Auf die Plätze. Fertig. Los!
In den kommenden Wochen erhalten die rund 1,3 Mio. wahlberechtigten Bürger Hamburgs ihre Unterlagen, um über Olympische und Paralympische Spiele 2024 in unserer Hansestadt abzustimmen. Bis zum 29.11. geht das Referendum. Bis dahin müssen die Stimmen abgegeben sein. Aber was bedeutet Olympia? Warum bewirbt sich Hamburg für die Spiele 2024? Was macht Hamburg als Austragungsort so interessant? Und was macht unsere Bewerbung so einzigartig?
Seit knapp einem Jahr gibt es ein Thema über das jeder spricht. Zumindest hier in Hamburg. Was mit einer kleinen Schnapsidee begann ist nun in aller Munde. Es gab da eine Idee, einen Gedanken. Warum bewirbt sich Hamburg nicht für die Olympischen Spiele 2024? Was sagt die hamburger Bevölkerung dazu? Was meint Deutschland? Dank Facebook, Twitter und Co verbreitete sich dieser Gedanke schnell und fand auch Zustimmung. Aktionen wurden geplant und durchgeführt um ein Zeichen zu setzen, dass man für die Spiele 2024 in Hamburg ist.
In der Europa Passage wurde ein Miniatur-Stadion aufgebaut in das man eine Miniaturfigur setzen konnte. Dieses Stadion war so schnell voll, sodass es noch um einen weiteren Rang vergrößert werden musste.
Über Facebook wurde eine Veranstaltung erstellt, dass man sich an der Binnenalster trifft, um ein weiteres Zeichen für die Spiele 2024 in Hamburg zu setzen. Hierfür wurde extra ein Feuerwerk geplant, Fackeln wurden verteilt, die alle zu einem bestimmten Zeitpunkt entzündet wurden. Für diese Veranstaltung haben sich gut 7.000 Menschen auf Facebook gemeldet. An der Alster waren wir letztlich mit 20.000 und haben dabei sogar einen Weltrekord aufgestellt.
Das Hamburger Abendblatt hat sogar eine extra Kategorie eingeführt in der es ausschließlich um Olympia und die Bewerbung Hamburgs geht. An den einzelnen Universitäten werden Vortragsabende gehalten, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger über die Bewerbung Hamburgs informieren können. Der Dialog mit den Bürgern ist eben mit das wichtigste.
Die Stimmung über die Olympischen Spiele in Hamburg ist also durchaus positiv. Aber es gibt eben auch immer Gegner. Leute, die dem ganzen Vorhaben eher skeptisch gegenüber treten, die das Vorhaben hinterfragen. Und das ist ok, das ist gut. Nur so werden die Spiele zu etwas einmaligem. Wozu brauchen wir die olympischen Spiele in Hamburg? Was geschieht mit den Bauten nach Olympia? Werden sie weiterhin genutzt und wenn ja, wie? Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Was hat der normale hamburger Bürger von den Spielen 2024? Wozu ein solches Mammut-Projekt? Wie hoch werden die Kosten sein?
All dies sind wichtige und entscheidende Fragen, wenn es um die olympischen Spiele 2024 in Hamburg geht. In den vergangenen Jahrzehnten ging es oftmals darum mit wahren Wundern der Baukunst zu glänzen. Die Kosten für solche Bauwerke schossen in die Höhe. Nur damit alle Welt für ein paar Tage dieses Ereignis verfolgt. Über die Nachnutzung der Gebäude wurde nur selten bis gar nicht nachgedacht. Im Gegenteil. Die Austragungsorte rutschten teilweise in den finanziellen Ruin. Davor haben viele Angst, denn die Kosten bleiben letztlich auf uns Steuerzahlern liegen.
Ein wichtiger Punkt bei der Bewerbung ist daher auch der Dialog mit den Bürgern. Die Ängste und Sorgen der Bürger müssen wahrgenommen werden. Man muss die Leute über den aktuellen Stand informieren und zwar so, dass es jeder Laie verstehen kann. Und es hilft. Man plant das Olympia-Gelände nicht einfach irgendwie, sondern so, dass die Gebäude auch für später genutzt werden können. So soll beispielsweise die Sporthalle später für ein weiteres Cruise Center umgebaut werden. Die Schwimmhalle soll später als Schwimm- und Freizeitbad dienen soll. Oder auch das Leichtathletikstadion, welches sich in ein Wohngebäude verwandeln soll.
Es gibt inzwischen sogar schon einige ehemals Olympia-Gegner, welche durch die Bewerbung Hamburgs und der damit verbundenen Planung ins grübeln kommen und sich eventuell bis zum 29.11. doch für die Spiele 2024 in Hamburg entscheiden werden.
Jetzt, wo die Planung immer konkreter wird melden sich auch immer mehr Prominente zu Wort und loben die Bewerbung unserer geliebten Hansestadt. Nichts scheint dem Zufall überlassen zu sein. Nicht nur Olympia allein wird geplant, nein sogar die Nachnutzung der Gebäude.
Die gesamte Planung und erläuternden Texten sind in einer 84-Seiten-Broschüre zusammengefasst und an vielen Stellen der Stadt erhältlich. Wer weiter weg wohnt kann sich das PDF herunterladen.
Wer mehr über die aktuellen Geschehnisse der Olympia-Bewerbung erfahren will kann das hier tun.
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Montag, 26. Oktober 2015
Wird Olympia 2024 in Hamburg stattfinden?
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Donnerstag, 22. Oktober 2015
Q wie Queere Geschichte I ABC eines Schwulen
Queere Geschichte? Was ist das denn? Geschichte ist klar, aber queer? Will er jetzt querbeet die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse kurz zusammenfassen? À la Hape Kerkeling?Nein werde ich wohl nicht. Dieser Artikel ist dafür viel zu kurz und außerdem wäre eine kurze Wiedergabe der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse wohl eher eine eigene "kleine" Sendereihe.
Als ich begonnen habe mir Gedanken über dieses ABC gemacht habe, wollte ich sofort irgendwo etwas zu dem geschichtlichen Hintergrund der LGBTI-Bewegung schreiben. Aber wo fängt man da an? Wann gab es die ersten homosexuellen Menschen? War Adam vielleicht schon schwul? Oder beginne ich bei den Stonewall-Aufständen in New York? Aber was ist dann mit der Zeit davor, da muss es doch auch schon Schwule und Lesben gegeben haben?
