Posts mit dem Label Demo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Demo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 27. Juli 2015

Hamburg zeigt Flagge

Es ist mal wieder soweit. Die zweite Fünfte Jahreszeit hat auch in Hamburg begonnen. Eine ganze Woche lang wird hier am Jungfernstieg gefeiert. Aber auch demonstriert. Für die Rechte von sogenannten LGBTI. Die CSD-Saison hat begonnen. In dieser Woche wird in Hamburg und Essen der Christopher Street Day gefeiert und zum Wochenende wird auch noch Nürnberg und Ulm dabei sein. Wer hier durch die Straßen gehen wird, wird eventuell auch auf den ein oder anderen Fahnenträger treffen. Für viele das Erkennungszeichen von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Dabei hat die Regenbogenfahne auch noch eine andere Bedeutung.

Die Geschichte der Regenbogenfahne

Bereits in den Bauernkriegen wurden der Bandschuh und die Regenbogenfahne zum Zeichen einer neuen Zeit, der Hoffnung Veränderung. Aber auch die Nationalflagge des Inkareiches trägt die Farben des Regenbogens, welche auch heute noch die Fahne der Stadt Cusco ist. 
Seit dem Jahr 1961 ist die Regenbogenfahne zudem ein Symbol für die internationale Friedensbewegung. Sie wurde von dem Friedensaktivisten Aldo Capitini entworfen und kam bei einem Friedensmarsch am 24. September zum ersten Mal zum Einsatz.
2003 flatterte die Regenbogenfahne an italienischen Häuserwänden und Balkonen zum Zeichen des Protestes gegen den Irak-Krieg. So fand die Regenbogenfahne auch außerhalb Italiens Verbreitung und wurde in ganz Europa zum wichtigsten Symbol der Irakkriegs- und NATO-Gegner.
Greenpeace verwendet ebenso das Regenbogensymbol auf ihren Flaggen. Allerdings in Form eines siebenfarbigen Bogens. Verbunden damit ist eine indianische Regenbogenkrieger-Prophezeiung, welche sowohl Namensgebung als auch Identitätsstiftend ist für die Rainbow Family ist.
Auch die International Co-operativ Alliance (ICA), ein internationales Bündnis von Genossenschaften, verwendet seit 1925 den Regenbogen und die Regenbogenfahne mit sieben Farben. Um Verwechselungen vorzubeugen wird seit 2001 ein neues Symbol verwendet. Es zeigt einen sechsfarbigen Regenbogen, aus dem stilisierte Friedenstauben entstehen.

Seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Regenbogenfahne auch ein internationales schwul-lesbisches Symbol. Allerdings mit ein paar kleinen Veränderungen zur Regenbogenfahne der Friedensbewegung (PACE-Fahne).
  1. Dieses Regenbogenbanner hat nur sechs Farben
  2. Die Farbtöne sind in umgekehrter Richtung angeordnet, mit den Rottönen oben und den Blautönen unten.
  3. Sie trägt keinen Schriftzug
Diese Regenbogenfahne entwarf der amerikanische Künstler Gilbert Baker. Sie soll ein Symbol für lesbischen und schwulen Stolz darstellen und gleichzeitig die Vielfalt dieser Lebensweise. Daher dient sie auch heute gerne dazu, Andere auf die Vielfalt unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ganz nach dem Motto: "Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß."
Woraus die Regenbogenfahne letztlich hervorging ist umstritten. Es gibt aber Vermutungen, dass es aus dem Lied "Over the Rainbow" aus dem Film "Der Zauberer von OZ" hervorging. Einige Schwule trugen zum Begräbnis der Schauspielerin Judy Garland im Jahr 1969 bereits eine Regenbogenfahne mit sich. Es sollte wohl eine Anspielung auf eines ihrer bekanntesten Lieder "Over the Rainbow" sein. Sie singt über einen Ort, "an dem alles besser und gerechter ist". 
Im Jahr 1996 wurde die Regenbogenfahne erstmals auf Vorschlag des Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg SVD (heute LSVD) an einem öffentlichen Gebäude gehisst. Anlass dazu war das Lesbisch-schwule Stadtfest und der Christopher Street Day Berlin.
Daraus entbrannte der sogenannte "Berliner Flaggenkrieg". Der damalige Berliner Innensenator Jörg Schönborn versuchte über Jahre hinweg die Hissung der Flaggen, mit Verweis auf die Berliner Flaggenverordnung, zu verhindern. Erfolglos.
Seit 2001 werden die Regenbogenfahnen gemeinsam mit dem regierenden Bürgermeister und Vertretern des LSVD jährlich zum Christopher Street Day gehisst.
Anfang Juni 2015 wurde die Fahne in die feste Kollektion des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.

Wie man sieht, hat die Regenbogenfahne eine lange Geschichte hinter sich. Sie ist eben nicht nur ein Symbol für die Schwul-lesbische Bewegung. Nein, sie ist vor allem auch ein Symbol für die Friedensbewegung.
Wer sich einmal in der LGBTI-Szene umsieht, der wird auch schnell merken, dass es nie um Frühsexualisierung von Kindern geht oder dass wir Menschen schwul/lesbisch machen wollen. Es geht auch nicht darum die Weltherrschaft an uns zu reißen oder andere schlimme Dinge zu tun. Auch wir LGBTI sind nur Menschen und wollen ebenso in Frieden leben. Die Regenbogenfahne ist dabei ein perfektes Symbol. Und auch zum HAMBURG PRIDE 2015 (CSD) werden wieder einige Fahnen an Balkonen und Fenstern hängen. 

