Posts mit dem Label Transsexualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Transsexualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 24. September 2015

L wie Liebesleben I ABC eines Schwulen

Als ich mir über dieses ABC gedanken gemacht habe, war mir relativ schnell klar, dass es bei dem Buchstaben L um das Thema Liebe bzw. das Liebesleben eines Schwulen gehen sollte. Allerdings habe ich mir nie genauer Gedanken dazu gemacht, um was es genau dabei gehen sollte. Außerdem habe ich das Thema Liebe schon einmal in einem anderen Beitrag behandelt, sodass es unnötig wäre zweimal darüber zu schreiben.
Die logische Schlussfolgerung daraus wäre also, dass es nun um das Thema Liebesleben gehen wird. Aber wen wird das Interessieren? Was könnte man überhaupt dazu schreiben? Was sagt das Liebesleben eines einzelnen schon über eine ganze Gruppe aus? Und warum sollte ich über mein Liebesleben reden? Nur weil ich schwul bin? Habe ich allein aus diesem Grund kein Anrecht mehr auf eine Privatsphäre?

Doch, die habe ich. Jeder hat ein Anrecht darauf über private Angelegenheiten zu schweigen. Was bei mir im Bett passiert, dass geht wohl nur meinen Freund und mich etwas an. So wie es bei jedem anderen Paar auch der Fall ist.
Und dennoch beschleicht mich das Gefühl über das Liebesleben eines Schwulen berichten zu müssen. Es ist nochmal an der Zeit, dass euch jemand sagt, dass Ihr da etwas falsch verstanden habt. Denn in der Liebe und dem Liebesleben geht es nicht nur darum Sex zu haben. Sondern auch darum einen Menschen zu kennen, dem man zu 100 % vertrauen kann. Und zwar blind.  Einen Menschen zu kennen, dem man nicht Misstrauen braucht, der immer für einen da sein wird und alle Entscheidungen gemeinsam getragen werden.
Aber die Dinge ändern sich. Und das ist ok, das ist gut. Nur so kann sich etwas weiterentwickeln. Was gestern vielleicht noch ein Tabuthema war, darüber spricht man heute offen und ehrlich ohne jegliches Schamgefühl.
Welches Extrem der beiden nun besser sein mag, darüber lässt sich streiten. Letztlich muss man nämlich beide Extreme einmal austesten um später einen geeigneten Mittelweg zu finden.

Über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, wurde über das Thema Sex kein Sterbenswörtchen gesprochen. Es war nunmal eines der Tabuthemen. Aber mit jeder neuen Generation setzen auch Veränderungen ein. Nach und nach wurde immer offener und immer freier über das Thema geredet und diskutiert. Inzwischen sind wir sogar soweit, dass wir Liebe und Sex kaum noch voneinander unterscheiden können.
In einem Entwurf eines neuen Bildungsplans steht dann etwas von sexueller Vielfalt und nur kurze Zeit später heißt es, dass den Schülerinnen und Schülern bald gelehrt wird, was sie von einer Prostituierten alles erwarten könnten. Was natürlich ein Gerücht ist. Jeder hat den Begriff 'sexuelle Vielfalt' für sich interpretiert, wobei einige natürlich ausschließlich an den Geschlechtsverkehr an sich gedacht haben. Tatsächlich gemeint war mit sexueller Vielfalt aber, den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass man sich nicht unbedingt in das andere Geschlecht verlieben muss. Gemeint war aufzuzeigen, dass es eben nicht nur Heterosexuelle, sondern auch Homosexuelle oder Transgender gibt. Und es eben keine Schande ist, wenn man so empfindet.
Die Debatte um den Bildungsplan - Worum geht es?
Aber die Macht, die ein einzelnes Wort hat, ist manchmal nicht zu überblicken. Allein schon die Tatsache, dass in dem Entwurf eines Bildungsplans das Wort 'sexuell' auftaucht, scheint viele verstört zu haben. Kaum sind die magischen drei Buchstaben gefallen, schon kreisen die Gedanken nur noch um das Thema Sex. Daran zu denken, was sich der Autor des Schriftstückes bei dieser Wortwahl vielleicht noch gedacht haben könnte, spielt wohl keine Rolle.

Machmal ist es schon erschreckend wie sehr man doch auf seine Wortwahl achten muss, um genau das auszudrücken, was man möchte. Sogar wenn es nur ein erster Entwurf, ein möglicher Lösungsansatz ist, an dem man noch Verbesserungen durchführen kann und muss.



Donnerstag, 10. September 2015

J wie Jugend I ABC eines Schwulen

Früher war alles besser!

Ein bekannter Satz, den wohl jeder schon gehört hat. Wenn ich aber einen bekannten Comedian sinngemäß zitieren darf, so stimmt das nicht ganz. Denn früher war alles früher, aber noch lange nicht besser. Wir können aber aus unserer Vergangenheit lernen und zumindest versuchen es besser zu machen. Vor allem wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft.

Ich selbst bin noch nicht sonderlich alt, aber dennoch weiß ich, dass hier und da ein paar Verbesserungen nötig sind. Ich selbst habe beispielsweise relativ lange gebraucht um überhaupt zu begreifen, dass ich nicht hetero bin. Überall um mich herum wurde sich immer nur darüber unterhalten, dass man als Mann eine Frau hat und umgekehrt. Dass es auch homosexuelle oder transsexuelle Menschen gibt, davon war nie die Rede. Ich bin aber auch in einem Gebiet aufgewachsen, in dem man fast ausschließlich nur heterosexuelle Menschen sieht. Der Gedanke, dass ich schwul sein könnte kam mir also nie in den Sinn. In meiner kindlichen Naivität gab es einfach keine gleichgeschlechtlichen Paare.
Den Gedanken, wie es wäre mit einem Jungen / einem Mann zusammen zu sein, hatte ich schon immer. Jedoch habe ich mich selbst nie näher damit beschäftigt und das Ganze eher verdrängt, sodass ich auch mein inneres Coming Out erst spät hatte. Im Nachhinein würde ich sagen mir fehlte eine Bezugsperson, die mir sagte, dass es auch LGBT-Menschen gibt und dieses auch vollkommen normal sei.
Selbst im Aufklärungsunterricht ging es nur um die Liebe zwischen Mann und Frau. Nie wurde darüber gesprochen, dass es auch Schwule, Lesben und Transgender gibt. Sowohl diese Information, als auch die AUFKLÄRUNG, dass es normal ist wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen lieben fehlte komplett.
Die Folgen: Wörter wie "schwul", "Schwuchtel", "Homo" und "Homofürst" wurde als Schimpfwort oder als Ausdruck allen Übels benutzt. Auch die diversen Lehrer haben nichts dagegen unternommen. Vielleicht auch weil sie selbst nicht wussten, wie sie es anstellen sollten.
Inzwischen gibt es aber genug Vereine und Verbände, die ihre Hilfe anbieten und sogar extra Workshops für Schulen anbieten. Man muss nur den Kontakt aufbauen.

