Selbstzweifeln leben müssen. Niemand hat es verdient immer nur die Schattenseiten des Lebens zu sehen. Jeder hat ein recht zu leben und sollte dieses auch in vollen Zügen genießen können und dürfen.
Montag, 13. April 2015
Flug 4U 9525 und seine Folgen
Knapp drei Wochen ist es nun her. Am 24.03.2015 um 10:53 Uhr brach der Kontakt zur Germanwings-Maschine ab. Kurze Zeit später muss sie am Boden zerschellt sein. Um 11:10 Uhr wurde das Wrack identifiziert. Es gab keine Überlebenden.
Mit diesem Absturz brach auch ein Mythos von jetzt auf gleich in sich zusammen. Alles wofür wir Deutschen bis zu diesem Zeitpunkt standen wurde in Frage gestellt. Arbeiten wir Deutschen wirklich so präzise? Sind wir wirklich ein Volk, was es so genau nimmt? Sind denn all die Sicherheitsvorkehrungen nötig?
Bisher wurden wir immer dafür belächelt. Unsere Sicherheitsvorkehrungen waren immer ausreichend, doch nun? Auch wir Deutschen scheinen nicht vor diesen Horror-Nachrichten verschont zu werden.
Ich habe recht schnell von dem Unglück in den Alpen erfahren. Doch realisiert habe ich es erst ein paar Tage danach. Oder vielleicht wollte ich es auch nicht wahr haben.
Ostern ist nun schon wieder rum. Über die Feiertage war ich bei meinen Eltern. Gefeiert wird immer im engsten Familienkreis. Daher stand schon lange fest, dass ich die Tage nicht in Hamburg verbringen würde. Ich konnte mich also früh genug um die Anreise kümmern. Natürlich wollte ich fliegen und habe mir daher auch ein paar Flugtickets bestellt.
Alles war ok, bis ich von diesem Flugzeugunglück in den Alpen hörte und es schließlich auch realisierte. Zunächst dachte ich mir nicht viel dabei, es kommt schließlich immer mal wieder zu einem technische Defekt oder zu menschlichem Versagen. Doch dann habe ich mich näher mit dem Thema beschäftigt.
In letzter Zeit stürzen tatsächlich relativ viele Flugzeuge ab. Man denke nur mal an MH 370 oder MH 17. Aber wenn man schon Malaysia Airline hört, da kommen einem solche Horror-Szenerien so weit weg vor. Wenn man hingegen Germanwings hört, bekommt man schon ein komisches Gefühl.
Im Spiegel (Nr.: 13, veröffentlicht am 21.03.2015) gibt es einen Bericht zu Flug LH 1829. Es ist ein Airbus welcher mit dem Fly-by-Wire System ausgestattet ist. Eigentlich soll es die Piloten vor einem Fehler bewahren. Beim Flug LH 1829 gab es aber falsche Messwerte. Dadurch kämpften die Piloten gegen den Absturz der Maschine an. Mit Erfolg. Der Airbus landete planmäßig in München. Die Fluggäste bekamen von den Problemen im Cockpit jedoch nichts mit. Der Tod ist manchmal eben doch präsenter als man es manchmal wahr haben möchte.
Trotz all dieser Unglücksfälle darf man eines aber nie vergessen. Das Flugzeug ist und bleibt eines der sichersten Verkehrsmittel. Ich selbst habe darauf geachtet. Als Ich in den Flieger gestiegen bin, war das Unglück in den Alpen natürlich präsent. Dennoch hat es die Bordcrew geschafft, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
Mit diesem Absturz brach auch ein Mythos von jetzt auf gleich in sich zusammen. Alles wofür wir Deutschen bis zu diesem Zeitpunkt standen wurde in Frage gestellt. Arbeiten wir Deutschen wirklich so präzise? Sind wir wirklich ein Volk, was es so genau nimmt? Sind denn all die Sicherheitsvorkehrungen nötig?
Bisher wurden wir immer dafür belächelt. Unsere Sicherheitsvorkehrungen waren immer ausreichend, doch nun? Auch wir Deutschen scheinen nicht vor diesen Horror-Nachrichten verschont zu werden.
Ich habe recht schnell von dem Unglück in den Alpen erfahren. Doch realisiert habe ich es erst ein paar Tage danach. Oder vielleicht wollte ich es auch nicht wahr haben.
Ostern ist nun schon wieder rum. Über die Feiertage war ich bei meinen Eltern. Gefeiert wird immer im engsten Familienkreis. Daher stand schon lange fest, dass ich die Tage nicht in Hamburg verbringen würde. Ich konnte mich also früh genug um die Anreise kümmern. Natürlich wollte ich fliegen und habe mir daher auch ein paar Flugtickets bestellt.
Alles war ok, bis ich von diesem Flugzeugunglück in den Alpen hörte und es schließlich auch realisierte. Zunächst dachte ich mir nicht viel dabei, es kommt schließlich immer mal wieder zu einem technische Defekt oder zu menschlichem Versagen. Doch dann habe ich mich näher mit dem Thema beschäftigt.
In letzter Zeit stürzen tatsächlich relativ viele Flugzeuge ab. Man denke nur mal an MH 370 oder MH 17. Aber wenn man schon Malaysia Airline hört, da kommen einem solche Horror-Szenerien so weit weg vor. Wenn man hingegen Germanwings hört, bekommt man schon ein komisches Gefühl.
Im Spiegel (Nr.: 13, veröffentlicht am 21.03.2015) gibt es einen Bericht zu Flug LH 1829. Es ist ein Airbus welcher mit dem Fly-by-Wire System ausgestattet ist. Eigentlich soll es die Piloten vor einem Fehler bewahren. Beim Flug LH 1829 gab es aber falsche Messwerte. Dadurch kämpften die Piloten gegen den Absturz der Maschine an. Mit Erfolg. Der Airbus landete planmäßig in München. Die Fluggäste bekamen von den Problemen im Cockpit jedoch nichts mit. Der Tod ist manchmal eben doch präsenter als man es manchmal wahr haben möchte.