Ohh ja, die gab es. Homosexualität ist ebenso bei uns Menschen verbreitet wie unter all den anderen Tieren. Es ist wohl das natürlichste auf der Welt. Mit wem ich letztlich zusammen bin und eine Beziehung führe ist doch egal. Die Hauptsache ist doch, dass ich meinen Partner / meine Partnerin liebe und ehre.Adam könnte also sehr wohl schwul oder zumindest bisexuell gewesen sein. Nur leider hatte er nicht die große Wahl, er hatte nur Eva. Und so heißt es bis heute für viele streng religiöse Menschen: "Der Mann soll nicht beim Manne liegen, denn das ist ein Gräuel."
Und genau an dieser Stelle frage ich mich eines immer wieder. Wenn es tatsächlich einen Gott gibt und er die Erde geschaffen hat. Wenn er alles so erschaffen hat wie er es wollte und tatsächlich allwissend ist. Wenn er etwas gegen homosexuelles Verhalten hat, warum erschafft er dann zwei unterschiedliche Geschlechter. Hätte er nicht gewusst, dass es auch gleichgeschlechtlich-liebende Menschen geben wird? War die Rippe von Adam vielleicht nicht groß genug? Hat Gott sich vielleicht überarbeitet und war bei seinen letzten Taten etwas nachlässig?
Wie dem auch sei. Die Antwort auf all diese Fragen werden wir wohl nie erfahren. In der Theologie gibt es nunmal Dinge, die wir nie erfahren werden. Dinge, die nie abschließend geklärt werden können. Es werden immer offene Fragen bleiben. Und wenn man ganz ehrlich sein soll, dann hat die Religion schon für viele Streitereien gesorgt und dabei auch den ein oder anderen Krieg begonnen.
Religion muss aber nicht zwangsläufig schlecht sein. Sie hat auch schon die ein oder anderen guten Taten vollbracht. In gewisser Weise hat die Kirche sogar schon Homo-Ehen vollzogen. Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Einer der größten Streitpunkte im Jahr 2015.
Früher konnte man nämlich einen sogenannten geschworenen Bruder haben. Man konnte also eine Bindung zu einem gleichgeschlechtlichen Menschen eingehen, wobei die Liebe bis in den Tod anhalten sollte. Also einer Eheschließung gleichkam. Der eigentliche Zweck von geschworenen Brüdern war allerdings eine geistige Verwandtschaft herzustellen, wie es bei einer Taufpatenschaft der Fall ist.
Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass auch gleichgeschlechtlich Liebende die Schwurbruderschaft eingegangen sind, wurde dieser Ritus von der Kirche und dem oströmischen Recht verboten. Einziges Überbleibsel ist der Begriff warmer Bruder für einen Schwulen. Ein Begriffswandel. Ein Umdenken in der Gesellschaft fand statt. Was gestern noch als Zeichen der Freundschaft galt, identifiziert man heute als "homosexuell", als nicht der Norm entsprechend. Plötzlich gilt man als Außenseiter. Zwischen 1970 und 1990 gehen die Sexualerfahrungen zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen von 18 auf zwei Prozent zurück. Homophobie kommt in Mode. Die Leute haben angst als Schwuler oder als Lesbe zu gelten. Doch was ist so schlimm daran? Warum darf ich nicht den lieben, den ich liebe? Warum gehört Homosexualität auch heute noch zu einem Tabuthema? Warum wird im Geschichtsunterricht nicht auch die Geschichte der LGBTI-Bewegung behandelt? Warum hört man immer nur vom Nationalsozialismus und der Judenvefolgung? Was macht die französische Revolution so besonders, waren es die Stonewall-Aufstände nicht auch? Warum haben wir Geschichtsunterricht, wenn ein Teil unserer Vergangenheit einfach ausgelassen wird?
Der Geschichtsunterricht soll uns doch näher bringen, wie das Leben früher von statten ging. Er soll uns zeigen, wie die Menschen früher gedacht und gehandelt haben. Wir sollen erfahren wie der Alltag früher war. Wir erfahren plötzlich, dass Homosexualität nichts neues ist. Es ist keine neue Mode, die man mitmacht. Wir befinden uns nur in einem Zyklus in dem das Thema wieder häufiger zur Sprache kommt.
Historisch betrachtet ist das Anders-sein etwas vollkommen normales. Die Geschichte lehrt uns, dass es immer handelnde und leidende Menschen waren, die etwas verändert haben. Sie waren es, die für Veränderungen in unserem Denken und Handeln bewirkt haben. Sie zeigen uns, dass sich Vorstellungen grundsätzlich ändern können.
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Montag, 12. Oktober 2015
O wie Outing I ABC eines Schwulen
Wenn man mal darüber nachdenkt, so hat wohl jeder Tag eine besondere Bedeutung. Nicht nur, dass an jedem Tag mindesten eine Person Geburtstag oder Namenstag hat. Nein, es gibt für alles und jeden nochmal einen besonderen Tag. Es gibt den Schnitzel Tag (nein nicht nur im Restaurant). Den Tag der Komplimente. Den Tag der Arbeit, der Frau, Vatertag, Muttertag usw. usw. Am vergangenen Sonntag war der Tag des Coming Out. Diverse Webseiten haben Tips und Tricks verraten, wie man sich am besten vor seinen Mitmenschen outet. Zudem kann man auf diesen Websites auch verschiedene Coming-Out-Storys nachlesen.
Ich selbst habe auch schon ein ums andere mal über das Thema Coming Out geschrieben. Fragen wie: Was ist das Coming Out? Wie merke ich, dass ich schwul bin? habe ich bereits in anderen Beiträgen erörtert. Ebenso habe ich das innere Coming Out näher beleuchtet und beschrieben, wie wichtig es ist seine eigene Identität zu finden.
Aber warum das Ganze? Wozu sollte man sich überhaupt outen? Was ist so wichtig daran? Warum muss man sich als heterosexueller nicht outen? Und was macht das Coming Out so schwer?
Homosexuell, bisexuell, transsexuell, intersexuell, asexuell es scheint tausende von sexuellen Formen zu geben. Sie scheinen alle sehr in Mode zu sein. Prominente Persönlichkeiten outen sich in der Öffentlichkeit, egal ob Schauspieler, Musiker, Sportler oder CEOs einer bekannten Firma. Freunde und Bekannte kommen auf einen zu und sagen einem, dass sie eben nicht heterosexuell sind. Es scheint wie eine Epidemie zu sein, eine "Mode-Krankheit" wie Laktoseintoleranz, Lebensmittelunverträglichkeit, Yoga und Veganismus. Man macht einfach mit, weil es hip und angesagt ist.