Den LSVD (Lesben- und Schwulenverband) gibt es seit dem 18.02.1990. Es gibt ihn also seit 25 Jahren. Der Verein ist demnach gerade mal zweieinhalb Jahre älter als ich selbst. In dieser Zeit hat sich der Verein für die Rechte von LGBT-Menschen bundesweit eingesetzt und auch schon einiges erreicht.
Leider tun sich aber auch heute noch relativ viele schwer damit sich zu outen. Nicht nur, weil schwul oder Schwuchtel auch heute noch als Schimpfworte benutzt werde, sondern auch, weil das Themengebiet LGBT nur selten im Unterricht behandelt werden.

Montag, 27. Juli 2015

Hamburg zeigt Flagge

Es ist mal wieder soweit. Die zweite Fünfte Jahreszeit hat auch in Hamburg begonnen. Eine ganze Woche lang wird hier am Jungfernstieg gefeiert. Aber auch demonstriert. Für die Rechte von sogenannten LGBTI. Die CSD-Saison hat begonnen. In dieser Woche wird in Hamburg und Essen der Christopher Street Day gefeiert und zum Wochenende wird auch noch Nürnberg und Ulm dabei sein. Wer hier durch die Straßen gehen wird, wird eventuell auch auf den ein oder anderen Fahnenträger treffen. Für viele das Erkennungszeichen von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Dabei hat die Regenbogenfahne auch noch eine andere Bedeutung.

Die Geschichte der Regenbogenfahne

Bereits in den Bauernkriegen wurden der Bandschuh und die Regenbogenfahne zum Zeichen einer neuen Zeit, der Hoffnung Veränderung. Aber auch die Nationalflagge des Inkareiches trägt die Farben des Regenbogens, welche auch heute noch die Fahne der Stadt Cusco ist. 
Seit dem Jahr 1961 ist die Regenbogenfahne zudem ein Symbol für die internationale Friedensbewegung. Sie wurde von dem Friedensaktivisten Aldo Capitini entworfen und kam bei einem Friedensmarsch am 24. September zum ersten Mal zum Einsatz.
2003 flatterte die Regenbogenfahne an italienischen Häuserwänden und Balkonen zum Zeichen des Protestes gegen den Irak-Krieg. So fand die Regenbogenfahne auch außerhalb Italiens Verbreitung und wurde in ganz Europa zum wichtigsten Symbol der Irakkriegs- und NATO-Gegner.
Greenpeace verwendet ebenso das Regenbogensymbol auf ihren Flaggen. Allerdings in Form eines siebenfarbigen Bogens. Verbunden damit ist eine indianische Regenbogenkrieger-Prophezeiung, welche sowohl Namensgebung als auch Identitätsstiftend ist für die Rainbow Family ist.
Auch die International Co-operativ Alliance (ICA), ein internationales Bündnis von Genossenschaften, verwendet seit 1925 den Regenbogen und die Regenbogenfahne mit sieben Farben. Um Verwechselungen vorzubeugen wird seit 2001 ein neues Symbol verwendet. Es zeigt einen sechsfarbigen Regenbogen, aus dem stilisierte Friedenstauben entstehen.

Seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Regenbogenfahne auch ein internationales schwul-lesbisches Symbol. Allerdings mit ein paar kleinen Veränderungen zur Regenbogenfahne der Friedensbewegung (PACE-Fahne).
  1. Dieses Regenbogenbanner hat nur sechs Farben
  2. Die Farbtöne sind in umgekehrter Richtung angeordnet, mit den Rottönen oben und den Blautönen unten.
  3. Sie trägt keinen Schriftzug
Diese Regenbogenfahne entwarf der amerikanische Künstler Gilbert Baker. Sie soll ein Symbol für lesbischen und schwulen Stolz darstellen und gleichzeitig die Vielfalt dieser Lebensweise. Daher dient sie auch heute gerne dazu, Andere auf die Vielfalt unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ganz nach dem Motto: "Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß."
Woraus die Regenbogenfahne letztlich hervorging ist umstritten. Es gibt aber Vermutungen, dass es aus dem Lied "Over the Rainbow" aus dem Film "Der Zauberer von OZ" hervorging. Einige Schwule trugen zum Begräbnis der Schauspielerin Judy Garland im Jahr 1969 bereits eine Regenbogenfahne mit sich. Es sollte wohl eine Anspielung auf eines ihrer bekanntesten Lieder "Over the Rainbow" sein. Sie singt über einen Ort, "an dem alles besser und gerechter ist". 
Im Jahr 1996 wurde die Regenbogenfahne erstmals auf Vorschlag des Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg SVD (heute LSVD) an einem öffentlichen Gebäude gehisst. Anlass dazu war das Lesbisch-schwule Stadtfest und der Christopher Street Day Berlin.
Daraus entbrannte der sogenannte "Berliner Flaggenkrieg". Der damalige Berliner Innensenator Jörg Schönborn versuchte über Jahre hinweg die Hissung der Flaggen, mit Verweis auf die Berliner Flaggenverordnung, zu verhindern. Erfolglos.
Seit 2001 werden die Regenbogenfahnen gemeinsam mit dem regierenden Bürgermeister und Vertretern des LSVD jährlich zum Christopher Street Day gehisst.
Anfang Juni 2015 wurde die Fahne in die feste Kollektion des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.

Wie man sieht, hat die Regenbogenfahne eine lange Geschichte hinter sich. Sie ist eben nicht nur ein Symbol für die Schwul-lesbische Bewegung. Nein, sie ist vor allem auch ein Symbol für die Friedensbewegung.
Wer sich einmal in der LGBTI-Szene umsieht, der wird auch schnell merken, dass es nie um Frühsexualisierung von Kindern geht oder dass wir Menschen schwul/lesbisch machen wollen. Es geht auch nicht darum die Weltherrschaft an uns zu reißen oder andere schlimme Dinge zu tun. Auch wir LGBTI sind nur Menschen und wollen ebenso in Frieden leben. Die Regenbogenfahne ist dabei ein perfektes Symbol. Und auch zum HAMBURG PRIDE 2015 (CSD) werden wieder einige Fahnen an Balkonen und Fenstern hängen. 

Donnerstag, 23. Juli 2015

C wie CSD I ABC eines Schwulen

Der Christopher Street Day (CSD) ist nicht nur einer der Attraktionen, sondern auch einer der wohl bekanntesten aus dem LGBT-Bereich. Der CSD (international auch Pride genannt) vereint Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag. Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Der CSD geht zurück auf das Jahr 1969. In den frühen Morgenstunden des 28. Juni fand in der Bar Stonewall Inn, eine bekannte Szenenkneipe, der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Szenenkneipen . Am 28. Juni 1969 kam das Fass dann zum überlaufen. Aus dem Stonewall-Aufstand wurden Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei. Diesen wurden in der New Yorker Christopher Street im Stadtteil Greenwich Village ausgetragen.
Dieses war der erste bekanntgewordene Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür.

In fast jeder größeren Stadt in Deutschland gibt es heute einen CSD. Die Paraden und Demonstrationen währenddessen stellen mittlerweile ähnliche Attraktionen dar wie beispielsweise die Karnevalsumzüge oder die wesentlich neueren Technoparaden.
Inzwischen hat auch das feiern des CSD immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Beteiligten zeigen oft demonstrativ, dass sie stolz auf sich, ihr Leben und ihre sexuelle Identität sind. Neben der eigentlichen Parade und den diversen Kundgebungen haben sich so in verschiednen Städten ein- oder mehrtägige Straßenfeste gebildet.

