Posts mit dem Label Rassismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rassismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 31. Januar 2018

Was wäre wenn?

In den vergangenen Monaten wurde eine neue Staffel meiner Lieblingsserie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Wie es für mich als waschechter Nerd dieser Serie gehört, habe ich mir natürlich jede einzelne Folge angeschaut. Ja, ich habe mir die Staffel sogar direkt auf iTunes gekauft, um jede Folge mindestens zwei Mal zu sehen. Teilweise habe ich die Folgen sogar dreimal gesehen, weil meine Familie auch diese Serie mag. Und jaaa, ich bin wirklich verrückt nach dieser Serie. Ich glaube sogar, dass ich der verrückteste aus der Familie bin.

Aber warum ist das eigentlich so? Was ist so besonders an dieser Serie? Um welche Serie handelt es sich überhaupt? Was hat das mit dieser Überschrift zu tun? Und warum schreibst du in deinem Blog darüber?

Fangen wir einfach mal mit der leichtesten Frage an. Vielleicht wird dann auch dem ein oder anderen klar, warum ich diese Serie so mag. Es handelt sich nämlich um die Serie Doctor Who.
Doctor Who ist eine Science-Fiction Serie der BBC, welche ihre Erstausstrahlung im Jahre 1963 feierte und somit auch die am längsten laufende Science-Fiction Serie der Welt ist. Wer mir nicht glauben mag, der schaue doch bitte im Guinessbuch der Rekorde nach. Da steht die Serie nämlich drin. Nicht jede Serie kann schließlich in diesem Jahr ihr 55 jähriges Bestehen feiern und ich Hoffe, dass es am 23. November diesen Jahres wieder ein Spezial geben wird.
Doctor Who handelt von einem mysteriösen Zeitreisenden namens 'Der Doctor', der mit seinen Begleitern durch Raum und Zeit reist und dabei in diverse Abenteuer verwickelt wird.
Das interessante und spannende daran ist, dass der Doctor eben auch bei geschichtlichen Ereignissen wie dem Ausbruch des Vesuv, oder der Mondlandung, oder der Krönung der Königin Elizabeth II. dabei ist und seine Abenteuer erlebt. Auf die weise schaut man also nicht nur irgend eine Science-Fiction Serie, sondern lernt ab und zu auch noch etwas über große, geschichtliche Ereignisse der Menschheit.
In Großbritannien hat die Serie Doctor Who schon lange ihren Kultstatus erreicht. Vor fünf Jahren, als das Spezial zum 50. Jubiläum ausgestrahlt wurde, saßen gut ein Drittel der britischen Bevölkerung vor dem Fernsehen und sahen sich das Spezial an.

Aber was ist denn nun das Besondere an der Serie?

Schon seit langem zeichnet sich die Serie dadurch aus, dass man eben auch einen Blick auf die Minderheiten in unserer Bevölkerung wirft. Dass man eben auch den Unerwünschten in unserer Bevölkerung eine Stimme verleiht - und den Verstoßenen. Die Serie zeigt einem nunmal, dass es nicht nur EINE Norm gibt, nach der sich doch bitte ALLE Menschen richten sollen, sondern dass eine unglaubliche Vielfalt auf der Erde herrscht. Und im gesamten Universum natürlich auch.
Der Doctor zeigt uns, dass es eben nicht nur die Menschheit auf dem Planeten Erde gibt, sondern, dass es 7 Milliarden Menschen auf der Erde gibt. Dass es 7 Milliarden unterschiedliche Persönlichkeiten gibt. Und sie alle leisten ihren Beitrag zu dem, was wir letztlich Menschheit nennen.
Der Doctor zeigt uns, dass der Mensch eben nicht blond, blauäugig, muskulös, heller Hauttyp, heterosexuell und etwa 1,80 m groß sein muss. Der Doctor zeigt uns, dass alleine der Hauttyp schon unendlich viele Nuancen haben kann. Dazu kommen unendlich viele Nuancen der Haar- und Augenfarbe. Nicht jeder Mensch muss super muskulös sein. Nich jeder Mensch muss heterosexuell sein. Es gibt einfach eine unglaubliche Vielfalt und letztlich lehrt uns der Doctor, dass man jedem Lebewesen, denn der Doctor trifft auch auf außerirdische Lebensformen, immer mit Ehre und Respekt gegenübertreten sollte.
Wenn man all das verinnerlicht hat, wenn man jedes Lebewesen als das akzeptiert, was es ist und man ihm mit Ehre und Respekt begegnet, dann ist Doctor Who nicht nur irgendeine Serie, sondern eine Lebenseinstellung, eine Religion.