Oder liegt das nur an mir? Erhalte ich vielleicht Informationen, welche nur innerhalb der Community kursieren? So kommt es mir zumindest manchmal vor. Fakt ist jedoch, dass das Thema LGBTI immer mehr in den Vordergrund rückt. Immer mehr Menschen reden über dieses Tabuthema. Politiker setzen sich für mehr Aufklärung an Schulen ein. Homosexuellen Paaren werden immer mehr Rechte zugesprochen. Die Zeit in der man seine Homosexualität noch verheimlichte ist passé. Die Ära des Coming Out ist gekommen. Heterosexuelle Menschen werden unterdrückt und versklavt. Wir sind überall und werden die Weltherrschaft an uns reißen.
Wäre da nicht das Coming Out und seine Folgen. Wir leben nämlich immer noch in einer Welt in der Heterosexualität als "normal" betrachtet wird. Was auch verständlich ist, denn 90-95% der Bevölkerung sind heterosexuell und wenn man das Thema Homosexualität oder Transsexualität anspricht, so reagieren manche Menschen abweisend und stellen alles non-heterosexuelle als widernatürlich dar. Doch in Wahrheit ist es das natürlichste was geschehen kann, denn verlieben tut man sich niemals in das Geschlecht, sondern in die Person und deren Charakter.
Zum Coming Out gehört, dass man vor den Spiegel tritt und sich selbst sagt, dass man schwul/lesbisch ist. Es ist einer der wichtigsten Schritte in der Identitätsfindung seine sexuelle Orientierung zu kennen. Anfangs fällt es einem oft schwer zu akzeptieren, dass man schwul oder lesbisch ist. "Schwuchtel" oder "schwule Sau" werden nämlich eher als Schimpfwort auf Schulhöfen benutzt. Homosexuell zu sein wird also erstmal als negativ angesehen. Wenn man allerdings weiß, dass man auf das gleiche Geschlecht steht, so bricht erstmal eine Welt in sich zusammen.
Doch mit dem inneren Coming Out ist es noch lange nicht getan. Ich selbst habe nun meine Homosexualität zwar als Teil meiner selbst anerkannt, aber meine Mitmenschen gehen immer noch davon aus, dass ich hetero sei. Das sogenannte äußere Coming Out steht also an. Es ist an der Zeit das Ganze öffentlich zu machen. Die meisten Fragen die einen in dieser Zeit quälen sind wohl, wie meine Mitmenschen reagieren werden. Trotz aller Aufklärungsmaßnahmen zum Thema LGBTI gehört dieses Thema auch weiterhin in die Tabuzone. Wie meine Mitmenschen auf mein Outing also reagieren werden ist mir nicht bekannt. Es beginnt ein Versteckspiel. Man selbst versucht so heterosexuell zu wirken wie es nur geht. Jede Äußerung, jede Bewegung, jedes Kleidungsstück wird genau geplant um auch ja nicht als Homosexueller aufzufallen. Man will eben nicht seine Freunde verlieren. Gleichzeitig quält einen aber auch das Versteckspiel. Immer und überall darauf bedacht zu sein möglichst heterolike zu sein. Eines Tages fasst man dann all seinen Mut zusammen und beginnt dem besten Freund / der besten Freundin zu erzählen, dass man homosexuell ist und hofft dabei natürlich auf eine positive Reaktion. Nach und nach erfahren so immer mehr Menschen von der eigenen Homosexualität.
Ich selbst habe auch schon ein ums andere mal über das Thema Coming Out geschrieben. Fragen wie: Was ist das Coming Out? Wie merke ich, dass ich schwul bin? habe ich bereits in anderen Beiträgen erörtert. Ebenso habe ich das innere Coming Out näher beleuchtet und beschrieben, wie wichtig es ist seine eigene Identität zu finden.
Aber warum das Ganze? Wozu sollte man sich überhaupt outen? Was ist so wichtig daran? Warum muss man sich als heterosexueller nicht outen? Und was macht das Coming Out so schwer?
Homosexuell, bisexuell, transsexuell, intersexuell, asexuell es scheint tausende von sexuellen Formen zu geben. Sie scheinen alle sehr in Mode zu sein. Prominente Persönlichkeiten outen sich in der Öffentlichkeit, egal ob Schauspieler, Musiker, Sportler oder CEOs einer bekannten Firma. Freunde und Bekannte kommen auf einen zu und sagen einem, dass sie eben nicht heterosexuell sind. Es scheint wie eine Epidemie zu sein, eine "Mode-Krankheit" wie Laktoseintoleranz, Lebensmittelunverträglichkeit, Yoga und Veganismus. Man macht einfach mit, weil es hip und angesagt ist.
Oder liegt das nur an mir? Erhalte ich vielleicht Informationen, welche nur innerhalb der Community kursieren? So kommt es mir zumindest manchmal vor. Fakt ist jedoch, dass das Thema LGBTI immer mehr in den Vordergrund rückt. Immer mehr Menschen reden über dieses Tabuthema. Politiker setzen sich für mehr Aufklärung an Schulen ein. Homosexuellen Paaren werden immer mehr Rechte zugesprochen. Die Zeit in der man seine Homosexualität noch verheimlichte ist passé. Die Ära des Coming Out ist gekommen. Heterosexuelle Menschen werden unterdrückt und versklavt. Wir sind überall und werden die Weltherrschaft an uns reißen.
Wäre da nicht das Coming Out und seine Folgen. Wir leben nämlich immer noch in einer Welt in der Heterosexualität als "normal" betrachtet wird. Was auch verständlich ist, denn 90-95% der Bevölkerung sind heterosexuell und wenn man das Thema Homosexualität oder Transsexualität anspricht, so reagieren manche Menschen abweisend und stellen alles non-heterosexuelle als widernatürlich dar. Doch in Wahrheit ist es das natürlichste was geschehen kann, denn verlieben tut man sich niemals in das Geschlecht, sondern in die Person und deren Charakter.
Zum Coming Out gehört, dass man vor den Spiegel tritt und sich selbst sagt, dass man schwul/lesbisch ist. Es ist einer der wichtigsten Schritte in der Identitätsfindung seine sexuelle Orientierung zu kennen. Anfangs fällt es einem oft schwer zu akzeptieren, dass man schwul oder lesbisch ist. "Schwuchtel" oder "schwule Sau" werden nämlich eher als Schimpfwort auf Schulhöfen benutzt. Homosexuell zu sein wird also erstmal als negativ angesehen. Wenn man allerdings weiß, dass man auf das gleiche Geschlecht steht, so bricht erstmal eine Welt in sich zusammen.