Ist das noch im Sinne des CSD? Demonstrieren wir tatsächlich noch für Gleichberechtigung? Sind wir vielleicht schon gleichgestellt? Wozu dient der CSD überhaupt noch? Brauchen wir ihn oder eher nicht? Was ist aus dem Stonewall-Aufstand nur geworden?

Ich habe nun schon den ein oder anderen CSD mitbekommen. Hier und da habe ich auch Kommentare von anderen mitreisenden gelauscht. Diese hatten aber eher einen informativen Charakter mit der Botschaft: "Es ist wieder CSD." Man kann also durchaus sagen, dass wir LGBTI auf uns aufmerksam gemacht haben. Nun gibt es aber auch Menschen, die das Ganze auf die Spitze treiben, wo auch ich sagen muss, dass es zu weit geht. Beispielsweise wenn mir ein Mann mit einem hauch von Nichts entgegen kommt. Es gibt einfach bestimmte Kleidungsstücke, die haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Leider nehmen sich manche dennoch das Recht raus damit auf den CSD zu gehen, was der Community natürlich schadet.
Es sind eben diese Menschen die bei einem CSD so auffallen. Wer sich aber tatsächlich eine Meinung zur LGBTI-Szene machen möchte, der muss alle Menschen auf dem CSD betrachten. Sie alle gehören nämlich irgendwie dazu. Sie alle sind lesbisch, schwul, trans oder bi. Sie alle fallen in der Gesellschaft aber nicht auf. Es ist wie ein ganz normales Straßenfest, mit dem einzigen Unterschied, dass sich hier auch zwei Männer oder zwei Frauen küssen dürfen. Bisher ist es wohl der einzige Ort an dem dies geschehen kann ohne die Blicke auf sich zu ziehen oder sich dumme Sprüche anhören zu müssen. Es ist aber auch die Zeit in der erste Kontakte in die Szene geknüpft werden können. Für jemanden der sich gerade im Coming Out befindet kann dies eine gute Stütze sein. Am CSD wird eben deutlich, dass auch wir nur Menschen sind, die im Alltag gar nicht auffallen.
Seit dem Stonewall-Aufstand hat sich einiges getan. Homosexualität gilt nicht mehr als Krankheit. Uns wurden immer mehr Rechte zugesprochen. Aber die vollständige Gleichstellung haben wir noch lange nicht erreicht. Weder in der Politik noch in der Gesellschaft. Auch heute noch gibt es Diskriminierungen und Ausgrenzung und das nicht nur auf verbale Art.

Auch in Zukunft werden wir den CSD brauchen. Politisch gesehen könnten wir eines Tages gleichgestellt sein. Aber in der Gesellschaft wird es immer Gegner geben. Der CSD hilft dabei auf uns LGBTIs aufmerksam zu machen und erleichtert auch die Kontaktaufnahme in die Szene.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass man nicht so sehr die Extreme begutachtet und anhand dieser seine Meinung bildet. Man sollte öfters auch mal das große Ganze betrachten. Dann stellt man fest, dass die Extreme nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen. Die meisten auf dem CSD fallen im Alltag nämlich gar nicht auf.

Donnerstag, 9. Juli 2015

A wie Angst I ABC eines Schwulen

Seit längerem stelle ich fest, dass immer mehr Menschen ihr eigenes ABC posten. Nachdem ich mir das ein oder andere auch durchgelesen oder auf Youtube angeschaut habe, hatte ich die Idee auch eines zu machen.
Schon länger habe ich den Gedanken mit mir rumgetragen zweimal in der Woche einen Beitrag zu posten und nun weiß ich auch womit. So ein ABC kann man schließlich gut vorbereiten und man hat nicht all zu viel Stress, sodass ich mich auch weiterhin auf die Uni konzentrieren kann.
Bei 26 Buchstaben im Alphabet wären es also 26 Beiträge. Bei einem zusätzlichen Post in der Woche also 26 Wochen und somit schonmal ein halbes Jahr gefüllt.

Fangen wir also an mit Buchstabe A.
Für mich stand direkt fest, dass ich in diesem Beitrag das Thema Angst aufgreifen möchte. Angst hatten, haben und werden wir immer haben. Auch wenn jemand ganz cool tut und meint, dass er vor nichts und niemandem zurückschrecken wird. Er wird auch schonmal Angst gehabt haben. Angst ist nämlich ein Grundgefühl des Menschen. Etwas, was sich nicht so leicht abstellen lässt.


"Angst. Ein Gefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können erwartete Bedrohungen der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein."

Angst ist also vollkommen normal. Ohne diesen Instinkt würden wir heute wohl nicht mehr leben. Durch ihn können wir Gefahren erkennen und diesen aus dem weg gehen. Angst, dafür muss sich niemand schämen und dennoch tun wir es. Immer wieder wird uns vorgegaukelt, Angst sei eine schwäche.
Ein kleines Beispiel dazu:
Gehen wir davon aus ein Gruppe von Menschen müsste eine Hängebrücke überqueren. Wie es die Situation will, die Brücke hängt nun schon länger dort und scheint auch reparaturbedürftig zu sein. Natürlich gibt es in jeder Gruppe mindestens einen der sich super toll fühlt und den Anderen zeigen möchte, dass die Brücke auch weiterhin dort hängen wird. Ohne groß zu überlegen macht er sich also auf die Brücke. Wie jede Hängebrücke bewegt sich auch diese hin und her. Sie macht ein paar Geräusche aber alles scheint in Ordnung zu sein.
Ich hingegen fühle mich nicht ganz wohl bei der Geschichte und bleibe erstmal auf festem Boden. Mein Instinkt sagt mir, dass an der Brücke irgendetwas faul ist. Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Ich habe angst diese Brücke zu benutzen.
Inzwischen haben sich auch schon ein paar andere auf die Brücke getraut. Alles scheint in Ordnung zu sein. Bis plötzlich eines der Bretter unter dem Gewicht der ersten Person zerbricht. Demjenigen, der scheinbar keine Angst hat. Alles ist in heller Aufregung. Das Adrenalin schießt durch den Körper.  Er kann sich aber noch halten. Schnell kommen ihm ein paar andere zu Hilfe. Zum Glück ist nichts weiter passiert.
Meine Angst war also durchaus berechtigt. Es war keine Schwäche, wie es manch einer gerne sagt. Ich wollte eben kein Risiko eingehen. Wer weiß schon was sonst noch alles hätte passieren können.

Wer ein paar meiner Beiträge kennt, weiß, dass auch ich mich mit Ängsten und sorgen rumgeschlagen habe und es auch heute teilweise noch tue.
Meine größte Angst war dabei wohl die schwul zu sein. Ich wollte nicht jemand sein, auf den man herab sieht. Ich wollte nicht als etwas abgestempelt werden, was ich vielleicht gar nicht war. Zudem gab es nur eine Szenenkneipe in der Umgebung, sodass auch der Kontakt zu anderen LGBTI kaum bis gar nicht vorhanden war. Ebenso sah sich die Schule nicht in der Pflicht einen Aufklärungsunterricht zu diesem Thema abzuhalten. Somit konnte sich auch auf diesem Schulhof schwul als Schimpfwort #1 etablieren.
Mir als betroffener hat dies natürlich nicht geholfen. Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Ängsten herumschlagen müssen eventuell schwul zu sein. Die Folgen: Ich habe mich immer weiter zurückgezogen. Meine schulischen Leistungen ließen nach. Bis ich nur noch vor mich hin vegetierte.

