Für einen Moment keine Sorgen haben.
Für einen Moment sich keine Gedanken machen.
Für einen Moment alles vergessen.
Für einen Moment man selbst sein.
Für manch einen mag es unvorstellbar sein solche Wünsche zu haben. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen, die sorgenfrei durch die Welt gehen, die sich um nichts Gedanken machen müssen. Menschen, die einfach nur sie selbst sind.
Ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Ich weiß, dass ich mir oft viel zu viele Gedanken zu einem Thema mache. Gedanken, die gar keine Daseinsberechtigung haben. Wenn mir dann wieder alles zuviel wird, sehne ich mich nach solchen Momenten. Momente, wo ich mir keine Sorgen, keine Gedanken machen muss. Momente in denen ich alles vergesse und einfach nur ich selbst sein kann.
In der letzten Woche sehnte ich mich nach solchen Augenblicken. Woran das nun genau lag kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Die Vorlesungszeit ist nun bald zu Ende. Die ersten Klausuren stehen an. Arbeiten gehen. Recherchen für diesen Blog betreiben und Beiträge posten. Da bleibt nur sehr wenig Zeit für sich.
Ich versuche immer mir diese Zeit zu nehmen, aber manchmal klappt das eben nicht so gut. Es gibt eben auch Zeiten, wo mich die Sorgen nicht loslassen. Zeiten in denen ich mir ständig Gedanken mache. Wo mir manche Dinge nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Zeiten in denen ich nicht ich selbst sein kann oder darf.
Ich bin kein Mensch, der sich um Punkt 20 Uhr vor den Fernseher setzt und die Tagesschau guckt. Ich bin auch nicht unbedingt der Zeitungsleser. Seit Internet, Smartphone, Tablet und der gleichen ist das auch kein Problem mehr. Ich versuche mich immer über die wichtigsten Neuigkeiten zu informieren. Vor allem im LGBTI-Bereich.
Ich weiß nicht ob es nur mir so ergeht, aber aus diesem Gebiet scheint es im Moment nur wenig bis keine erfreulichen Nachrichten zu geben. Im Dezember 2014 hat sich Leelah Alcorn das Leben genommen, weil sie von transphoben Menschen umgeben war. Ihr wurde die Hormontherapie zur Geschlechtsumwandlung von den Eltern verweigert. Im Januar 2015 hat sich ein homosexueller Jugendlicher in einem Internat umgebracht. Der Verein 'Besorgte Eltern' plant Demonstrationen in ganz Deutschland und versucht so die Reform des Bildungsplans aufzuhalten. IS-Anhänger richteten Schwule hin. Lesben wurden aus einem wiener Café geworfen, weil sie sich küssten. Der Papst sieht LGBTI-Menschen als Bedrohung von Ehe und Familie. In Hamburg wurde einem schwulen Paar der Austritt aus dem Fitnessstudio nahegelegt.
Aber allem Schlechten folgt auch etwas Gutes. Erfreulich an den ganzen Nachrichten sind nämlich die Gegendemonstrationen. In den USA ist eine Diskussion über die Rechte von LGBTI-Menschen entfacht. Sogar der Präsident hat sich zu Wort gemeldet. Überall in Deutschland werden Gegendemonstrationen gestartet um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung an Schulen zu sorgen. In Wien haben tausende Menschen für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Es gibt also noch Hoffnung.
Gegner wird es wohl immer geben. Es wird immer Menschen geben, die dich scheitern sehen wollen. Aber das alles spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass man sich von den Schlagzeilen nicht runter ziehen lässt. Wichtig ist, dass man glücklich durchs Leben geht.
Als Homosexueller oder Transgender wird man automatisch von anderen Mitmenschen begafft. Es ist eben kein alltägliches Bild, was man da zu sehen bekommt. Damit muss man leben. Aber sich ständig Gedanken darüber zu machen, was denn nun meine Mitmenschen davon halten ist auch nicht gut. Es geht schließlich um mich, um mein Leben und es ist allein meine Entscheidung wann und mit wem ich glücklich bin. Auch wenn es nur für einen Moment ist, lohnt es sich dafür zu kämpfen. Für einen Moment sorgenfrei zu sein, sich keine Gedanken machen zu müssen. Für einen Moment alles zu vergessen. Einfach nur man selbst sein und den Moment genießen.
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Montag, 26. Januar 2015
Für einen Moment
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Samstag, 3. Januar 2015
Bildungsplan / Hamburg demonstriert
Der Bildungsplan ruft mal wieder auf die Straßen. Nun ist Hamburg an der Reihe. Der Verein 'Besorgte Eltern' demonstriert am Samstag, den 24. Januar 2015 gegen den neuen Bildungsplan. Sie kämpfen für das Recht aller Eltern, ihre Kinder altersentsprechend und sensibel bei der Herausbildung ihrer Sexualität zu begleiten. Dabei wird auch gegen jede Form der Frühsexualisierung in Kitas, Kindergärten und Schulen demonstriert. Aber liegt das wirklich am Bildungsplan? Ist der Bildungsplan schuld daran, dass Kinder und Jugendliche viel früher mit Sexualität in Berührung kommen?