Doch mit dem inneren Coming Out ist es noch lange nicht getan. Ich selbst habe nun meine Homosexualität zwar als Teil meiner selbst anerkannt, aber meine Mitmenschen gehen immer noch davon aus, dass ich hetero sei. Das sogenannte äußere Coming Out steht also an. Es ist an der Zeit das Ganze öffentlich zu machen. Die meisten Fragen die einen in dieser Zeit quälen sind wohl, wie meine Mitmenschen reagieren werden. Trotz aller Aufklärungsmaßnahmen zum Thema LGBTI gehört dieses Thema auch weiterhin in die Tabuzone. Wie meine Mitmenschen auf mein Outing also reagieren werden ist mir nicht bekannt. Es beginnt ein Versteckspiel. Man selbst versucht so heterosexuell zu wirken wie es nur geht. Jede Äußerung, jede Bewegung, jedes Kleidungsstück wird genau geplant um auch ja nicht als Homosexueller aufzufallen. Man will eben nicht seine Freunde verlieren. Gleichzeitig quält einen aber auch das Versteckspiel. Immer und überall darauf bedacht zu sein möglichst heterolike zu sein. Eines Tages fasst man dann all seinen Mut zusammen und beginnt dem besten Freund / der besten Freundin zu erzählen, dass man homosexuell ist und hofft dabei natürlich auf eine positive Reaktion. Nach und nach erfahren so immer mehr Menschen von der eigenen Homosexualität.
Donnerstag, 1. Oktober 2015
M wie Mr. Right I ABC eines Schwulen
Ja, diesmal sind es zwei Wörter.
Ja, man hätte nur ein einzelnes Wort benutzen können.
Und ja, es schließt in gewisser Weise an den vorletzten Beitrag an.
Mr. Right. Den einen unvergleichlichen Menschen. Der, auf den man sich immer verlassen. Der, der immer für einen da ist. Der, bei dem einfach alles perfekt ist. Egal, ob es nun das Aussehen ist oder die Frisur oder sein Lächeln. Einfach alles scheint perfekt.
Diesen einen Menschen zu treffen, Zeit mit ihm zu verbringen und mit ihm zusammen sein, ein gemeinsames Leben zu haben. Traum? Fiktion? Märchen? oder kann es tatsächlich Realität werden?
Manchmal glaube ich, dass es nur eines der ersten drei Varianten sein kann. Mr. Right, Mr. Perfect, oder wie auch immer man ihn nennen mag, scheint es nicht zu geben. Oder ist er nur schwer zu finden?
Mir ist durchaus bewusst wie schwer es ist einen Partner zu finden. Vor allem als Schwuler. Laut Statistik sind nämlich gerade einmal 5 bis 10 % homosexuell. Bei der derzeitigen Weltbevölkerung von 7,32 mrd. Menschen wären also 732 mio. homosexuell. Wenn man nun noch von einer 50/50 Verteilung von Männern und Frauen ausgeht, so sind also 366 mio. Männer homosexuell und somit mögliche Partner für mich.
Jetzt suche ich aber nicht Weltweit nach einem Partner, sondern nur in Deutschland. Hier liegt die Bevölkerungszahl aber nur noch bei rund 83 mio. Also deutlich weniger. Es gibt also nur noch 4,15 mio potenzielle Partner, unter denen sich "The one and only" befindet.
Das hört sich nun alles sehr pessimistisch an. 4,15 mio Menschen sind doch eigentlich eine recht stolze Zahl. Jedoch nicht, wenn man den Vergleichswert von 37,35 mio. möglichen Partnern heranzieht, wenn ich heterosexuell wäre.
Manch einer würde jetzt vielleicht sagen: "Dann werd doch einfach hetero, wenn du mehr Auswahlmöglichkeiten haben möchtest." Aber darum geht es mir nicht. Ich möchte keine große Auswahl haben. Ich möchte den einen finden, der zu mir passt und mit dem ich mein Leben verbringen möchte. Diesen einen Menschen unter 37 mio. zu finden ist nunmal wahrscheinlicher als unter 4 mio.
Aber genug der Zahlen und Statistiken. Niemand findet den passenden Partner, wenn er ständig zu Hause vorm PC sitzt und Statistiken wälzt. Man muss mit den Menschen in Kontakt treten. Man muss Kneipen, Lokale und Discos besuchen. Man muss sich einfach unter die Leute wagen.
Aber auch das ist manchmal gar nicht so leicht. Gerade am Anfang des Coming-Out-Prozesses, wenn man sich selbst noch nicht ganz sicher ist, ob man tatsächlich homosexuell ist. Wenn man selbst noch nicht so recht weiß, ob man schwul/lesbisch ist bzw. es noch nicht wahr haben möchte.
Aber auch diese Angst, kann man nehmen. Es gibt genug Kneipen in denen Jugendtreffs abgehalten werden und wo man erste Kontakte in die Szene knüpfen kann. Hier ist so ziemlich egal welche sexuelle Orientierung man hat oder in welchem Stadium des Outings man ist. Wichtig ist schließlich nur, dass man zusammen einen netten Abend verbringt. Und ja, es gibt tatsächlich Heterosexuelle, die oft und regelmäßig in so einer Szenen-Kneipe auftauchen.Nun ist es aber auch nicht jedermanns Sache einen Jugendtreff zu besuchen. Vielleicht will man eher Zeit mit Schul- oder Studienfreunden verbringen. Mit Leuten, die man schon länger kennt und mit denen man schon einiges erlebt hat. Aber auch diese wollen eventuell einen Partner haben und können sich auf Dating-Portalen anmelden. Ja, es gibt tausende. Nicht, nur für Heterosexuelle.
Mr. Right zu finden ist aber dennoch nicht so leicht. Für manche scheint es nur darum zu gehen Sex zu haben. Freunde mit gewissen Vorzügen, Freundschaft +, Sexfreundschaft, Mingle oder wie man es auch nennen mag. Eine feste Bindung scheinen nur noch wenige zu wollen.
Woran das liegt? Das hat wohl mehrere Gründe. Manche denken wohl der Sex sei entscheidend. Andere warten wohl auf Mr Perfect, wollen auf den Sex aber nicht verzichten. Aber gibt es ihn überhaupt? Mr. Perfect?
Eine Beziehung einzugehen bedeutet nämlich immer sich auf einen Menschen einzulassen, Ihn mit all seinen Macken zu akzeptieren. Ein Mensch hat schließlich nicht nur positive Eigenschaften.