Aus heutiger Sicht bedauere ich es, dass ich nicht schon früher zu meiner Homosexualität gestanden habe. Manchmal beschleicht mich das Gefühl etwas verpasst zu haben, weil die Angst in mir die Macht hatte und nicht ich. Heute kenne ich wer weiß wie viele LGBTI und bei allen hätte ich nie erwartet, dass die schwul, lesbisch, bi oder Trans sein könnten. Vorurteile stimmen eben nur selten. Aber eben diese machen es einem unter anderem so schwer. Ich glaube wenn LGBTIs in der Gesellschaft und der Politik mehr Anerkennung ernten, dann würden auch mehr Menschen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen. Zugleich können so Vorurteile abgebaut werden und auch die ein oder anderen Berührungsängste.

Montag, 18. Mai 2015

Homosexualität - Stadt vs. Land

Jedes Jahr wird am 17. Mai der sogenannte Coming Out Day oder auch Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) gefeiert. Überall auf der Welt erinnern Menschen an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. 
Überall machen LGBTI darauf aufmerksam, dass die Welt eben nicht nur aus heterosexuellen Menschen besteht. Es werden Flashmobs geplant, Infostände aufgebaut. Vor allem in Großstädten und Metropolen. Auf dem Lande sieht es da schon etwas anders aus. Aber wieso ist das so? Gibt es auf dem Land keine Schwulen, Lesben oder Trans-Menschen? Wenn ja, warum ist das so?

Ich selbst habe auch eine Zeit lang in einem kleinen Dorf gelebt. Man musste nur aus der Haustür gehen und war eigentlich schon mitten im Grünen. Jeder kannte jeden. Jeder halft jedem. Man konnte nicht einmal in die ortsansässige Bäckerei oder Metzgerei ohne jemanden zu treffen, den man kannte. Ein Dorf ist eben wie eine große Familie.
Aber es gibt eben auch die Kehrseite der Medaille. Auch wenn Homosexualität schon seit Ewigkeiten aus dem Diagnoseschlüssel gestrichen wurde, so gibt es dennoch Menschen welche gegen die gleichgeschlechtliche Liebe sind. Menschen, die dies nicht nur verbal kund tun, sondern auch eine Prügelei dafür in kauf nehmen. Allein die Tatsache diskriminiert, ausgegrenzt und Opfer von Gewalt zu werden, lässt viele davor zurückschrecken ihre Homosexualität anzuerkennen und sich zu outen.
Vor allem wenn man auf dem Land lebt. Jeder kennt jeden und ein kleines Schwätzchen hält man immer. Da weiß man schnell, wenn der Nachbar im Krankenhaus liegt und wieso bekommt man dann auch schnell noch erzählt. Man kennt sich eben untereinander. Das Coming Out fällt einem da schon etwas schwerer. Es geht schließlich keinen etwas an, ob ich nun schwul, lesbisch, trans, bi, phan, inter oder sonstige sexuellen Orientierungen habe. Zudem entscheide ich selbst, wem ich sage, dass ich eben keine Hete bin.
In einer Großstadt kennt man vielleicht nur einen Bruchteil der Nachbarn. Dadurch ist die Anonymität auch viel größer. Hier fällt es nicht so sehr auf, wenn man Abends eine Szene-Kneipe besucht. Was interessiert mich schon was Fremde über mich denken mit denen ich zudem nichts zu tun habe. Kontakte zu LGBTI zu knüpfen fällt in einer Großstadt durchaus leichter, was den ganzen Coming Out Prozess natürlich erleichtert. Vorurteile lassen sich eben am besten abbauen, wenn man betroffene Personen kennenlernt. Nicht umsonst wird jedes Jahr der Coming Out Day gefeiert. Ebenso gibt es den Pride (CSD) bei dem man erste Kontakte knüpfen kann. Man muss sich nur trauen solche Veranstaltungen zu besuchen. Hier ist es doch egal ob man homo-, hetero-, trans-, bi-, inter- oder andere sexuelle Orientierungen hat.

Montag, 27. April 2015

Teenager - auf der Suche nach sich selbst

Pubertät. Es ist die wohl wichtigste Zeit in unserem Leben. Es ist die Zeit, wo die Eltern schwierig werden. Sie scheinen plötzlich gegen alles zu sein, was man macht oder machen möchte. Aber warum ist dem so? Warum stellen sich die eigenen Eltern plötzlich gegen die Wünsche des Kindes? Warum verbieten sie alles, was einem selbst Spass bereitet?

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn sich ein Paar dazu entscheidet Kinder zu bekommen. Sie stellen sich vor, wie süß das eigene Kind sein wird. Wie viel Spass sie zusammen haben werden. Wie sie gemeinsam im Park spazieren gehen werden und stellen sich all die wundervollen Momente mit dem eigenen Kind vor. Das erste lächeln, das erste Wort, das erste mal laufen und so vieles mehr.
Kinder zu haben scheint eine legale Droge zu sein. Denn niemand denkt zu diesem Zeitpunkt an die schlimmen Zeiten. Vor allem am Anfang wird es Tage, Wochen oder gar Monate keine ruhige Minute mehr geben. Ständig wird das eigene Kind schreien, weil irgendetwas nicht ok ist. Hunger, Durst, eine volle Windel, der erste Zahn oder einfach nur die fehlende Nähe zu den Eltern.

Als Teenager sieht es da schon anders aus. Eltern hat eben jedes Kind, die kann man nicht so einfach abtreiben. Als Teenager möchte man eben nicht mehr zu Hause bei den Eltern auf dem Sofa hängen. Man möchte mit Freunden etwas unternehmen, in die Disko, in die nächste Kneipe. Man möchte auch mal die ein oder andere Regel überschreiten. Man möchte wissen was man kann, was man darf und was man möchte.
Einen Teenager in der Pubertät zu haben ist nicht leicht. Davon war aber auch nie die Rede. Im Gegenteil, man bekommt sogar von anderen Eltern Ratschläge, wie man es besser machen könnte. Was sie alles anders gemacht hätten. Wie es evtl. besser gewesen wäre.
Aber was ist mit den Kindern? In solchen Gesprächen scheint es nie um das Kind selbst zu gehen. Wie ist es als Kind in der Pubertät zu sein? Können sich Eltern denn nicht an ihre Kindheit erinnern? Wollten sie nie auf eigenen Beinen stehen? Endlich raus in die weite Welt?