Trotz all dieser Unglücksfälle darf man eines aber nie vergessen. Das Flugzeug ist und bleibt eines der sichersten Verkehrsmittel. Ich selbst habe darauf geachtet. Als Ich in den Flieger gestiegen bin, war das Unglück in den Alpen natürlich präsent. Dennoch hat es die Bordcrew geschafft, ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
In Köln haben mich meine Eltern dann abgeholt. Zum Vergleich habe ich natürlich auch verstärkt auf den Straßenverkehr geachtet. Dabei sind mir ein paar Situationen aufgefallen, in denen man letztlich froh sein konnte, dass nichts passiert war. Vor allem auf der Autobahn, wo immer wieder Fahrer meinen in den Sicherheitsabstand zu fahren, oder auch die Raser, welche einem so dicht hinten auffahren, dass man meint, man sitze in ein und dem selben Auto. Wer zudem die Nachrichten aufmerksam verfolgt stellt fest, dass ziemlich häufig von Autounfällen berichtet wird. Jedoch wird hier eher selten von 150 oder mehr Toten geredet. Zudem haben wir uns irgendwie daran gewöhnt von Unfällen im Straßenverkehr zu hören.
Wir Menschen meinen immer uns könnte nichts passieren. Dinge, die früher unmöglich erschienen, sind heute zum Alltag geworden. Hochhäuser werden immer höher. Gebäude bekommen Formen von denen man früher nur träumen konnte. Wir reisen von Ort zu Ort in rasanter Geschwindigkeit. Dank der Gebrüder Wright können wir uns in die Lüfte erheben. Sogar auf dem Mond waren wir schon und bald auch auf dem Mars. Uns scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Sogar den Tod scheinen wir überlisten zu können. Krankheiten, die früher noch zum Tod geführt haben, sind heute heilbar.
Wenn man sich die Geschichte der Menschheit mal anschaut, so ist es doch bewundernswert, was wir alles schon erschaffen haben. Dabei hat jedes Volk seinen eigenen Ruf bzw. Mythos erschaffen. Wir Deutschen sind ein Volk, welche sehr viel Wert auf Präzision und Genauigkeit legen. Dafür werden wir immer wieder bewundert, auch wenn es manchmal ganz schön lästig und kompliziert sein kann.
Nach dem Unglücksflug 4U9525 bekommt der Mythos aber erste Risse. Wir können eben doch nicht alles kontrollieren. Leider vergessen wir das aber immer wieder. Der Tod ist eben doch allgegenwärtig. Der Absturz der Germanwingsmaschiene verdeutlicht dies noch einmal ganz gut. Letztlich ist es aber egal, wo sich der Unfall ereignet. Ob im Schienen- oder Straßenverkehr oder auch in der Luftfahrt. Ein Unfall ist immer ein tragisches Ereignis, welches am Besten nie wieder vorkommen sollte.
Dienstag, 31. März 2015
Flug 4U 9525
Dienstag, 24. März 2015 10:00 Uhr:
Der Germanwings-Flug 4U 9525 startet in Barcelona. An Bord sind 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Es ist ein Routineflug, wie er mehrmals täglich durchgeführt wird.
10:31 Uhr:
Die Maschine verlässt nach einer Kurskorrektur nach Nordosten ohne Freigabe der Flugsicherung ihre Reiseflughöhe und beginnt einen Sinkflug.
10:36 Uhr:
Der Tower von Marseille versucht zum letzten Mal Kontakt mit der Germanwings-Maschine auf der internationalen Notfrequenz auf zu nehmen - ohne Erfolg.
Der Routineflug scheint heute keiner zu sein. Da die Maschine nicht antwortet wird ein anderer Routineplan eingeleitet. Ein Plan, den niemand gerne hört: es ist der Notfallplan.
10:40 Uhr:
Der Airbus A320 verschwindet vom Radar. Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Der Airbus scheint abzustürzen. Jeden Moment könnte er auf dem Boden aufschlagen. Die letzte bekannte Flughöhe betrug gerade einmal 1890 Meter.
11:10 Uhr:
Nun gibt es auch Gewissheit. Das Wrack von Flug 4U 9525 wird durch die Hubschrauber des französischen Such- und Rettungsdienstes identifiziert. Die Frage, die sich in diesem Moment wohl jeder stellt ist nach dem Warum?
Die Nachricht vom Absturz der Germanwings-Maschine verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Medien stürzen sich wie die Aasgeier auf das Geschehen. Jeder möchte wissen, was auf diesem Flug geschehen ist. Sind Billig-Airlines vielleicht unsicher? Wurde das Flugzeug regelmäßig gewartet? War es ein technischer Defekt? Könnte es ein Terroranschlag gewesen sein? Oder doch eher menschliches Versagen?
Inzwischen haben wir Gewissheit. Der Voice-Recorder des Flugzeugs wurde gefunden. Demnach war der Co-Pilot allein im Cockpit und scheint die Maschine mutwillig zum Absturz gebracht zu haben. Der Pilot hat zwar noch versucht sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen, hat es aber nicht mehr geschafft. Sein Co-Pilot hat ihn ausgesperrt.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 muss man die Tür zum Cockpit von innen freigeben. Zwar gibt es einen Notfallcode, um die Tür auch von außen öffnen zu können. Aber auch dieser hat nicht geholfen. Der Co-Pilot des Fluges 4U 9525 hat die Tür verriegelt und konnte so für fünf Minuten nicht geöffnet werden. Wertvolle Zeit, in der die Maschine mehrere tausend Meter in die Tiefe stürzte.
Warum tut ein Mensch so etwas? Was befähigt eine Person dazu, sich selbst und 149 weitere Personen umzubringen? Hätte man die Tat verhindern können? Was muss sich in Zukunft ändern, damit solche Taten nicht noch einmal vorkommen? Wussten die Passagiere, was auf sie zu kommt? Und die wohl wichtigste Frage, die sich die Angehörigen stellen: Mussten ihre Liebsten leiden?
Letzteres kann man wohl mit nein beantworten. Auf den Aufzeichnungen des Voice-Recorders hört man erst ganz am Ende Schreie aus der Kabine. Den Passagieren schien also nichts aufgefallen zu sein, bis kurz vor dem Aufprall. Für Sie schien es eben ein ganz normaler Flug zu sein.