Mr. Right zu finden ist nicht leicht, aber das wäre ja auch langweilig. Vielleicht scheitert es manchmal auch einfach nur daran, dass wir uns nicht auf einen anderen Menschen einlassen. Vielleicht wollen wir mit aller Kraft diesen einen wunderschönen, unverwechselbaren, einmaligen, Supertypen kennenlernen. Aber lassen ihn letztlich doch ziehen, weil wir uns nicht auf ihn einlassen. Wer weiß? Wer weiß?
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Donnerstag, 17. September 2015
K wie Kinder I ABC eines Schwulen
Es ist eines der wenigen Wunder, die man als Mensch miterleben darf. Manchmal fragt man sich, wie so etwas überhaupt sein kann. Wie ist das möglich? Aus einer einzelnen Eizelle entsteht ein ganzer Mensch. Gerade einmal 9 Monate sind dazu nötig.
Aber damit nicht genug, denn die Schwangerschaft war nur zum warm werden. Nach der Geburt fängt es erst richtig an. Denn nun muss man immer ein Auge auf die Kinder werfen. Man muss sie füttern und wickeln. Wenn sie anfangen zu schreien, gehen sofort die Alarmglocken an. Denn niemand möchte, dass es dem eigenen Kind schlecht geht. Und so sucht man verzweifelt nach einer Lösung, warum das eigene Kind so am schreien ist. Mal hat es hunger. Ein anderes mal, will es einfach nur auf den Arm genommen werden. Doch am schlimmsten ist es, wenn das Kind schmerzen hat. Beispielsweise wenn es die ersten Zähnchen bekommt.
Doch all der Stress, die Wut und die Sorgen sind vergessen, wenn man diesem jungen Geschöpf in die Augen sieht. Wenn man dieses wunderschöne Lächeln sieht und man anhand der Reaktion erkennt wie sehr sich das eigene Kind doch gerade freut. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn ein Säugling nach der Hand greift und es mit seinen eigenen kleinen Patschhändchen gerade einmal schafft den kleinen Finger zu umschließen.
Kinder zu bekommen, oder besser gesagt Kinder zu haben, dass war auch ein Traum von mir. Lange Zeit habe ich mir meine Zukunft immer so ausgemalt, dass ich eine Frau und Kinder habe. Dass ich ein Haus besitze und ein Auto. Dass ich einen Job habe der mir Freude bereitet und ich genug Geld verdiene.
Aber wie gesagt, es war ein Traum. Ein Traum, der sich wohl nie bewahrheiten wird. Der wie eine Seifenblase in der Luft zerplatzte. Vom einen in den anderen Moment war alles anders. Als würde eine Welt zusammenbrechen.
Der Grund: Mein inneres Coming Out. Ich hatte endlich selbst den Mut und die Erkenntnis mir einzugestehen, dass ich schwul bin. Plötzlich wurde mir klar, dass ich eben nicht zu all den Menschen gehöre die auf das andere Geschlecht stehe. Mir wurde klar, dass mein ganzes bisherige Leben aus einer einzigen Lüge bestand. Alles beruhte nämlich auf der Tatsache, dass ich hetero sei.
Inzwischen hat sich aber alles wieder etwas gelegt. Ein Traum mag zerplatzt sein, aber wer sagt, dass man nicht auch einen anderen Traum haben darf. Eine Welt ging für mich unter, doch gleichzeitig entstand eine Andere, eine schönere Welt. Eine Welt in der es egal ist ob du homo oder hetero bist. Eine Welt, in der es kein Unterschied macht, ob du dich nun als Mann oder als Frau fühlst. Eine Welt, in der das Außergewöhnliche als Bereicherung gesehen wird und nicht als Schande.
Ebenso wie mir wird es wohl auch manch anderen das Coming Out erstmal getroffen haben. Man muss selbst erstmal lernen damit umzugehen. Man muss sich selbst erstmal mit dem Thema auseinandersetzen. Homosexualität ist nunmal ein Tabuthema, wozu sich viele nicht gerne äußern.
In den letzten Jahren hat sich aber auch einiges positiv für LGBT-Menschen entwickelt. Das darf man nie vergessen. Aber gleichgeschlechtlichen Paaren ist es auch heute noch untersagt ein Kind wie ein heterosexuelles Paar zu adoptieren. Dabei gibt es diverse Statistiken und Gutachten, welche keinen Nachteil zeigen, wenn ein Kind bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwächst. Und dennoch wehren sich viele gegen die die vollkommene Gleichstellung von homo und hetero Paaren. Auch unser Gesetzgeber, der einiges bewirken könnte.
Donnerstag, 10. September 2015
J wie Jugend I ABC eines Schwulen
Früher war alles besser!Ein bekannter Satz, den wohl jeder schon gehört hat. Wenn ich aber einen bekannten Comedian sinngemäß zitieren darf, so stimmt das nicht ganz. Denn früher war alles früher, aber noch lange nicht besser. Wir können aber aus unserer Vergangenheit lernen und zumindest versuchen es besser zu machen. Vor allem wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft.
Ich selbst bin noch nicht sonderlich alt, aber dennoch weiß ich, dass hier und da ein paar Verbesserungen nötig sind. Ich selbst habe beispielsweise relativ lange gebraucht um überhaupt zu begreifen, dass ich nicht hetero bin. Überall um mich herum wurde sich immer nur darüber unterhalten, dass man als Mann eine Frau hat und umgekehrt. Dass es auch homosexuelle oder transsexuelle Menschen gibt, davon war nie die Rede. Ich bin aber auch in einem Gebiet aufgewachsen, in dem man fast ausschließlich nur heterosexuelle Menschen sieht. Der Gedanke, dass ich schwul sein könnte kam mir also nie in den Sinn. In meiner kindlichen Naivität gab es einfach keine gleichgeschlechtlichen Paare.
Den Gedanken, wie es wäre mit einem Jungen / einem Mann zusammen zu sein, hatte ich schon immer. Jedoch habe ich mich selbst nie näher damit beschäftigt und das Ganze eher verdrängt, sodass ich auch mein inneres Coming Out erst spät hatte. Im Nachhinein würde ich sagen mir fehlte eine Bezugsperson, die mir sagte, dass es auch LGBT-Menschen gibt und dieses auch vollkommen normal sei.
Selbst im Aufklärungsunterricht ging es nur um die Liebe zwischen Mann und Frau. Nie wurde darüber gesprochen, dass es auch Schwule, Lesben und Transgender gibt. Sowohl diese Information, als auch die AUFKLÄRUNG, dass es normal ist wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen lieben fehlte komplett.Die Folgen: Wörter wie "schwul", "Schwuchtel", "Homo" und "Homofürst" wurde als Schimpfwort oder als Ausdruck allen Übels benutzt. Auch die diversen Lehrer haben nichts dagegen unternommen. Vielleicht auch weil sie selbst nicht wussten, wie sie es anstellen sollten.