Es ist zu einem alltäglichen Bild geworden. Kinder und Jugendliche hängen nur noch an ihrem Smartphone. Gespräche von Angesicht zu Angesicht scheint es nur noch bei älteren Generationen zu geben. Es ist viel einfacher jemanden über Facebook, WhatsApp, Snapchat, Instagram oder Twitter zu erreichen. Die Kommunikation scheint ausschließlich über das Internet zu funktionieren. Innerhalb kürzester Zeit kann man hunderte von Menschen über ein Ereignis informieren. Bereits mehr als 80% aller 12- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone mit Internetzugang, bei den 16- bis 17-Jährigen sind es 93%. Niemand scheint sich noch Gedanken darüber zu machen, auf welchen Seiten die Kinder und Jugendlichen unterwegs sind. Es ist ein leichtes auf Internetseiten mit pornografischem Inhalt zu gelangen. Auch die Abfrage ob man schon über 18 Jahre alt ist, lässt die Jugendlichen nicht zurückschrecken. Nach einer bislang unveröffentlichten Pilotstudie der Uni Münster haben 46% der 14- bis 15-Jähringen schon einmal pronografische Bilder oder Videos gesehen.
Aber ist nun der Bildungsplan an einer Übersexualisierung schuld? Nein, sagt Alexandra Wolfram. Sie unterrichtet seit 41 Jahren Grundschüler in Berlin. Sie findet es sogar richtig, wenn die Aufklärung schon früh beginne. Durch Internet und Fernsehen, aber auch durch Sprüche älterer Geschwister kommen die Schüler schon früh mit Sexualität in Berührung. Die Jüngeren verstehen aber oft nicht, was sie sehen oder hören. Aufklärung könne dabei helfen, Diskriminierung zu bekämpfen. Am 24.01.2015 wird daher auch unter dem Motto: "Vielfalt statt Einfalt" demonstriert. Hier macht man sich für den Bildungsplan stark. Es geht eben nicht darum irgendwelche Sexstellungen oder ähnliches zu unterrichten, sondern vielmehr darum Lebensvielfalt angemessen abzubilden und für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen. "Lieber selber aufklären und dann altersgerecht, als es dem Zufall überlassen." Wie man die Schüler aufklären kann zeigt ein Grundschullehrer, welcher eine Anti-Mobbing-Woche dazu nutzte.
Aber was ist nun so schlimm an dem neuen Bildungsplan? Was ist so schlimm daran Lebensvielfalt angemessen abzubilden? Ist es nicht egal ob ich eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn bekomme? Wünschen sich nicht alle Eltern, dass ihr Kind glücklich ist? Dass es mit einem anderen Menschen zusammen lebt?
Im neuen Bildungsplan geht es darum die Schüler zu mehr Toleranz und Akzeptanz zu erziehen und das nicht nur gegenüber Homosexuellen und Transgendern. Der Bildungsplan soll auch für mehr Toleranz gegenüber anderen ethnischen oder religiösen Abstammungen sorgen oder auch für die Inklusion behinderter Menschen. Aber all diese Dinge scheinen keine Bedeutung zu haben. Die Angst vor Homosexuellen scheint dann doch größer als gedacht. die Angst, dass das eigene Kind schwul oder lesbisch sein könnte. Aber wie viele Homosexuelle kennen wir? Und wie viele kennen wir so gut, dass wir uns eine Meinung über diese bilden dürfen? Reicht einer? Zwei? Vielleicht fünf?Fakt ist, solange man sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat, sollte man sich auch nicht dazu äußern. Leider gibt es aber immer wieder Menschen die blind einer Bewegung folgen. Die Behauptungen nicht hinterfragen. Menschen die nicht selber über ein Thema nachdenken. Manchmal wäre es ganz hilfreich sich auch selber Gedanken zu machen. Sich selber Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen zu suchen. Bei LGBT-Menschen wird man schnell feststellen, dass sie auch nur Menschen sind. Menschen, die ein ganz normales Leben führen.
Wann beschäftigt man sich mit einem Thema? Wann ist die Zeit gekommen wo ich sage: "Darüber will ich nun mehr erfahren"? Am ehesten wenn sich jemand mit dem Thema auskennt und darüber erzählt. Aber nicht jeder hat Homosexuelle oder Transgender im Freundes- oder Bekanntenkreis. Um dennoch für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen, muss man die Menschen aufklären. Dabei soll der neue Bildungsplan helfen. Vielleicht gibt es in Zukunft Menschen, die es leichter bei ihrem Coming Out haben werden. Dass die Person nun aber schwul, lesbisch, bi oder trans ist, hat nichts mit dem neuen Bildungsplan zu tun.