Die Frage nach dem Warum wird man hingegen nie mit Gewissheit beantworten können. Wir alle können niemandem in den Kopf schauen. Niemand kann sagen, was in seinem Gegenüber vorgeht. Wir wissen nur, dass der Co-Pilot wohl unter Depressionen gelitten haben soll. Vielleicht durchlebte er gerade eine tief depressive Phase. Vielleicht hat er nur auf den passenden Augenblick gewartet um sich das Leben zu nehmen. Aber auch dieser Schritt erfordert sehr viel Mut. Vielleicht hatte er ihn eben zu diesem unglücklichen Zeitpunkt und hat so 149 unschuldige Personen mit in den Tod gerissen.
Aber all dies bleibt reine Spekulation. Niemand von uns war in dem Flieger. Niemand von uns war im Cockpit. Niemand wusste, wie sich der Co-Pilot fühlte. Niemand wusste, was er gerade alles durchmachen musste.
Was kann man nun in Zukunft tun, um solche Ereignisse zu verhindern? Würde eine Vier-Augen-Regel helfen, so wie es bei amerikanischen Airlines Vorschrift ist? Würde eine Frauenquote helfen?
Der Flug 4U 9525 ist nun gerade einmal eine Woche her, da gibt es schon die ersten Personen, welche ihr Wissen kund tun. Sie geben Ratschläge, wie man alles besser machen kann. Natürlich ist es wichtig sich darüber Gedanken zu machen und dass auch möglichst schnell. Dennoch scheinen manche Menschen nur Profit aus diesem Unglück schlagen zu wollen. Über die derzeitige Situation scheint sich keiner so richtig im klaren zu sein.
Der Germanwings-Flug 4U 9525 startet in Barcelona. An Bord sind 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Es ist ein Routineflug, wie er mehrmals täglich durchgeführt wird.
10:31 Uhr:
Die Maschine verlässt nach einer Kurskorrektur nach Nordosten ohne Freigabe der Flugsicherung ihre Reiseflughöhe und beginnt einen Sinkflug.
10:36 Uhr:
Der Tower von Marseille versucht zum letzten Mal Kontakt mit der Germanwings-Maschine auf der internationalen Notfrequenz auf zu nehmen - ohne Erfolg.
Der Routineflug scheint heute keiner zu sein. Da die Maschine nicht antwortet wird ein anderer Routineplan eingeleitet. Ein Plan, den niemand gerne hört: es ist der Notfallplan.
10:40 Uhr:
Der Airbus A320 verschwindet vom Radar. Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Der Airbus scheint abzustürzen. Jeden Moment könnte er auf dem Boden aufschlagen. Die letzte bekannte Flughöhe betrug gerade einmal 1890 Meter.
11:10 Uhr:
Nun gibt es auch Gewissheit. Das Wrack von Flug 4U 9525 wird durch die Hubschrauber des französischen Such- und Rettungsdienstes identifiziert. Die Frage, die sich in diesem Moment wohl jeder stellt ist nach dem Warum?
Die Nachricht vom Absturz der Germanwings-Maschine verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Medien stürzen sich wie die Aasgeier auf das Geschehen. Jeder möchte wissen, was auf diesem Flug geschehen ist. Sind Billig-Airlines vielleicht unsicher? Wurde das Flugzeug regelmäßig gewartet? War es ein technischer Defekt? Könnte es ein Terroranschlag gewesen sein? Oder doch eher menschliches Versagen?
Inzwischen haben wir Gewissheit. Der Voice-Recorder des Flugzeugs wurde gefunden. Demnach war der Co-Pilot allein im Cockpit und scheint die Maschine mutwillig zum Absturz gebracht zu haben. Der Pilot hat zwar noch versucht sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen, hat es aber nicht mehr geschafft. Sein Co-Pilot hat ihn ausgesperrt.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 muss man die Tür zum Cockpit von innen freigeben. Zwar gibt es einen Notfallcode, um die Tür auch von außen öffnen zu können. Aber auch dieser hat nicht geholfen. Der Co-Pilot des Fluges 4U 9525 hat die Tür verriegelt und konnte so für fünf Minuten nicht geöffnet werden. Wertvolle Zeit, in der die Maschine mehrere tausend Meter in die Tiefe stürzte.
Warum tut ein Mensch so etwas? Was befähigt eine Person dazu, sich selbst und 149 weitere Personen umzubringen? Hätte man die Tat verhindern können? Was muss sich in Zukunft ändern, damit solche Taten nicht noch einmal vorkommen? Wussten die Passagiere, was auf sie zu kommt? Und die wohl wichtigste Frage, die sich die Angehörigen stellen: Mussten ihre Liebsten leiden?
Letzteres kann man wohl mit nein beantworten. Auf den Aufzeichnungen des Voice-Recorders hört man erst ganz am Ende Schreie aus der Kabine. Den Passagieren schien also nichts aufgefallen zu sein, bis kurz vor dem Aufprall. Für Sie schien es eben ein ganz normaler Flug zu sein.
Die Frage nach dem Warum wird man hingegen nie mit Gewissheit beantworten können. Wir alle können niemandem in den Kopf schauen. Niemand kann sagen, was in seinem Gegenüber vorgeht. Wir wissen nur, dass der Co-Pilot wohl unter Depressionen gelitten haben soll. Vielleicht durchlebte er gerade eine tief depressive Phase. Vielleicht hat er nur auf den passenden Augenblick gewartet um sich das Leben zu nehmen. Aber auch dieser Schritt erfordert sehr viel Mut. Vielleicht hatte er ihn eben zu diesem unglücklichen Zeitpunkt und hat so 149 unschuldige Personen mit in den Tod gerissen.
Aber all dies bleibt reine Spekulation. Niemand von uns war in dem Flieger. Niemand von uns war im Cockpit. Niemand wusste, wie sich der Co-Pilot fühlte. Niemand wusste, was er gerade alles durchmachen musste.
Was kann man nun in Zukunft tun, um solche Ereignisse zu verhindern? Würde eine Vier-Augen-Regel helfen, so wie es bei amerikanischen Airlines Vorschrift ist? Würde eine Frauenquote helfen?