Inzwischen gibt es aber genug Vereine und Verbände, die ihre Hilfe anbieten und sogar extra Workshops für Schulen anbieten. Man muss nur den Kontakt aufbauen.
Den LSVD (Lesben- und Schwulenverband) gibt es seit dem 18.02.1990. Es gibt ihn also seit 25 Jahren. Der Verein ist demnach gerade mal zweieinhalb Jahre älter als ich selbst. In dieser Zeit hat sich der Verein für die Rechte von LGBT-Menschen bundesweit eingesetzt und auch schon einiges erreicht.Leider tun sich aber auch heute noch relativ viele schwer damit sich zu outen. Nicht nur, weil schwul oder Schwuchtel auch heute noch als Schimpfworte benutzt werde, sondern auch, weil das Themengebiet LGBT nur selten im Unterricht behandelt werden.
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Donnerstag, 3. September 2015
I wie Infektionen I ABC eines Schwulen
HIV/Aids, Hepatitis A/B, Tripper, Chlamydien, Syphilis... die Liste an sexuell übertragbaren Infektionen (STI) scheint unendlich lang. Wer sich da sorgen über eine mögliche Ansteckung macht, kann schnell mal die Lust verlieren. Dazu gesellt sich die Angst vor dem Arztbesuch oder besser gesagt die Angst vor dem Testergebnis. Die Angst, dass das Ergebnis doch positiv sein könnte.
Aber warum habe wir diese Angst? Was lässt uns davor zurückweichen einen Test zu machen? Ist es die Angst bewusst mit einer Krankheit leben zu müssen? Sind es die möglichen Veränderungen in unserem Leben? Oder doch etwas anderes?
Eigentlich ist es ganz einfach. Man geht zum Arzt, lässt sich auf die verschiedenen STI's untersuchen und wartet auf das Testergebnis. Je nachdem ob dieses nun positiv oder negativ ausfällt, kann man weitere Schritte einleiten. Wobei ein negatives Resultat natürlich immer am Besten ist. Zudem sollte man nie unterschätzen: Je früher eine Krankheit bzw. eine Infektion erkannt wird, desto größer sind auch die Chancen einer vollständigen Genesung.
Und dennoch fürchten sich viele vor dem Gang zum Arzt. Die Angst vor dem Testergebnis scheint gigantisch zu sein. "Wenn man es mir nicht ansieht, kann ich auch nicht krank sein." So scheinen viele zu denken. Was auch nachvollziehbar ist, denn warum sollte ich mich Tag für Tag mit dem Gedanken rumschlagen, dass ich HIV oder andere STI's habe. Es ist doch immer gut gegangen.
Natürlich kann es bisher immer gut gegangen sein, aber was sagt meine Vergangenheit schon über meine Zukunft aus? Und wenn es schon immer gut ging, ist es dann nicht an der Zeit auch mal etwas schlechtes zu erleben?
Ich will hier niemandem irgendeine Infektion oder Krankheit wünschen, es hat schließlich niemand verdient. Aber ist es nicht so, dass wir die guten und schönen Dinge im Leben erst richtig wertschätzen, wenn wir auch die negativen Dinge einmal erlebt haben?
Mein erster Post auf diesem Blog befasst sich mit dem Thema Sterbehilfe. Zu diesem Zeitpunkt wieder ein aktuelles Thema, da sich eine krebskranke Frau dazu entschieden hatte am 01.11.2014 zu sterben. Dazu zog sie extra nach Oregon, da dort die aktive Sterbehilfe erlaubt ist.
Eine halbes Jahr zuvor habe ich selbst miterlebt, wie eine gute Bekannte an Krebs gestorben war. Sie hat immer und immer weiter gekämpft und hat schließlich ein halbes Jahr länger gelebt, als es die Ärzte vorhergesagt hatten. Eine erstaunliche Leistung wie ich finde.
Vielleicht wäre sie heute noch am Leben. Vielleicht hätte sie den Krebs besiegen können. Man weiß es nicht. Ihr deshalb einen Vorwurf machen will und kann ich ihr nicht machen. Ich glaube nämlich, dass ich in der Situation ganz ähnlich reagiert hätte.
Dieser Vorfall regt aber auch zum nachdenken an. Vor allem, wenn man das Ganze live miterleben konnte. Der Besuch beim Arzt wird plötzlich in ein ganz anderes Licht gerückt. Das Testergebnis wird nicht mehr als mögliche Horror-Nachricht gesehen, sondern als Chance eine Krankheit zu erkennen und zu bekämpfen. Und wenn die Tests regelmäßig stattfinden, kann eine Infektion sogar frühzeitig behandelt werden. Die Denkweise hat sich also komplett geändert.
Liegt darin vielleicht die Angst? Dass man eben nicht mehr als gesunder Mensch gilt? Dass der Besuch beim Arzt automatisch eine Krankheit voraussetzen muss?
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Montag, 10. August 2015
Neue Flüchtlingswelle
Hunderte. Nein, sogar Tausende flüchten täglich. Sie alle haben ein Ziel: Raus aus der Heimat. Sie wollen nicht unterdrückt werden. Sie wollen weg vom Krieg, vom Terror. Sie wollen ein neues, besseres Leben führen. Das Geschäft der Schleuser boomt. Beliebte Ziele sind vor allem Deutschland und Schweden, aber auch Großbritannien gehört dazu.Wenn ich hier über eine neue Flüchtlingswelle informiere, so wird dies wohl wenige überraschen. Meist wurde schon auf diversen anderen Websites und Blogs darüber berichtet und in den Nachrichten wurde auch schon lang und breit darüber geredet.
Das Thema Flüchtlinge hat inzwischen aber auch in meinem Alltag nun sehr viel Raum eingenommen, was mich dazu bewogen hat diesen Artikel zu schreiben.
Haben wir nicht langsam mal genug von diesem Pack aufgenommen?
Ach diese Scheiß Kanaken sollen in ihrem eigenen Land bleiben.
Die sollte man allesamt verbrennen.
Flüchtlinge sind die, die hier herkommen, dem Staat auf der Tasche sitzen und keinen bock haben zu arbeiten.