Auch als Teenager hat man es nicht leicht. Vor allem in der Pubertät. Auf der einen Seite möchte man endlich erwachsen sein und sein eigenes Leben führen. Man möchte nicht ständig die Eltern um Erlaubnis fragen müssen. Auf der anderen Seite möchte man aber auch noch ein Kind bleiben. Es hat schließlich auch Vorteile. Wenn man als Kind scheiße baut, wird man ermahnt, bekommt eine Strafe und irgendwann ist das Ganze vergessen. Von Erwachsenen wird aber erwartet, dass sie sich an gewisse Grundregeln halten und diese nicht überschreiten.
In der Pubertät ist dies aber gar nicht mal so leicht. Wir befinden uns immerhin in der Selbstfindungsphase. Wir wollen wissen, was uns gefällt, was uns spass macht. Verbringe ich meine Abende lieber zu Hause oder gehe ich lieber in die Disco? Welche Musik gefällt? Gehe ich gerne auf eine Party oder bin ich lieber der Gastgeber? Bier oder Wein trinken? Vertrage ich viel Alkohol oder wenig? Wie ist es betrunken zu sein?
All diese Fragen wollen beantwortet werden. Zudem verändert sich unser gesamter Körper. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren. Wir alle befinden uns nochmal in einem Wachstumsschub. Es gibt Tage an denen schauen wir in den Spiegel und fragen uns wer das ist. Unser eigener Körper wird uns fremd. Unsere Stimme klingt als würde sie Achterbahn fahren. Und immer wieder die Frage: Wer bin ich?

Manchmal ist man sogar selbst überrascht über die Wahrheit. Beispielsweise wenn man auf das gleiche Geschlecht steht. Solche Dinge will man oft nicht wahr haben. Anfangs macht man ein Geheimnis daraus. Homosexualität ist schließlich eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Es wird  uns sogar gepredigt, dass die wahre Liebe nur zwischen Mann und Frau sein kann. Homosexualität sei sogar eine Form des Leidens und sie würde unsere Kinder traumatisieren.
Dem stimme ich auch zu. Wer feststellt schwul, lesbisch, trans, bi oder auf irgend eine andere Art nicht in die heterosexuelle Norm zu passen, läuft natürlich Gefahr traumatisiert zu werden und darunter zu leiden. Die Gefahr rührt aber nicht daher, dass sich Homosexuelle küssen oder umarmen. Nein, es ist eher die intolerante Gesellschaft in der wir leben. Eine Gesellschaft die mir verbietet den Menschen meiner Wahl zu lieben und zu Ehren. Eine Gesellschaft die mich als Menschen 2.-Klasse abstempelt, weil ich eben nicht auf Frauen stehe. Wer will das schon? Wer will ein Mensch 2.-Klasse sein?
Wohl niemand. Daher fällt es auch vielen schwer ihre Homo- oder Transsexualität auszuleben. Sie haben angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Daher verstecken sich viele hinter einer Fassade von Unwahrheiten. Niemand soll erfahren, dass sie irgendwie anders sind.
Nach Artikel 2 des Grundgesetzes hat jeder Mensch ein Recht darauf seine Persönlichkeit frei auszuleben. Wenn es um Homo- oder Transsexuelle geht, scheint dieses Gesetz nicht zu gelten. Warum nur? Was haben wir nur verbrochen? Nur weil wir uns in einen Menschen verlieben? Sind Eltern nicht glücklich, wenn dass eigene Kind einen Partner hat? Ist es nicht ein wundervolles Gefühl das eigene Kind glücklich zu sehen? Wäre es nicht eine Erleichterung für das Kind, wenn es die volle Unterstützung der Eltern hat? Egal ob homo, hetero, trans, bi oder sonstiger Sexualitäten?

Montag, 20. April 2015

Homosexualität - Krankheit? Erblich? oder doch von Gott gewollt?

Manchmal frage ich mich, ob die Menschen überhaupt wissen was sie so alles von sich geben. Ob sie sich je mit dem jeweiligen Thema näher beschäftigt haben und auch wissen, worum es nun eigentlich geht. Bei der ein oder anderen Aussage habe ich da doch meine Zweifel.
Vor einiger Zeit hat der NDR eine Reportage mit dem Titel "Die Schwulenheiler" ausgestrahlt. Nun wurde auch der zweite Teil "Die Schwulenheiler 2" gesendet. Als ich mir die Reihe angeschaut habe, kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Was da für Meinungen vertreten wurden ist erschreckend.

Ich kann durchaus verstehen, dass Heterosexuelle es nicht verstehen, wie man sich in das gleiche Geschlecht verlieben kann. Ebenso wenig kann aber auch ein Homosexueller nicht verstehen, dass man sich in das andere Geschlecht verliebt. Aber muss man deswegen gleich auf die Straßen gehen und gegen die gleichgeschlechtliche Liebe demonstrieren? Was macht manchen Menschen solche Angst, wenn Schwule, Lesben und Transsexuelle die gleichen Rechte bekommen würden? Ist der Paragraf 175 wirklich noch so tief in den Köpfen der Menschen verankert? Wird Homosexualität tatsächlich noch als Krankheit angesehen?
Ja, leider wird sie von manchen noch als Krankheit angesehen. Es gibt tatsächlich Leute, die einem raten einen Arzt auf zu suchen und sich von seiner nicht-heterosexualität heilen zu lassen. Als ob dass nicht schon schlimm genug sei, gibt es sogar Ärzte die damit werben, einen Menschen von seiner Homosexualität befreien zu können. Garantien dafür gibt es natürlich keine. Im Gegenteil. Es wird sogar davon abgeraten solche Ärzte und Therapeuten zu konsultieren. Die Folgen einer gescheiterten Therapie sind gigantisch. So kann es beispielsweise zu starken Depressionen, Suizidgedanken oder auch zum Suizid selbst kommen.
Eines steht jedenfalls fest, Homosexualität ist keine Krankheit, dass sieht sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) so. Im aktuellen ICD-10 wird Homosexualität nicht mehr als Krankheit aufgeführt. Somit steht auch fest, dass man davon nicht geheilt werden kann, schließlich ist es nicht ungesund einen Menschen zu lieben, egal welchen Geschlechts.
Dennoch stellt man sich immer wieder die Frage: Woher kommt die Homosexualität? Wenn es schon keine Krankheit sein kann, was ist es dann? Ist es evtl. erblich bedingt?
Tatsächlich haben sich schon einige Forscher an diese Frage heran getraut. Denn eines machte sie nachdenklich. Es gibt immer wieder Familienstammbäume, wo es gehäuft Schwule und Lesben gibt. Ist Homosexualität also erblich?
Bisher waren die Antworten weniger befriedigend. Es werden zwar die wildesten Theorien entwickelt, wie es zu homosexuellem Verhalten kommen kann. Das "Schwulengen" wurde bisher aber noch nicht entdeckt.
Selbst wenn es erblich bedingt wäre, was würde das bedeuten? Habe ich mir meine Gene ausgesucht? Habe ich mir meine Familie ausgesucht? Soll ich meiner Familie nun die Schuld geben, dass ich schwul bin? Nach dem Motto: "Kinder kann man abtreiben, Eltern leider nicht."

Wenn man sich die Reportagen des NDR mal anschaut stellt man fest, dass die Schwulenheiler oft in Verbindung mit der Kirche stehen. Liegt hier vielleicht des Rätsels Lösung? Kann man in der Bibel, dem Wort Gottes, eine Antwort erhalten? Was steht eigentlich in der heiligen Schrift?