Der Flug 4U 9525 ist nun gerade einmal eine Woche her, da gibt es schon die ersten Personen, welche ihr Wissen kund tun. Sie geben Ratschläge, wie man alles besser machen kann. Natürlich ist es wichtig sich darüber Gedanken zu machen und dass auch möglichst schnell. Dennoch scheinen manche Menschen nur Profit aus diesem Unglück schlagen zu wollen. Über die derzeitige Situation scheint sich keiner so richtig im klaren zu sein.
Die Bergungsarbeiten hatten gerade erst begonnen. Angehörige wurden zum Ort des Geschehens gebracht. Die Leichen wurden noch nicht einmal geborgen, da trudeln schon die ersten Kommentare zum Flugzeugabsturz ein.
Luise Pusch ist feministische Linguistin und Schriftstellerin und veröffentlichte einen Gastbeitrag bei dem online Magazin "Emma" (veröffentlicht am 27.03.15). Darin fordert sie eine Frauenquote für Piloten. 94% der Piloten bei Lufthansa seien Männer, welche ein Risiko darstellen, denn "Amoktrips sind Männersache", sagt Pusch.
Ein Kommentar, der meiner Meinung nach zum falschen Zeitpunkt verfasst wurde. Darin geht es gar nicht so sehr um den Selbstmord und die 149 Opfer, sondern eigentlich nur darum, dass Frauen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Was Frau Pusch jedoch nicht zu sehen scheint ist, dass eine Frauenquote allein nicht viel bringt. Denn dann könnte immer noch die Pilotin nach dem Gang zu Toilette aus dem Cockpit ausgesperrt werden. Aber auch die Bedingung, dass Pilotinnen während des gesamten Fluges im Cockpit verweilen müssten, würde bestimmt die ein oder andere Feministin aufschreien lassen. Was soll man also tun?
Die Idee eine Frauenquote einzuführen ist generell nicht schlecht. Solche Aktionen unterstütze ich auch gerne, aber der Zeitpunkt gefällt mir eben nicht. Frauenquote plus die Vier-Augen-Regel ist da schon besser. So würde gewährleistet, dass immer zwei Personen im Cockpit sein müssten und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem weiteren Mitnahme-Selbstmord kommt verringert sich erheblich, da Männer tatsächlich häufiger Suizide erfolgreich begehen.
Luise Pusch ist feministische Linguistin und Schriftstellerin und veröffentlichte einen Gastbeitrag bei dem online Magazin "Emma" (veröffentlicht am 27.03.15). Darin fordert sie eine Frauenquote für Piloten. 94% der Piloten bei Lufthansa seien Männer, welche ein Risiko darstellen, denn "Amoktrips sind Männersache", sagt Pusch.
Ein Kommentar, der meiner Meinung nach zum falschen Zeitpunkt verfasst wurde. Darin geht es gar nicht so sehr um den Selbstmord und die 149 Opfer, sondern eigentlich nur darum, dass Frauen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Was Frau Pusch jedoch nicht zu sehen scheint ist, dass eine Frauenquote allein nicht viel bringt. Denn dann könnte immer noch die Pilotin nach dem Gang zu Toilette aus dem Cockpit ausgesperrt werden. Aber auch die Bedingung, dass Pilotinnen während des gesamten Fluges im Cockpit verweilen müssten, würde bestimmt die ein oder andere Feministin aufschreien lassen. Was soll man also tun?
Die Idee eine Frauenquote einzuführen ist generell nicht schlecht. Solche Aktionen unterstütze ich auch gerne, aber der Zeitpunkt gefällt mir eben nicht. Frauenquote plus die Vier-Augen-Regel ist da schon besser. So würde gewährleistet, dass immer zwei Personen im Cockpit sein müssten und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem weiteren Mitnahme-Selbstmord kommt verringert sich erheblich, da Männer tatsächlich häufiger Suizide erfolgreich begehen.
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Montag, 30. März 2015
Suizid - und plötzlich war alles anders
Warum ist das passiert? Wieso hat er das getan? Er war doch immer so ein glücklicher Mensch. Warum hab ich nichts bemerkt? Wäre er vielleicht noch am Leben, wenn ich mich anders verhalten hätte? Was hätte ich anders machen können? Bin ich schuld am Tod meines Kindes? Hat es vielleicht wegen mir den Suizid gewählt? Warum ist er mit seinen Sorgen nicht zu mir gekommen?
All dies sind Fragen die sich Angehörige von Suizidanten stellen werden. Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt und die man für den Rest seines Lebens mit sich herum tragen wird. Vor allem die Frage nach der Schuld. Wer hat mein Kind in den Suizid getrieben? War ich es vielleicht?
Etwa 10.000 Menschen bringen sich jährlich in Deutschland um. Allein 200 davon sind jünger als 20 Jahre. Bedauerlicherweise sind diese Zahlen in den letzten Jahren auch relativ stabil geblieben. Bei jungen Menschen gehört der Suizid sogar zur häufigsten Todesursache. 30 bis 40 Prozent der jungen Menschen kommen auf den Gedanken, sich umzubringen. Vier bis sechs Prozent versuchen es sogar.
Woran liegt es, dass sich so viele Menschen das Leben nehmen wollen? Was muss man erlebt haben, um den Tod als einzigen Ausweg zu sehen? Erwarten wir manchmal zu viel von unseren Mitmenschen? Drängen wir sie vielleicht in ein Leben, was sie gar nicht führen wollen?
Ein Artikel im Spiegel (Heft-Nr.: 12, vom 14.03.2015) handelt über das Thema Suizid. Seit über sechs Jahren versucht ein Vater den Suizid seines Sohnes zu verarbeiten. Er will verstehen, warum sich sein Sohn das Leben genommen hat. Aber anstatt Antworten zu erhalten, stellen sich nur noch mehr Fragen. Weder die Schule, noch das Jugendamt wollen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch nachdem der Vater ein Buch verfasst hat und sich an den Spiegel gewandt hat, bleiben die Fragen weiter offen?
An das Thema Suizid wagt sich keiner heran. Es ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Irgendwie ist dies auch verständlich. Wenn es um den Suizid eines Menschen geht, geht es auch immer um die Frage der Schuld. Und die möchte keiner haben. Niemand möchte Schuld am Tod eines Menschen haben.