Solche Hasstiraden kennt wohl jeder. Der Hass auf Flüchtlinge steigt immer weiter an. Längst wurden schon die ersten Flüchtlingsheime attackiert und in Brand gesteckt. Aber stimmt es überhaupt, was man über die Flüchtlinge so hört? Sind alle Flüchtlinge gleich? Hängen wirklich alle Flüchtlinge dem Staat auf der Tasche? Kommen die wirklich nur, weil hier das Leben so angenehm ist? Ist es die Flucht wert? Was bewegt einen Menschen eigentlich dazu die eigene Heimat zu verlassen und dabei alles zurück zu lassen?
Wir Menschen neigen dazu alles zu verallgemeinern. Wenn wir an Ausländer denken, dann sind dies oft diejenigen, welche auf Bahnhöfen alte, wehrlose Menschen niederprügelnd. Wir denken an Menschen, die hierher ausgewandert sind und keinen Job haben. Wir denken an all die Menschen, die nichts anderes im Kopf haben als Party und Randale zu machen.
Woran wir aber nie denken, sind auch diejenigen, die sich erfolgreich integriert haben. Wir denken nicht an den Professor an der Uni. Wir denken auch nicht an den Versicherungsvertreter von nebenan. Wir denken nicht an all die Kiosk-Besitzer. Wir denken auch nicht an den Bus- oder Taxifahrer. Denn all diese Leute haben sich in die Gesellschaft integriert. Sie alle haben einen Job. Sie alle verdienen ihr eigenes Geld. Ob sie nun geflüchtet sind? Man weiß es nicht. Vielleicht sind es auch ganz normale Auswanderer, die sich hier ein neues, besseres Leben aufbauen wollten.
Aber das wollen Flüchtlinge auch. Ein neues, besseres Leben. Einige von ihnen haben sich bestimmt schwer getan die eigene Heimat zurückzulassen. Aber was ist das für ein Leben, wenn man jeden Tag um das Überleben kämpfen muss. Wenn der Tag von Krieg und Terror regiert wird. Wenn jeden Moment der nächste Angriff beginnen kann. Wenn jeden Augenblick die nächste Detonation folgen kann.
Wenn man das nächste Mal an einem Zeltlager vorbeikommt sollte man vielleicht erstmal darüber nachdenken, ob man diesen Menschen vielleicht nicht sogar unrecht tut. Diese Menschen haben sich dazu entschieden ihre Heimat zu verlassen. Ihre gewohnte Umgebung aufgegeben, weil man dort nicht länger leben kann. Sie flüchten in Länder deren Sprache sie nicht einmal können. Sie flüchten in eine ungewisse Zukunft, weil alles besser ist als die eigene Heimat. Sie nehmen es sogar in kauf während der Flucht zu sterben.
Wer dazu bereit ist, der muss schon einiges erlebt haben. Dem muss es egal sein, ob er nun lebt oder tot ist. Alles was solchen Menschen noch wichtig erscheint, ist die Tatsache, dem Krieg und dem Terror im eigenen Land zu entkommen.
Wenn in den nächsten Tagen, Wochen und Monate also wieder eine Flüchtlingswelle nach Deutschland kommt, dann sollten wir uns vorher überlegen, was wir sagen. Heutzutage können sich nämlich nur noch wenige an den Krieg und deren Folgen erinnern. Wir wissen also gar nicht, wie sich diese Flüchtlinge eigentlich fühlen oder was diese alles erlebt haben.
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Donnerstag, 9. Juli 2015
A wie Angst I ABC eines Schwulen
Seit längerem stelle ich fest, dass immer mehr Menschen ihr eigenes ABC posten. Nachdem ich mir das ein oder andere auch durchgelesen oder auf Youtube angeschaut habe, hatte ich die Idee auch eines zu machen.
Schon länger habe ich den Gedanken mit mir rumgetragen zweimal in der Woche einen Beitrag zu posten und nun weiß ich auch womit. So ein ABC kann man schließlich gut vorbereiten und man hat nicht all zu viel Stress, sodass ich mich auch weiterhin auf die Uni konzentrieren kann.
Bei 26 Buchstaben im Alphabet wären es also 26 Beiträge. Bei einem zusätzlichen Post in der Woche also 26 Wochen und somit schonmal ein halbes Jahr gefüllt.
Fangen wir also an mit Buchstabe A.
Für mich stand direkt fest, dass ich in diesem Beitrag das Thema Angst aufgreifen möchte. Angst hatten, haben und werden wir immer haben. Auch wenn jemand ganz cool tut und meint, dass er vor nichts und niemandem zurückschrecken wird. Er wird auch schonmal Angst gehabt haben. Angst ist nämlich ein Grundgefühl des Menschen. Etwas, was sich nicht so leicht abstellen lässt.
Angst ist also vollkommen normal. Ohne diesen Instinkt würden wir heute wohl nicht mehr leben. Durch ihn können wir Gefahren erkennen und diesen aus dem weg gehen. Angst, dafür muss sich niemand schämen und dennoch tun wir es. Immer wieder wird uns vorgegaukelt, Angst sei eine schwäche.
Ein kleines Beispiel dazu:
Gehen wir davon aus ein Gruppe von Menschen müsste eine Hängebrücke überqueren. Wie es die Situation will, die Brücke hängt nun schon länger dort und scheint auch reparaturbedürftig zu sein. Natürlich gibt es in jeder Gruppe mindestens einen der sich super toll fühlt und den Anderen zeigen möchte, dass die Brücke auch weiterhin dort hängen wird. Ohne groß zu überlegen macht er sich also auf die Brücke. Wie jede Hängebrücke bewegt sich auch diese hin und her. Sie macht ein paar Geräusche aber alles scheint in Ordnung zu sein.
Ich hingegen fühle mich nicht ganz wohl bei der Geschichte und bleibe erstmal auf festem Boden. Mein Instinkt sagt mir, dass an der Brücke irgendetwas faul ist. Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Ich habe angst diese Brücke zu benutzen.
Inzwischen haben sich auch schon ein paar andere auf die Brücke getraut. Alles scheint in Ordnung zu sein. Bis plötzlich eines der Bretter unter dem Gewicht der ersten Person zerbricht. Demjenigen, der scheinbar keine Angst hat. Alles ist in heller Aufregung. Das Adrenalin schießt durch den Körper. Er kann sich aber noch halten. Schnell kommen ihm ein paar andere zu Hilfe. Zum Glück ist nichts weiter passiert.
Meine Angst war also durchaus berechtigt. Es war keine Schwäche, wie es manch einer gerne sagt. Ich wollte eben kein Risiko eingehen. Wer weiß schon was sonst noch alles hätte passieren können.
Wer ein paar meiner Beiträge kennt, weiß, dass auch ich mich mit Ängsten und sorgen rumgeschlagen habe und es auch heute teilweise noch tue.