An einem solchen Punkt, weiß ich nie, was ich sagen soll. Bin ich nun ein gläubiger Mensch? Befolge ich die Regeln Gottes? Oder gehöre ich doch eher zu den Atheisten? Diejenigen, die sich von Gott abgewandt haben und sich seiner Gebote widersetzen?
Mein Konfirmationsunterricht ist nun schon ein paar Jahre alt und als Teenager widmet man seine Aufmerksamkeit eher anderen Dingen zu als dem Pastor. Soweit ich mich aber erinnern kann hat Jesu die Nächstenliebe gepredigt, sowie den Armen und Kranken geholfen.
Passend zum Thema waren am Samstag Baptisten an den Landungsbrücken. Natürlich habe ich mich etwas Abseits hingestellt und dem Ganzen gelauscht. Die Grundhaltung war wie bei jeder kirchlichen Organisation. Alle sind Sünder und nur wenn man sich Gott zuwendet, hat man eine Chance auf Erlösung.
Wenn dies also eine Voraussetzung für den Glauben ist, dann kann ich auch weiterhin als schwuler leben und sagen ich hätte meine eigene Glaubensrichtung. Woher wollen wir  schon wissen, was Gott vor tausenden von Jahren einmal gesagt haben soll? Wie oft wurde die Bibel übersetzt? Ist eine Übersetzung nicht auch immer eine Interpretation des Übersetzers? Wie viele unterschiedliche Fassungen gibt es von der Bibel? Welche ist nun die richtige? Wir alle kennen das Spiel 'Stille Post' und immer wieder wundern wir uns, was am Ende heraus kommt. Wieso sollte es bei der Bibel anders sein?

Wenn es nun einen allmächtigen Gott gibt und er tatsächlich allwissend ist, dann wusste er was er tat. Als er Adam eine Frau gab, hätte er wissen müssen, dass es sowohl hetero- als auch homosexuelles Verhalten geben wird. Gott schuf den Menschen schließlich am sechsten Tag. Da hatte er genug Zeit die Tiere und ihr Verhalten zu studieren. In der Tierwelt ist Homosexualität nämlich kein Tabu. Und wir sollten uns immer vor Augen halten: Unsere genetischen Übereinstimmungen mit Affen oder Schweinen ist enorm hoch.
Wenn Gott dies wusste, dann hat er auch uns Homosexuelle gewollt. Die Mahnung, dass Homosexualität also eine Sünde sei, soll uns also eher darauf aufmerksam machen, dass wir uns Fortpflanzen sollen und die Menschheit nie aussterbe. Kinder entstehen eben nur wenn Mann und Frau sich lieben. Es bedeutet aber nicht, dass sich zwei Frauen oder zwei Männer nicht lieben dürfen.

Montag, 2. März 2015

LGBTI ergreifen Weltherrschaft / Hetero könnte bald Schimpfwort #1 sein

Ihr armen Heten. Nun könnte bald "hetero" das neue Schimpfwort sein, welches auf Schulhöfen und in Klassenzimmern sich an den Kopf geworfen wird. Die größte Diskriminierung aller Zeiten wird kommen. Rund 6 mrd. Menschen werden es sein. Outen werden sich nicht mehr die LGBTI. Nein, sie werden zu den "Normalen" gehören. Sie werden es endlich geschafft haben. Sie werden voll anerkannte Menschen in der Gesellschaft sein. Sie werden die Rechte haben, denen früher nur Heten zugesprochen wurde. In Führungspositionen werden nur noch LGBTI vertreten sein. Wer in die Regierung will darf nicht hetero sein. Die gesamte Welt wird von ihnen regiert und schon bald werden fremde Planeten bereist um dort den Siegeszug fortzuführen. Überall wird der 28. Juni 1969 zum Feiertag erklärt. Der Tag, an dem alles begann.

Aber stimmt das wirklich? Wird es wirklich so kommen? Was ist dran an der ganzen Geschichte? Muss man sich bald wirklich dafür schämen, dass man hetero ist? Sind dass die Folgen des Stonewall-Aufstands in der Christopher Street?

Die Wahrscheinlichkeit, dass all dies eintreten wird ist doch verschwindend gering. Es werden zwar überall Debatten geführt, was die Rechte von LGBTI-Menschen angeht, aber diese müssen auch zu einem Ergebnis führen und nicht im Sande verlaufen. Zudem stellt sich dabei auch die Frage zu welchem Ergebnis man in der jeweiligen Runde gekommen ist.
Allein die Tatsache, dass in manchen Ländern immer noch die Todesstrafe auf homosexuelle Handlungen steht, macht mich doch etwas stutzig. Oder wie meine Mutter sagen würde: "Wir leben im 21 Jahrhundert, fliegen zum Mars, wollen fremde Planeten besiedeln, aber schaffen es nicht einmal unsere Probleme hier auf der Erde zu lösen."

Zugegeben, seit den Aufständen in der Christopher Street im Jahr 1969 hat sich einiges an den Rechten von LGBTIs geändert. Darüber kann man auch froh sein, gerade weil es sich zum positiven hin verändert hat, aber von der völligen Gleichstellung und der Akzeptanz in der Gesellschaft sind wir noch weit entfernt. Manchmal habe ich sogar das Gefühl wir bewegen uns in einem Hamsterlaufrad. Wir können tun und machen was wir wollen, aber wirklich voran kommen tun wir dabei nicht. Es wird überlegt, wie man Gesetze möglichst genderneutral formulieren kann. Studentenwohnheime heißen nun Studierendenwohnheime. Das Ampelmännchen braucht unbedingt einen neuen Namen und sollte möglichst auch genderneutral aussehen. Im Bundestag werden hitzige Debatten geführt, ob gleichgeschlechtliche Paare denn wirklich ein Recht auf ein Kind haben. Oder auch das beliebte Thema Sexualkunde/Homologie als Unterrichtsfach.

Aber was haben wir davon, wenn alles genderneutral dargestellt wird? Bringt uns das wirklich weiter? Ist es nicht nur neues Material für all die homophoben Menschen, welche nicht wollen, dass ihre Kinder angeblich schwul/lesbisch oder gar transsexuell gemacht werden? Neues Material für all diejenigen, welche angst vor einer Frühsexualisierung der Kinder haben? Für all die Menschen, die plötzlich angst haben, dass sie vielleicht selbst diskriminiert und ausgegrenzt werden könnten?