Aber ist es wirklich richtig das Ganze Tod zu schweigen?
Nein, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Helmut Braun-Scharm. "Es ist wichtig, öffentlich über das Thema zu sprechen. Nur so können wir die Jugendlichen dazu bringen, sich damit auseinanderzusetzen."
Bei solchen Tabuthemen glaubt man oft, dass man alleine sei. Als ob man nur einer unter Tausenden oder gar Millionen sei. Oft stellt man aber fest, dass dem gar nicht so ist. Meist sind mehr Menschen betroffen als man glaubt. Allein diese Tatsache gibt einem Mut und Kraft über die unmöglichsten Dinge zu sprechen.
Wer weiß schon welcher unserer Mitmenschen suizidgefährdet ist? Ein Nachbar? Ein Mitschüler? Ein Kommilitone? Vielleicht sogar einer unserer Eltern, Geschwister oder Kinder? Es könnte jeder sein. Was einen Menschen nun dazu bringt den Tod zu wählen, kann man wohl nie mit Gewissheit sagen oder an einer bestimmte Sache fest machen. Aber vielleicht bekommt der ein oder andere neuen Lebensmut, wenn man ihm zeigt, dass man ihn liebt und wertschätzt. Dass man gerne und viel Zeit mit ihm verbringt. Dass der Mensch eben nicht nur ein Lebewesen ist, welches zu funktionieren hat.
All dies sind Fragen die sich Angehörige von Suizidanten stellen werden. Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt und die man für den Rest seines Lebens mit sich herum tragen wird. Vor allem die Frage nach der Schuld. Wer hat mein Kind in den Suizid getrieben? War ich es vielleicht?
Etwa 10.000 Menschen bringen sich jährlich in Deutschland um. Allein 200 davon sind jünger als 20 Jahre. Bedauerlicherweise sind diese Zahlen in den letzten Jahren auch relativ stabil geblieben. Bei jungen Menschen gehört der Suizid sogar zur häufigsten Todesursache. 30 bis 40 Prozent der jungen Menschen kommen auf den Gedanken, sich umzubringen. Vier bis sechs Prozent versuchen es sogar.
Woran liegt es, dass sich so viele Menschen das Leben nehmen wollen? Was muss man erlebt haben, um den Tod als einzigen Ausweg zu sehen? Erwarten wir manchmal zu viel von unseren Mitmenschen? Drängen wir sie vielleicht in ein Leben, was sie gar nicht führen wollen?
Ein Artikel im Spiegel (Heft-Nr.: 12, vom 14.03.2015) handelt über das Thema Suizid. Seit über sechs Jahren versucht ein Vater den Suizid seines Sohnes zu verarbeiten. Er will verstehen, warum sich sein Sohn das Leben genommen hat. Aber anstatt Antworten zu erhalten, stellen sich nur noch mehr Fragen. Weder die Schule, noch das Jugendamt wollen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch nachdem der Vater ein Buch verfasst hat und sich an den Spiegel gewandt hat, bleiben die Fragen weiter offen?
An das Thema Suizid wagt sich keiner heran. Es ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Irgendwie ist dies auch verständlich. Wenn es um den Suizid eines Menschen geht, geht es auch immer um die Frage der Schuld. Und die möchte keiner haben. Niemand möchte Schuld am Tod eines Menschen haben.
Aber ist es wirklich richtig das Ganze Tod zu schweigen?
Nein, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Helmut Braun-Scharm. "Es ist wichtig, öffentlich über das Thema zu sprechen. Nur so können wir die Jugendlichen dazu bringen, sich damit auseinanderzusetzen."
Bei solchen Tabuthemen glaubt man oft, dass man alleine sei. Als ob man nur einer unter Tausenden oder gar Millionen sei. Oft stellt man aber fest, dass dem gar nicht so ist. Meist sind mehr Menschen betroffen als man glaubt. Allein diese Tatsache gibt einem Mut und Kraft über die unmöglichsten Dinge zu sprechen.
"Das Sterben der Seele beginnt nicht mit dem Verlust des Lebens,
sondern mit dem fehlen von Liebe."
Wer weiß schon welcher unserer Mitmenschen suizidgefährdet ist? Ein Nachbar? Ein Mitschüler? Ein Kommilitone? Vielleicht sogar einer unserer Eltern, Geschwister oder Kinder? Es könnte jeder sein. Was einen Menschen nun dazu bringt den Tod zu wählen, kann man wohl nie mit Gewissheit sagen oder an einer bestimmte Sache fest machen. Aber vielleicht bekommt der ein oder andere neuen Lebensmut, wenn man ihm zeigt, dass man ihn liebt und wertschätzt. Dass man gerne und viel Zeit mit ihm verbringt. Dass der Mensch eben nicht nur ein Lebewesen ist, welches zu funktionieren hat.
Montag, 26. Januar 2015
Für einen Moment
Für einen Moment keine Sorgen haben.
Für einen Moment sich keine Gedanken machen.
Für einen Moment alles vergessen.
Für einen Moment man selbst sein.
Für manch einen mag es unvorstellbar sein solche Wünsche zu haben. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die sorgenfrei durch die Welt gehen, die sich um nichts Gedanken machen müssen. Menschen, die einfach nur sie selbst sind.
Ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Ich weiß, dass ich mir oft viel zu viele Gedanken zu einem Thema mache. Gedanken, die gar keine Daseinsberechtigung haben. Wenn mir dann wieder alles zuviel wird, sehne ich mich nach solchen Momenten. Momente, wo ich mir keine Sorgen, keine Gedanken machen muss. Momente in denen ich alles vergesse und einfach nur ich selbst sein kann.
In der letzten Woche sehnte ich mich nach solchen Augenblicken. Woran das nun genau lag kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Die Vorlesungszeit ist nun bald zu Ende. Die ersten Klausuren stehen an. Arbeiten gehen. Recherchen für diesen Blog betreiben und Beiträge posten. Da bleibt nur sehr wenig Zeit für sich.
Ich versuche immer mir diese Zeit zu nehmen, aber manchmal klappt das eben nicht so gut. Es gibt eben auch Zeiten, wo mich die Sorgen nicht loslassen. Zeiten in denen ich mir ständig Gedanken mache. Wo mir manche Dinge nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Zeiten in denen ich nicht ich selbst sein kann oder darf.