Meine größte Angst war dabei wohl die schwul zu sein. Ich wollte nicht jemand sein, auf den man herab sieht. Ich wollte nicht als etwas abgestempelt werden, was ich vielleicht gar nicht war. Zudem gab es nur eine Szenenkneipe in der Umgebung, sodass auch der Kontakt zu anderen LGBTI kaum bis gar nicht vorhanden war. Ebenso sah sich die Schule nicht in der Pflicht einen Aufklärungsunterricht zu diesem Thema abzuhalten. Somit konnte sich auch auf diesem Schulhof schwul als Schimpfwort #1 etablieren.
Mir als betroffener hat dies natürlich nicht geholfen. Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Ängsten herumschlagen müssen eventuell schwul zu sein. Die Folgen: Ich habe mich immer weiter zurückgezogen. Meine schulischen Leistungen ließen nach. Bis ich nur noch vor mich hin vegetierte.
Aus heutiger Sicht bedauere ich es, dass ich nicht schon früher zu meiner Homosexualität gestanden habe. Manchmal beschleicht mich das Gefühl etwas verpasst zu haben, weil die Angst in mir die Macht hatte und nicht ich. Heute kenne ich wer weiß wie viele LGBTI und bei allen hätte ich nie erwartet, dass die schwul, lesbisch, bi oder Trans sein könnten. Vorurteile stimmen eben nur selten. Aber eben diese machen es einem unter anderem so schwer. Ich glaube wenn LGBTIs in der Gesellschaft und der Politik mehr Anerkennung ernten, dann würden auch mehr Menschen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen. Zugleich können so Vorurteile abgebaut werden und auch die ein oder anderen Berührungsängste.
Schon länger habe ich den Gedanken mit mir rumgetragen zweimal in der Woche einen Beitrag zu posten und nun weiß ich auch womit. So ein ABC kann man schließlich gut vorbereiten und man hat nicht all zu viel Stress, sodass ich mich auch weiterhin auf die Uni konzentrieren kann.
Bei 26 Buchstaben im Alphabet wären es also 26 Beiträge. Bei einem zusätzlichen Post in der Woche also 26 Wochen und somit schonmal ein halbes Jahr gefüllt.
Fangen wir also an mit Buchstabe A.
Für mich stand direkt fest, dass ich in diesem Beitrag das Thema Angst aufgreifen möchte. Angst hatten, haben und werden wir immer haben. Auch wenn jemand ganz cool tut und meint, dass er vor nichts und niemandem zurückschrecken wird. Er wird auch schonmal Angst gehabt haben. Angst ist nämlich ein Grundgefühl des Menschen. Etwas, was sich nicht so leicht abstellen lässt.
"Angst. Ein Gefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können erwartete Bedrohungen der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein."
Angst ist also vollkommen normal. Ohne diesen Instinkt würden wir heute wohl nicht mehr leben. Durch ihn können wir Gefahren erkennen und diesen aus dem weg gehen. Angst, dafür muss sich niemand schämen und dennoch tun wir es. Immer wieder wird uns vorgegaukelt, Angst sei eine schwäche.
Ein kleines Beispiel dazu:
Gehen wir davon aus ein Gruppe von Menschen müsste eine Hängebrücke überqueren. Wie es die Situation will, die Brücke hängt nun schon länger dort und scheint auch reparaturbedürftig zu sein. Natürlich gibt es in jeder Gruppe mindestens einen der sich super toll fühlt und den Anderen zeigen möchte, dass die Brücke auch weiterhin dort hängen wird. Ohne groß zu überlegen macht er sich also auf die Brücke. Wie jede Hängebrücke bewegt sich auch diese hin und her. Sie macht ein paar Geräusche aber alles scheint in Ordnung zu sein.
Ich hingegen fühle mich nicht ganz wohl bei der Geschichte und bleibe erstmal auf festem Boden. Mein Instinkt sagt mir, dass an der Brücke irgendetwas faul ist. Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Ich habe angst diese Brücke zu benutzen.
Inzwischen haben sich auch schon ein paar andere auf die Brücke getraut. Alles scheint in Ordnung zu sein. Bis plötzlich eines der Bretter unter dem Gewicht der ersten Person zerbricht. Demjenigen, der scheinbar keine Angst hat. Alles ist in heller Aufregung. Das Adrenalin schießt durch den Körper. Er kann sich aber noch halten. Schnell kommen ihm ein paar andere zu Hilfe. Zum Glück ist nichts weiter passiert.
Meine Angst war also durchaus berechtigt. Es war keine Schwäche, wie es manch einer gerne sagt. Ich wollte eben kein Risiko eingehen. Wer weiß schon was sonst noch alles hätte passieren können.
Wer ein paar meiner Beiträge kennt, weiß, dass auch ich mich mit Ängsten und sorgen rumgeschlagen habe und es auch heute teilweise noch tue.
Meine größte Angst war dabei wohl die schwul zu sein. Ich wollte nicht jemand sein, auf den man herab sieht. Ich wollte nicht als etwas abgestempelt werden, was ich vielleicht gar nicht war. Zudem gab es nur eine Szenenkneipe in der Umgebung, sodass auch der Kontakt zu anderen LGBTI kaum bis gar nicht vorhanden war. Ebenso sah sich die Schule nicht in der Pflicht einen Aufklärungsunterricht zu diesem Thema abzuhalten. Somit konnte sich auch auf diesem Schulhof schwul als Schimpfwort #1 etablieren.
Mir als betroffener hat dies natürlich nicht geholfen. Ich habe mich über Jahre hinweg mit den Ängsten herumschlagen müssen eventuell schwul zu sein. Die Folgen: Ich habe mich immer weiter zurückgezogen. Meine schulischen Leistungen ließen nach. Bis ich nur noch vor mich hin vegetierte.
Aus heutiger Sicht bedauere ich es, dass ich nicht schon früher zu meiner Homosexualität gestanden habe. Manchmal beschleicht mich das Gefühl etwas verpasst zu haben, weil die Angst in mir die Macht hatte und nicht ich. Heute kenne ich wer weiß wie viele LGBTI und bei allen hätte ich nie erwartet, dass die schwul, lesbisch, bi oder Trans sein könnten. Vorurteile stimmen eben nur selten. Aber eben diese machen es einem unter anderem so schwer. Ich glaube wenn LGBTIs in der Gesellschaft und der Politik mehr Anerkennung ernten, dann würden auch mehr Menschen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen. Zugleich können so Vorurteile abgebaut werden und auch die ein oder anderen Berührungsängste.
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