Das sich die Politik mit den Rechten von LGBTIs auseinandersetzt finde ich gut und das wird auch langsam Zeit. Die Frage ist nur welche Gesetze geändert werden. Beispielsweise die Straßenverkehrsordnung genderneutral zu formulieren finde ich ist der falsche Weg. Viel wichtiger ist da schon die generelle Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Diese haben oft noch Nachteile gegenüber anderen Paaren wie man z. B. beim Adoptionsrecht sieht. Aber an dieses Thema wagen sich nur sehr wenige heran. Haben die Parteien vielleicht angst den ein oder anderen Stammwähler zu verlieren? Wenn ja, dann sollten Sie auch überlegen, wie viele sie evtl. hinzugewinnen. Im Wahlkampf geht es schließlich nicht darum seine Stammwähler zu behalten, sondern möglichst viele Wähler mit dem eigenen Programm zu überzeugen.
Ebenso an das Thema Bildungsplan wagen sich nur sehr wenige heran. Die Bildungsplangegner warnen vor einer Frühsexualisierung der Kinder. Demnächst solle es nur noch um Sexualpraktiken gehen und was man alles von einer Prostituierten erwarten könne. Es werden Ängste geschürt, die gar keine Daseinsberechtigung haben. Dank des Bildungsplans soll nur darauf aufmerksam gemacht werden, dass es eben nicht nur die Vater-Mutter-Kind-Familie gibt, sondern auch andere Formen. Ebenso wie es verschiedene religiöse, kulturelle und ethnische Hintergründe gibt.
Aber das hört sich alles nicht dramatisch genug an. Stattdessen schürt man Ängste, spricht Sorgen von Eltern an, die früher nie existiert haben. In der Schule würde es nur noch um das Thema Sex gehen. Ganze Generationen würden plötzlich homosexuell sein. Heterosexuelle gehörten auf einmal zu einer diskriminierten Minderheit. Das Blatt würde sich wenden. Hetero wäre das neue Schimpfwort #1 auf unseren Schulhöfen.
Manchmal wäre es vielleicht ganz gut, wenn auch mal Heten in den Genuss kommen sich zu outen. Zu wissen wie es ist, wenn man zu einer diskriminierten Minderheit gehört. Seine Liebe zum Partner nicht öffentlich zeigen zu können ohne schief angeguckt oder einen blöden Kommentar zu erhalten. Aber in den ganzen Debatten um den Genderkrieg würden wir auch dann kein Stück weiter kommen. Letztlich muss sich jeder selbst fragen, wo der Unterschied zwischen Homo-, Hetero-, Bi-, Trans- und Intersexuellen besteht. Bei dem ein oder anderen wird man bestimmt verwundert gucken, wenn man plötzlich erfährt, dass sein gegenüber homo- oder transsexuell ist.

Montag, 26. Januar 2015

Für einen Moment

Für einen Moment keine Sorgen haben.
Für einen Moment sich keine Gedanken machen.
Für einen Moment alles vergessen.
Für einen Moment man selbst sein.

Für manch einen mag es unvorstellbar sein solche Wünsche zu haben. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die sorgenfrei durch die Welt gehen, die sich um nichts Gedanken machen müssen. Menschen, die einfach nur sie selbst sind.
Ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Ich weiß, dass ich mir oft viel zu viele Gedanken zu einem Thema mache. Gedanken, die gar keine Daseinsberechtigung haben. Wenn mir dann wieder alles zuviel wird, sehne ich mich nach solchen Momenten. Momente, wo ich mir keine Sorgen, keine Gedanken machen muss. Momente in denen ich alles vergesse und einfach nur ich selbst sein kann.
In der letzten Woche sehnte ich mich nach solchen Augenblicken. Woran das nun genau lag kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Die Vorlesungszeit ist nun bald zu Ende. Die ersten Klausuren stehen an. Arbeiten gehen. Recherchen für diesen Blog betreiben und Beiträge posten. Da bleibt nur sehr wenig Zeit für sich.
Ich versuche immer mir diese Zeit zu nehmen, aber manchmal klappt das eben nicht so gut. Es gibt eben auch Zeiten, wo mich die Sorgen nicht loslassen. Zeiten in denen ich mir ständig Gedanken mache. Wo mir manche Dinge nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Zeiten in denen ich nicht ich selbst sein kann oder darf.

Ich bin kein Mensch, der sich um Punkt 20 Uhr vor den Fernseher setzt und die Tagesschau guckt. Ich bin auch nicht unbedingt der Zeitungsleser. Seit Internet, Smartphone, Tablet und der gleichen ist das auch kein Problem mehr. Ich versuche mich immer über die wichtigsten Neuigkeiten zu informieren. Vor allem im LGBTI-Bereich.
Ich weiß nicht ob es nur mir so ergeht, aber aus diesem Gebiet scheint es im Moment nur wenig bis keine erfreulichen Nachrichten zu geben. Im Dezember 2014 hat sich Leelah Alcorn das Leben genommen, weil sie von transphoben Menschen umgeben war. Ihr wurde die Hormontherapie zur Geschlechtsumwandlung von den Eltern verweigert. Im Januar 2015 hat sich ein homosexueller Jugendlicher in einem Internat umgebracht. Der Verein 'Besorgte Eltern' plant Demonstrationen in ganz Deutschland und versucht so die Reform des Bildungsplans aufzuhalten. IS-Anhänger richteten Schwule hin. Lesben wurden aus einem wiener Café geworfen, weil sie sich küssten. Der Papst sieht LGBTI-Menschen als Bedrohung von Ehe und Familie. In Hamburg wurde einem schwulen Paar der Austritt aus dem Fitnessstudio nahegelegt.

Aber allem Schlechten folgt auch etwas Gutes. Erfreulich an den ganzen Nachrichten sind nämlich die Gegendemonstrationen. In den USA ist eine Diskussion über die Rechte von LGBTI-Menschen entfacht. Sogar der Präsident hat sich zu Wort gemeldet. Überall in Deutschland werden Gegendemonstrationen gestartet um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung an Schulen zu sorgen. In Wien haben tausende Menschen für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Es gibt also noch Hoffnung.
Gegner wird es wohl immer geben. Es wird immer Menschen geben, die dich scheitern sehen wollen. Aber das alles spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass man sich von den Schlagzeilen nicht runter ziehen lässt. Wichtig ist, dass man glücklich durchs Leben geht.
Als Homosexueller oder Transgender wird man automatisch von anderen Mitmenschen begafft. Es ist eben kein alltägliches Bild, was man da zu sehen bekommt. Damit muss man leben. Aber sich ständig Gedanken darüber zu machen, was denn nun meine Mitmenschen davon halten ist auch nicht gut. Es geht schließlich um mich, um mein Leben und es ist allein meine Entscheidung wann und mit wem ich glücklich bin. Auch wenn es nur für einen Moment ist, lohnt es sich dafür zu kämpfen. Für einen Moment sorgenfrei zu sein, sich keine Gedanken machen zu müssen. Für einen Moment alles zu vergessen. Einfach nur man selbst sein und den Moment genießen.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Bewegender Wunschzettel an den Weihnachtsmann

Letztens bin ich auf einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann gestoßen. Eine Mutter hat den Wunschzettel des Kindes an die Redaktion von huffingtonpost.de gesendet. Er wurde ins Deutsche übersetzt und unter der Kategorie GAY veröffentlicht. Man konnte also schon in etwa ahnen worauf es hinaus lief.


Wunschzettel an den Weihnachtsmann

Quelle: huffingtonpost.de/
Als ich den Brief angefangen hatte zu lesen dachte ich, dass er von einem ganz normalen Kind verfasst wurde. Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass dieses Kind keine Ahnung von Homo- oder Transsexuellen hatte. Ich dachte, dieses Kind wollte sich einfach nur stark für andere diskriminierte Menschen machen. Doch da hatte ich den zweiten Teil noch nicht gelesen.
Im ersten Teil wird alles sehr allgemein gehalten. Das Kind wünscht sich Gleichstellung für alle, Familien die sich lieben, keine Schießereien, kein Hass und keinen Rassismus.
Der zweite Teil macht deutlich, wie es zu diesen Wünschen kam. Der große Bruder hatte sich mit 18 Jahren als transsexuell geoutet. Er wollte eine Frau sein. Er hat eine Hormontherapie gemacht, wodurch sich auch das Äußerliche verändert hat.
Das Outing hat die Familie akzeptiert. Es bleibt schließlich immer das Kind der Eltern oder auch der Bruder / die Schwester. Leider sehen das aber nicht alle Familien so und bringen ihre Kinder um, weil sie nicht hetero sind. Das soll aufhören.