Ich bin kein Mensch, der sich um Punkt 20 Uhr vor den Fernseher setzt und die Tagesschau guckt. Ich bin auch nicht unbedingt der Zeitungsleser. Seit Internet, Smartphone, Tablet und der gleichen ist das auch kein Problem mehr. Ich versuche mich immer über die wichtigsten Neuigkeiten zu informieren. Vor allem im LGBTI-Bereich.
Ich weiß nicht ob es nur mir so ergeht, aber aus diesem Gebiet scheint es im Moment nur wenig bis keine erfreulichen Nachrichten zu geben. Im Dezember 2014 hat sich Leelah Alcorn das Leben genommen, weil sie von transphoben Menschen umgeben war. Ihr wurde die Hormontherapie zur Geschlechtsumwandlung von den Eltern verweigert. Im Januar 2015 hat sich ein homosexueller Jugendlicher in einem Internat umgebracht. Der Verein 'Besorgte Eltern' plant Demonstrationen in ganz Deutschland und versucht so die Reform des Bildungsplans aufzuhalten. IS-Anhänger richteten Schwule hin. Lesben wurden aus einem wiener Café geworfen, weil sie sich küssten. Der Papst sieht LGBTI-Menschen als Bedrohung von Ehe und Familie. In Hamburg wurde einem schwulen Paar der Austritt aus dem Fitnessstudio nahegelegt.
Aber allem Schlechten folgt auch etwas Gutes. Erfreulich an den ganzen Nachrichten sind nämlich die Gegendemonstrationen. In den USA ist eine Diskussion über die Rechte von LGBTI-Menschen entfacht. Sogar der Präsident hat sich zu Wort gemeldet. Überall in Deutschland werden Gegendemonstrationen gestartet um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung an Schulen zu sorgen. In Wien haben tausende Menschen für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Es gibt also noch Hoffnung.
Gegner wird es wohl immer geben. Es wird immer Menschen geben, die dich scheitern sehen wollen. Aber das alles spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass man sich von den Schlagzeilen nicht runter ziehen lässt. Wichtig ist, dass man glücklich durchs Leben geht.
Als Homosexueller oder Transgender wird man automatisch von anderen Mitmenschen begafft. Es ist eben kein alltägliches Bild, was man da zu sehen bekommt. Damit muss man leben. Aber sich ständig Gedanken darüber zu machen, was denn nun meine Mitmenschen davon halten ist auch nicht gut. Es geht schließlich um mich, um mein Leben und es ist allein meine Entscheidung wann und mit wem ich glücklich bin. Auch wenn es nur für einen Moment ist, lohnt es sich dafür zu kämpfen. Für einen Moment sorgenfrei zu sein, sich keine Gedanken machen zu müssen. Für einen Moment alles zu vergessen. Einfach nur man selbst sein und den Moment genießen.
Für einen Moment sich keine Gedanken machen.
Für einen Moment alles vergessen.
Für einen Moment man selbst sein.
Für manch einen mag es unvorstellbar sein solche Wünsche zu haben. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die sorgenfrei durch die Welt gehen, die sich um nichts Gedanken machen müssen. Menschen, die einfach nur sie selbst sind.
Ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Ich weiß, dass ich mir oft viel zu viele Gedanken zu einem Thema mache. Gedanken, die gar keine Daseinsberechtigung haben. Wenn mir dann wieder alles zuviel wird, sehne ich mich nach solchen Momenten. Momente, wo ich mir keine Sorgen, keine Gedanken machen muss. Momente in denen ich alles vergesse und einfach nur ich selbst sein kann.
In der letzten Woche sehnte ich mich nach solchen Augenblicken. Woran das nun genau lag kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Die Vorlesungszeit ist nun bald zu Ende. Die ersten Klausuren stehen an. Arbeiten gehen. Recherchen für diesen Blog betreiben und Beiträge posten. Da bleibt nur sehr wenig Zeit für sich.
Ich versuche immer mir diese Zeit zu nehmen, aber manchmal klappt das eben nicht so gut. Es gibt eben auch Zeiten, wo mich die Sorgen nicht loslassen. Zeiten in denen ich mir ständig Gedanken mache. Wo mir manche Dinge nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Zeiten in denen ich nicht ich selbst sein kann oder darf.
Ich bin kein Mensch, der sich um Punkt 20 Uhr vor den Fernseher setzt und die Tagesschau guckt. Ich bin auch nicht unbedingt der Zeitungsleser. Seit Internet, Smartphone, Tablet und der gleichen ist das auch kein Problem mehr. Ich versuche mich immer über die wichtigsten Neuigkeiten zu informieren. Vor allem im LGBTI-Bereich.
Ich weiß nicht ob es nur mir so ergeht, aber aus diesem Gebiet scheint es im Moment nur wenig bis keine erfreulichen Nachrichten zu geben. Im Dezember 2014 hat sich Leelah Alcorn das Leben genommen, weil sie von transphoben Menschen umgeben war. Ihr wurde die Hormontherapie zur Geschlechtsumwandlung von den Eltern verweigert. Im Januar 2015 hat sich ein homosexueller Jugendlicher in einem Internat umgebracht. Der Verein 'Besorgte Eltern' plant Demonstrationen in ganz Deutschland und versucht so die Reform des Bildungsplans aufzuhalten. IS-Anhänger richteten Schwule hin. Lesben wurden aus einem wiener Café geworfen, weil sie sich küssten. Der Papst sieht LGBTI-Menschen als Bedrohung von Ehe und Familie. In Hamburg wurde einem schwulen Paar der Austritt aus dem Fitnessstudio nahegelegt.
Aber allem Schlechten folgt auch etwas Gutes. Erfreulich an den ganzen Nachrichten sind nämlich die Gegendemonstrationen. In den USA ist eine Diskussion über die Rechte von LGBTI-Menschen entfacht. Sogar der Präsident hat sich zu Wort gemeldet. Überall in Deutschland werden Gegendemonstrationen gestartet um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung an Schulen zu sorgen. In Wien haben tausende Menschen für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Es gibt also noch Hoffnung.