Es ist zu einem alltäglichen Bild geworden. Kinder und Jugendliche hängen nur noch an ihrem Smartphone. Gespräche von Angesicht zu Angesicht scheint es nur noch bei älteren Generationen zu geben. Es ist viel einfacher jemanden über Facebook, WhatsApp, Snapchat, Instagram oder Twitter zu erreichen. Die Kommunikation scheint ausschließlich über das Internet zu funktionieren. Innerhalb kürzester Zeit kann man hunderte von Menschen über ein Ereignis informieren. Bereits mehr als 80% aller 12- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone mit Internetzugang, bei den 16- bis 17-Jährigen sind es 93%. Niemand scheint sich noch Gedanken darüber zu machen, auf welchen Seiten die Kinder und Jugendlichen unterwegs sind. Es ist ein leichtes auf Internetseiten mit pornografischem Inhalt zu gelangen. Auch die Abfrage ob man schon über 18 Jahre alt ist, lässt die Jugendlichen nicht zurückschrecken. Nach einer bislang unveröffentlichten Pilotstudie der Uni Münster haben 46% der 14- bis 15-Jähringen schon einmal pronografische Bilder oder Videos gesehen.
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| Hamburg demonstriert Vielfalt 24.01.2015 11:00 Uhr |
Aber ist nun der Bildungsplan an einer Übersexualisierung schuld? Nein, sagt Alexandra Wolfram. Sie unterrichtet seit 41 Jahren Grundschüler in Berlin. Sie findet es sogar richtig, wenn die Aufklärung schon früh beginne. Durch Internet und Fernsehen, aber auch durch Sprüche älterer Geschwister kommen die Schüler schon früh mit Sexualität in Berührung. Die Jüngeren verstehen aber oft nicht, was sie sehen oder hören. Aufklärung könne dabei helfen, Diskriminierung zu bekämpfen. Am 24.01.2015 wird daher auch unter dem Motto: "Vielfalt statt Einfalt" demonstriert. Hier macht man sich für den Bildungsplan stark. Es geht eben nicht darum irgendwelche Sexstellungen oder ähnliches zu unterrichten, sondern vielmehr darum Lebensvielfalt angemessen abzubilden und für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen. "Lieber selber aufklären und dann altersgerecht, als es dem Zufall überlassen." Wie man die Schüler aufklären kann zeigt ein Grundschullehrer, welcher eine Anti-Mobbing-Woche dazu nutzte.
Aber was ist nun so schlimm an dem neuen Bildungsplan? Was ist so schlimm daran Lebensvielfalt angemessen abzubilden? Ist es nicht egal ob ich eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn bekomme? Wünschen sich nicht alle Eltern, dass ihr Kind glücklich ist? Dass es mit einem anderen Menschen zusammen lebt?
Im neuen Bildungsplan geht es darum die Schüler zu mehr Toleranz und Akzeptanz zu erziehen und das nicht nur gegenüber Homosexuellen und Transgendern. Der Bildungsplan soll auch für mehr Toleranz gegenüber anderen ethnischen oder religiösen Abstammungen sorgen oder auch für die Inklusion behinderter Menschen. Aber all diese Dinge scheinen keine Bedeutung zu haben. Die Angst vor Homosexuellen scheint dann doch größer als gedacht. die Angst, dass das eigene Kind schwul oder lesbisch sein könnte. Aber wie viele Homosexuelle kennen wir? Und wie viele kennen wir so gut, dass wir uns eine Meinung über diese bilden dürfen? Reicht einer? Zwei? Vielleicht fünf?Fakt ist, solange man sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat, sollte man sich auch nicht dazu äußern. Leider gibt es aber immer wieder Menschen die blind einer Bewegung folgen. Die Behauptungen nicht hinterfragen. Menschen die nicht selber über ein Thema nachdenken. Manchmal wäre es ganz hilfreich sich auch selber Gedanken zu machen. Sich selber Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen zu suchen. Bei LGBT-Menschen wird man schnell feststellen, dass sie auch nur Menschen sind. Menschen, die ein ganz normales Leben führen.
Wann beschäftigt man sich mit einem Thema? Wann ist die Zeit gekommen wo ich sage: "Darüber will ich nun mehr erfahren"? Am ehesten wenn sich jemand mit dem Thema auskennt und darüber erzählt. Aber nicht jeder hat Homosexuelle oder Transgender im Freundes- oder Bekanntenkreis. Um dennoch für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen, muss man die Menschen aufklären. Dabei soll der neue Bildungsplan helfen. Vielleicht gibt es in Zukunft Menschen, die es leichter bei ihrem Coming Out haben werden. Dass die Person nun aber schwul, lesbisch, bi oder trans ist, hat nichts mit dem neuen Bildungsplan zu tun.
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