Samstag, 3. Januar 2015

Bildungsplan / Hamburg demonstriert

Der Bildungsplan ruft mal wieder auf die Straßen. Nun ist Hamburg an der Reihe. Der Verein 'Besorgte Eltern' demonstriert am Samstag, den 24. Januar 2015 gegen den neuen Bildungsplan. Sie kämpfen für das Recht aller Eltern, ihre Kinder altersentsprechend und sensibel bei der Herausbildung ihrer Sexualität zu begleiten. Dabei wird auch gegen jede Form der Frühsexualisierung in Kitas, Kindergärten und Schulen demonstriert. Aber liegt das wirklich am Bildungsplan? Ist der Bildungsplan schuld daran, dass Kinder und Jugendliche viel früher mit Sexualität in Berührung kommen? 
Es ist zu einem alltäglichen Bild geworden. Kinder und Jugendliche hängen nur noch an ihrem Smartphone. Gespräche von Angesicht zu Angesicht scheint es nur noch bei älteren Generationen zu geben. Es ist viel einfacher jemanden über Facebook, WhatsApp, Snapchat, Instagram oder Twitter zu erreichen. Die Kommunikation scheint ausschließlich über das Internet zu funktionieren. Innerhalb kürzester Zeit kann man hunderte von Menschen über ein Ereignis informieren. Bereits mehr als 80% aller 12- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone mit Internetzugang, bei den 16- bis 17-Jährigen sind es 93%. Niemand scheint sich noch Gedanken darüber zu machen, auf welchen Seiten die Kinder und Jugendlichen unterwegs sind. Es ist ein leichtes auf Internetseiten mit pornografischem Inhalt zu gelangen. Auch die Abfrage ob man schon über 18 Jahre alt ist, lässt die Jugendlichen nicht zurückschrecken. Nach einer bislang unveröffentlichten Pilotstudie der Uni Münster haben 46% der 14- bis 15-Jähringen schon einmal pronografische Bilder oder Videos gesehen.
Hamburg demonstriert Vielfalt
24.01.2015 11:00 Uhr

Aber ist nun der Bildungsplan an einer Übersexualisierung schuld? Nein, sagt Alexandra Wolfram. Sie unterrichtet seit 41 Jahren Grundschüler in Berlin. Sie findet es sogar richtig, wenn die Aufklärung schon früh beginne. Durch Internet und Fernsehen, aber auch durch Sprüche älterer Geschwister kommen die Schüler schon früh mit Sexualität in Berührung. Die Jüngeren verstehen aber oft nicht, was sie sehen oder hören. Aufklärung könne dabei helfen, Diskriminierung zu bekämpfen. Am 24.01.2015 wird daher auch unter dem Motto: "Vielfalt statt Einfalt" demonstriert. Hier macht man sich für den Bildungsplan stark. Es geht eben nicht darum irgendwelche Sexstellungen oder ähnliches zu unterrichten, sondern vielmehr darum Lebensvielfalt angemessen abzubilden und für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen. "Lieber selber aufklären und dann altersgerecht, als es dem Zufall überlassen."  Wie man die Schüler aufklären kann zeigt ein Grundschullehrer, welcher eine Anti-Mobbing-Woche dazu nutzte.

Aber was ist nun so schlimm an dem neuen Bildungsplan? Was ist so schlimm daran Lebensvielfalt angemessen abzubilden? Ist es nicht egal ob ich eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn bekomme? Wünschen sich nicht alle Eltern, dass ihr Kind glücklich ist? Dass es mit einem anderen Menschen zusammen lebt?


Im neuen Bildungsplan geht es darum die Schüler zu mehr Toleranz und Akzeptanz zu erziehen und das nicht nur gegenüber Homosexuellen und Transgendern. Der Bildungsplan soll auch für mehr Toleranz gegenüber anderen ethnischen oder religiösen Abstammungen sorgen oder auch für die Inklusion behinderter Menschen. Aber all diese Dinge scheinen keine Bedeutung zu haben. Die Angst vor Homosexuellen scheint dann doch größer als gedacht. die Angst, dass das eigene Kind schwul oder lesbisch sein könnte. Aber wie viele Homosexuelle kennen wir? Und wie viele kennen wir so gut, dass wir uns eine Meinung über diese bilden dürfen? Reicht einer? Zwei? Vielleicht fünf?Fakt ist, solange man sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat, sollte man sich auch nicht dazu äußern. Leider gibt es aber immer wieder Menschen die blind einer Bewegung folgen. Die Behauptungen nicht hinterfragen. Menschen die nicht selber über ein Thema nachdenken. Manchmal wäre es ganz hilfreich sich auch selber Gedanken zu machen. Sich selber Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen zu suchen. Bei LGBT-Menschen wird man schnell feststellen, dass sie auch nur Menschen sind. Menschen, die ein ganz normales Leben führen.


Wann beschäftigt man sich mit einem Thema? Wann ist die Zeit gekommen wo ich sage: "Darüber will ich nun mehr erfahren"? Am ehesten wenn sich jemand mit dem Thema auskennt und darüber erzählt. Aber nicht jeder hat Homosexuelle oder Transgender im Freundes- oder Bekanntenkreis. Um dennoch für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen, muss man die Menschen aufklären. Dabei soll der neue Bildungsplan helfen. Vielleicht gibt es in Zukunft Menschen, die es leichter bei ihrem Coming Out haben werden. Dass die Person nun aber schwul, lesbisch, bi oder trans ist, hat nichts mit dem neuen Bildungsplan zu tun.