Gegner wird es wohl immer geben. Es wird immer Menschen geben, die dich scheitern sehen wollen. Aber das alles spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass man sich von den Schlagzeilen nicht runter ziehen lässt. Wichtig ist, dass man glücklich durchs Leben geht.
Als Homosexueller oder Transgender wird man automatisch von anderen Mitmenschen begafft. Es ist eben kein alltägliches Bild, was man da zu sehen bekommt. Damit muss man leben. Aber sich ständig Gedanken darüber zu machen, was denn nun meine Mitmenschen davon halten ist auch nicht gut. Es geht schließlich um mich, um mein Leben und es ist allein meine Entscheidung wann und mit wem ich glücklich bin. Auch wenn es nur für einen Moment ist, lohnt es sich dafür zu kämpfen. Für einen Moment sorgenfrei zu sein, sich keine Gedanken machen zu müssen. Für einen Moment alles zu vergessen. Einfach nur man selbst sein und den Moment genießen.
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Freitag, 9. Januar 2015
Welchen Wert hat ein Leben? / Leelah Alcorn
Welchen Wert hat ein Leben? Wie wichtig ist uns unser eigenes leben? Wie wichtig ist uns das Leben Anderer? Was würden wir tun, um zu leben?
Der Fall Leelah Alcorn lies mich darüber nachdenken. Sie hat das Jahr 2015 nie erlebt. Leelah hat sich nämlich am 29. Dezember 2014 das Leben genommen. Sie hat jeden Willen am Leben zu bleiben verloren. Sie durfte ihre eigene Persönlichkeit nicht ausleben, weil sie transgender war.
Leelah wurde als Junge unter dem Namen Josh Alcorn geboren. Bereits mit vier Jahren fühlte sie sich als Mädchen. Mit 14 Jahren lernte Leelah, was "Transsexualität" bedeutet. Nach dem Outing bei den Eltern fängt die Höllenfahrt aber erst richtig an. Die Eltern verweigern ihr die Hormontherapie. Daraufhin outet sich Leelah vor ihrer Klasse als Schwul. Viel zu groß ist die Angst auch bei ihren Freunden auf Ablehnung zu stoßen. Die Klasse nimmt das Outing positiv auf. Als die Eltern davon erfahren wird Leelah von der Schule genommen und jeglicher Kontakt zur Außenwelt wird unterbunden. Als das Schuljahr vorbei ist darf Leelah wieder mit ihren Freunden kommunizieren, aber diese haben sich bereits von ihr abgewandt. Leelah wurde von niemandem aus ihrem Umfeld unterstützt und nahm sich im Alter von 17 Jahren das Leben.
Ein Fall, der zu Tränen rührt. Ein Fall, der zum nachdenken anregt.
Was sind wir nur für Menschen? Was sind wir für Eltern? Wer verweigert dem eigenen Kind glücklich zu sein? Würden wir als Eltern nicht alles dafür tun, dass unser Kind glücklich wird?
Der Fall Leelah Alcorn zeigt das deutlich: Nicht jeder kämpft für das Glück des eigenen Kindes.
Leelah hätte nur noch ein Jahr warten müssen, dann hätte sie selbst über eine Hormontherapie entscheiden können. So lange wollte sie aber nicht mehr warten. Sie entschied sich lieber für den Tod, um damit für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.
In ihrem bewegenden Abschiedsbrief ruft sie zu mehr Aufklärung an Schulen auf. Homosexualität und Transsexualität gehören auch in den Unterrichtsstoff. Je eher die Schüler aufgeklärt werden, desto besser.
R.I.P. Leelah !!!!! We miss you!!!!!
P.S.: Leider wurde der Blog von Leelah gelöscht. Hier sind aber drei Screenshots vom Abschiedsbrief.
Der Fall Leelah Alcorn lies mich darüber nachdenken. Sie hat das Jahr 2015 nie erlebt. Leelah hat sich nämlich am 29. Dezember 2014 das Leben genommen. Sie hat jeden Willen am Leben zu bleiben verloren. Sie durfte ihre eigene Persönlichkeit nicht ausleben, weil sie transgender war.Leelah wurde als Junge unter dem Namen Josh Alcorn geboren. Bereits mit vier Jahren fühlte sie sich als Mädchen. Mit 14 Jahren lernte Leelah, was "Transsexualität" bedeutet. Nach dem Outing bei den Eltern fängt die Höllenfahrt aber erst richtig an. Die Eltern verweigern ihr die Hormontherapie. Daraufhin outet sich Leelah vor ihrer Klasse als Schwul. Viel zu groß ist die Angst auch bei ihren Freunden auf Ablehnung zu stoßen. Die Klasse nimmt das Outing positiv auf. Als die Eltern davon erfahren wird Leelah von der Schule genommen und jeglicher Kontakt zur Außenwelt wird unterbunden. Als das Schuljahr vorbei ist darf Leelah wieder mit ihren Freunden kommunizieren, aber diese haben sich bereits von ihr abgewandt. Leelah wurde von niemandem aus ihrem Umfeld unterstützt und nahm sich im Alter von 17 Jahren das Leben.
Ein Fall, der zu Tränen rührt. Ein Fall, der zum nachdenken anregt.
Was sind wir nur für Menschen? Was sind wir für Eltern? Wer verweigert dem eigenen Kind glücklich zu sein? Würden wir als Eltern nicht alles dafür tun, dass unser Kind glücklich wird?
Der Fall Leelah Alcorn zeigt das deutlich: Nicht jeder kämpft für das Glück des eigenen Kindes.
Leelah hätte nur noch ein Jahr warten müssen, dann hätte sie selbst über eine Hormontherapie entscheiden können. So lange wollte sie aber nicht mehr warten. Sie entschied sich lieber für den Tod, um damit für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.
In ihrem bewegenden Abschiedsbrief ruft sie zu mehr Aufklärung an Schulen auf. Homosexualität und Transsexualität gehören auch in den Unterrichtsstoff. Je eher die Schüler aufgeklärt werden, desto besser.
R.I.P. Leelah !!!!! We miss you!!!!!
P.S.: Leider wurde der Blog von Leelah gelöscht. Hier sind aber drei Screenshots vom Abschiedsbrief.