Ein Wunschzettel, wie er nur sehr selten verfasst wird. Viele Kinder werden eine Liste von Geschenken anfertigen aber nicht dieser Junge. Ihm ist es viel wichtiger, dass seine Schwester ein ganz normales Leben führen kann, dass sie von niemandem schief angeguckt oder diskriminiert wird. Er stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Er sieht nämlich, wie sehr seine große Schwester leidet. Dafür verdient der Junge meinen vollsten Respekt.

Sonntag, 18. Januar 2015

Wie merke ich, dass ich schwul bin?

Überall in Deutschland werden Ängste geschürt. Der Verein "Besorgte Eltern" will Demo's in ganz Deutschland abhalten. Sie protestieren gegen den "Sexualkundezwang", der scheinbar mit dem neuen Bildungsplan in Kraft treten wird.

Im neuen Bildungsplan ist von sexueller Vielfalt die Rede. Allein das Wort "sexuell" scheint bei manchen schon die wildesten Fantasien zu wecken. Wenn dann auch noch Homo- und Transsexuelle erwähnt werden, drehen die Leute völlig durch. Sie haben Angst, dass ihr Kind schwul/lesbisch gemacht wird oder demnächst selbst entscheiden muss, welches Geschlecht es haben will.
Aber ist das wirklich so? Sieht das der Bildungsplan so vor? Kann ich schwul/lesbisch gemacht werden? Stehen meine Kinder bald vor der Entscheidung: Mann oder Frau?

Ein wichtiger Schritt im Leben eines Menschen ist es sich seiner Identität bewusst zu werden. Bei Homosexuellen ist das oft ein langer Weg voller Höhen und Tiefen. Diese Selbstfindungsphase ist vielen Heterosexuellen unbegreiflich. Sie verlieben sich in das andere Geschlecht, was auch als normal empfunden wird. Homosexuelle hingegen stehen irgendwann vor der Frage: "Bin ich schwul/lesbisch?"
Ich weiß noch wie ich vor dem PC saß und das World Wide Web befragte: "Bin ich schwul?" oder "Wie merke ich, dass ich schwul bin?" Wie alt ich damals war weiß ich gar nicht mehr. Mein Interesse galt aber schon länger den männlichen Schauspielern und auch bei Paaren auf der Straße wanderte mein Blick immer zu den Männern.
Für mich war das Ganze eine fürchterliche Zeit. Das Gefühl die Erwartungen meiner Eltern nicht erfüllen zu können war grauenvoll. Immer wenn das Thema Zukunft zur Sprache kam, ging es um eine Frau und Kinder. Homosexualität schien es nicht zu geben. Wenn es doch mal angesprochen wurde, wurde es problematisiert oder ins lächerliche gezogen. Zudem hatte ich selbst das Gefühl, dass meine Gefühle für Männer falsch seien und hoffte, dass sie eines Tages wieder vorbei gehen würden.
Eines Abends gestand ich mir dann aber selbst ein schwul zu sein. Eine große Last ist von mir gefallen. Ich wusste endlich wer ich war und was ich wollte. Mir war plötzlich klar, dass auch Homosexuelle ganz normale Menschen sind.
Ich hatte vorher nie mit dem Thema Homosexualität oder mit Homosexuellen zu tun und dennoch bin ich schwul. Man kann also nicht homosexuell gemacht werden, man ist es. Je eher man diese Tatsache annimmt, desto besser. Die Frage: "Bin ich schwul/lesbisch?" liefert also meist auch die Antwort: "Ja, ich bin's."

Niemand kann etwas daran ändern ob man nun Homo-, Hetero- oder Transsexuell ist. Auch kein Bildungsplan. Dieser soll nur für mehr Toleranz und Akzeptanz sorgen und so dem ein oder anderen bei dem Outing helfen. Es geht hier schließlich um das Thema Liebe. Welche Eltern wünschen sich nicht, dass das eigene Kind glücklich verliebt ist?

Freitag, 9. Januar 2015

Welchen Wert hat ein Leben? / Leelah Alcorn

Welchen Wert hat ein Leben? Wie wichtig ist uns unser eigenes leben? Wie wichtig ist uns das Leben Anderer? Was würden wir tun, um zu leben?

Der Fall Leelah Alcorn lies mich darüber nachdenken. Sie hat das Jahr 2015 nie erlebt. Leelah hat sich nämlich am 29. Dezember 2014 das Leben genommen. Sie hat jeden Willen am Leben zu bleiben verloren. Sie durfte ihre eigene Persönlichkeit nicht ausleben, weil sie transgender war.
Leelah wurde als Junge unter dem Namen Josh Alcorn geboren. Bereits mit vier Jahren fühlte sie sich als Mädchen. Mit 14 Jahren lernte Leelah, was "Transsexualität" bedeutet. Nach dem Outing bei den Eltern fängt die Höllenfahrt aber erst richtig an. Die Eltern verweigern ihr die Hormontherapie. Daraufhin outet sich Leelah vor ihrer Klasse als Schwul. Viel zu groß ist die Angst auch bei ihren Freunden auf Ablehnung zu stoßen. Die Klasse nimmt das Outing positiv auf. Als die Eltern davon erfahren wird Leelah von der Schule genommen und jeglicher Kontakt zur Außenwelt wird unterbunden. Als das Schuljahr vorbei ist darf Leelah wieder mit ihren Freunden kommunizieren, aber diese haben sich bereits von ihr abgewandt. Leelah wurde von niemandem aus ihrem Umfeld unterstützt und nahm sich im Alter von 17 Jahren das Leben.

Ein Fall, der zu Tränen rührt. Ein Fall, der zum nachdenken anregt.
Was sind wir nur für Menschen? Was sind wir für Eltern? Wer verweigert dem eigenen Kind glücklich zu sein? Würden wir als Eltern nicht alles dafür tun, dass unser Kind glücklich wird?
Der Fall Leelah Alcorn zeigt das deutlich: Nicht jeder kämpft für das Glück des eigenen Kindes.
Leelah hätte nur noch ein Jahr warten müssen, dann hätte sie selbst über eine Hormontherapie entscheiden können. So lange wollte sie aber nicht mehr warten. Sie entschied sich lieber für den Tod, um damit für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.
In ihrem bewegenden Abschiedsbrief ruft sie zu mehr Aufklärung an Schulen auf. Homosexualität und Transsexualität gehören auch in den Unterrichtsstoff. Je eher die Schüler aufgeklärt werden, desto besser.

R.I.P. Leelah !!!!! We miss you!!!!!


P.S.: Leider wurde der Blog von Leelah gelöscht. Hier sind aber drei Screenshots vom Abschiedsbrief.