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Dienstag, 4. November 2014
Sterbehilfe ja oder nein?
Eine Frage die nach dem aktuellen Fall in den USA wieder auflodert. Wann ist es Mord? Wann ist es Hilfe? Jeder ist anderer Meinung. In fünf US-Bundesstaaten ist die aktive Sterbehilfe bisher erlaubt. Einer dieser Staaten ist Oregon, wo die Familie Maynard wohnt.
Die Sterbehilfe-Organisation „Compassion & Choices“ bestätigte den Tod der 29-Jährigen. Sie habe wie geplant am Samstag tödliche Medikamente eingenommen und starb friedlich in ihrem Schlafzimmer in den Armen ihrer Liebsten.
Am Samstag hat sich die 29-Jährige Brittany Maynard wie angekündigt das Leben genommen. Die junge Frau litt an einem aggressiven Gehirntumor. Die behandelten Ärzte gaben ihr im April diesen Jahres noch genau sechs Monate zu Leben. Nach dieser Diagnose zog die Amerikanerin mit ihrer Familie nach Oregon. In diesem US-Bundesstaat ist es erlaubt Sterbehilfe zu leisten. Die letzten Wochen und Monate verfasste Maynard mehrere Video-Botschaften in denen sie sich für die aktive Sterbehilfe einsetzte. Diese bewegenden Videos wurden millionenfach im Internet angeklickt.
Bis zuletzt war jedoch unklar, ob sich die Amerikanerin tatsächlich das Leben nehmen wolle. Am Donnerstag veröffentlichte sie noch ein Video und verkündete wie viel Freude sie noch am Leben empfinde. Gleichzeitig bereite ihr die Krankheit aber auch große Schmerzen und schränke sie immer mehr ein.
„Lebt wohl, alle meine lieben Freunde und Familie, die ich liebe. Heute ist der Tag, den ich ausgewählt habe, um in Würde zu sterben - angesichts meiner schrecklichen Krankheit, diesem furchtbaren Gehirntumor, der so viel von mir genommen hat ... mir aber noch mehr nehmen würde. Die Welt ist ein wunderschöner Ort, das Reisen war mir der beste Lehrer, meine engen Freunde und meine Familie haben mir alles gegeben. Selbst jetzt, während ich dies schreibe, habe ich einen Kreis von Unterstützern an meinem Bett. Lebe wohl, Welt. Verbreitet positive Energie. Tut Gutes.“ So lautete ihre letzte Botschaft über Facebook. Danach ist sie seelenruhig in den Armen ihres Mannes eingeschlafen.
„Eines Tages wird das Leben vor deinen Augen aufblitzen, sorge dafür, dass es sehenswert ist“, lautet die Überschrift des auf ihrer Website veröffentlichten Nachrufs. Maynard habe sich entschieden, angesichts einer schrecklichen, schmerzhaften und unheilbaren Krankheit eine gut durchdachte Entscheidung zu treffen und mit Würde zu sterben, heißt es darin.
Sterbehilfe ja oder nein? Wie weit dürfen Mediziner gehen?
Auch ich habe mir des Öfteren Gedanken über dieses Thema gemacht. In meinem Bekanntenkreis gab es zwei Menschen, die an Krebs gestorben sind. Beide habe ich immer als Lebensbejahende Personen wahrgenommen. Bei beiden hatte man bis kurz vor dem Tod nie den Eindruck gehabt, dass sie unter ihrer unheilbaren Krankheit leiden würden.
Eine dieser Personen hat jeden Tag gekämpft und gekämpft und so schließlich ganze fünf Monate länger gelebt, als es die Ärzte vorhergesagt haben. Eine Zeit voller Höhen und Tiefen. Gerade in den letzten Wochen ging es nur noch darum, dass sie nicht erstickt sondern an Multiorganversagen sterbe. Als ich sie etwa eine Woche vor ihrem Tod sah, habe ich sie kaum wiedererkannt. Im ersten Moment dachte ich sie sollte doch besser wieder nach Hause oder ins Krankenhaus fahren und nicht diese gesellige Runde stören. Doch dann merkte ich, dass es die Patentante meiner Schwester war. Wie ich später erfahren habe, hat sie sich aus dem Krankenhaus entlassen, nur um bei der Konfirmation ihres Patenkindes dabei zu sein.
Sterbehilfe ja oder nein? Ich bin mir selber nicht ganz im Klaren darüber. Auf der einen Seite weiß ich, wie sehr die betroffenen Personen unter ihrer Krankheit leiden. An manchen Tagen wünscht man sich die aktive Sterbehilfe, weil man den geliebten Menschen nicht mehr leiden sehen kann. Auf der anderen Seite möchte man aber auch nicht diesen Menschen verlieren. Einen Menschen der immer für einen da war, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Ich könnte wahrscheinlich selbst nicht damit leben, wenn ich über Leben und Tod eines Menschen entschieden hätte. Die Vorwürfe eventuell einen Fehler gemacht zu haben. Einem Menschen vielleicht ein paar Tage seines kostbaren Lebens genommen zu haben. Für mich eine grauenvolle Vorstellung. Ist das Mord? Ist das Suizid? Beihilfe zum Suizid? Kann oder sollte man dafür bestraft werden?
Auch unter Medizinern ist die aktive Sterbehilfe höchst umstritten. Sie haben einen Eid geleistet jedem Menschen zu helfen. Egal welchen gesellschaftlichen Stand er hat und egal wie schlecht es um ihn steht. Nach diesem Eid sind die Mediziner verpflichtet die Patienten am Leben zu erhalten. Eine aktive Sterbehilfe wiederspricht demnach dem Beruf des Mediziners, auch wenn die Krankheit als unheilbar gilt.
Die aktive Sterbehilfe ist ein Thema, wo sich niemand gerne mit befasst. Das Thema steckt noch tief in den Kinderschuhen. Es gibt viel zu viele ungeklärte Fragen. Niemand weiß, wie man mit der aktiven Sterbehilfe umgehen soll. Ich persönlich kann nur hoffen, dass ich niemals über das Leben eines Menschen richten muss.
Sterbehilfe ja oder nein? Was sagt ihr dazu? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.
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