Als der Doctor in der Zehnten Staffel von seiner neuen Begleiterin Bill Potts erfährt, dass sie auf Frauen steht, da begegnet er ihr nicht mit Ablehnung oder Verabscheuung, sondern akzeptiert das und behandelt sie wie jeden anderen Menschen auch.
Und vielleicht ist genau das auch der Punkt, warum diese Serie unter Schwulen und Lesben so bekannt ist. Weil dort ein Mann ist, der jeden so akzeptiert, wie er ist. Weil da jemand ist, bei dem man so sein kann, wie man ist und sich nicht verstecken muss.

Was wäre, wenn wir also so handeln würden wie der Doctor? Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn wir den nächsten Flüchtling nicht als Schmarotzer sehen, sondern als Vertriebenen aus dem eigenen Land, der hier einen Neustart versucht. Wenn wir die nächste dickere Person nicht als fettes Schwein titulieren, sondern den Menschen dahinter betrachten, der vielleicht aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit so dick ist, oder weil er vielleicht enorm viel in sich rein stopft, weil er voller Ängste und Sorgen steckt und niemand ihm zur Seite steht. Wenn wir das nächste homosexuelle Pärchen sehen und es eben nicht als Abschaum der Gesellschaft betrachten, sondern die beiden Menschen dahinter, die glücklich sind einander gefunden zu haben.
Wenn wir alle so handeln würden. Wenn wir jeden Menschen so akzeptieren würden, wie er ist. Wenn jeder Respekt vor der Biographie des Anderen hätte, dann wäre die Welt ein stück weit besser geworden.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

P wie Propaganda I ABC eines Schwulen

Unser gesamtes Handeln, unser gesamtes Wissen, einfach alles müssen wir einmal gelernt haben. Wir müssen lernen zu krabbeln und zu laufen. Wir müssen lernen zu sprechen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Wir lernen wie man das gesprochene Wort auf Papier bringen kann. Wir lernen Zahlen aufzuschreiben und mit diesen die wildesten Rechenoperationen durchzuführen. Wir lernen Menschen zu vertrauen. Sie geben uns Tipps, damit wir es besser / leichter im Leben haben sollen. Wir lernen aber auch Menschen zu Misstrauen, weil nicht jeder will, dass wir ein leichtes unbeschwertes Leben führen.
Letztlich wird unser Tun und Handeln also durch unsere Erfahrungen gelenkt. Wir vertrauen dem einen Menschen mehr, weil er uns noch nie enttäuscht hat. Wir können uns auch diesmal sicher sein, dass er uns nicht hintergeht, weil er es die 40, 50 oder 60 Male davor auch nicht getan hat. Wir glauben unseren Lehrern, Dozenten und Professoren was sie uns erzählen, weil sie diesen Beruf gewählt haben und dazu verpflichtet sind uns etwas beizubringen. Unserem Grundschullehrer glauben wir, dass er uns das Alphabet und dessen Aussprache korrekt beibringt. Dem Mathematiklehrer vertrauen wir, dass die Zahl π ungefähr der Zahl 3,14159265... entspricht. Ebenso wie e ungefähr der Zahl 2,71828182... entspricht. 
Es gibt noch genügend andere Beispiele die man hier anführen könnte, aber es soll ja nicht um die Beispiele gehen, sondern um dass was dahinter steht. Bestimmten Menschen vertrauen wir einfach blind. Wir glauben, dass sie schon irgendwie recht haben werden. Sie haben schließlich schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel, sie haben mehr erlebt, mehr gesehen von der Welt, auf ihr Urteil wird man sich schon verlassen können.
Aber dank Smartphone und Internet können wir das Wissen, welches uns gerade vermittelt wurde auch innerhalb von ein paar Klicks nachschlagen. Wir sind nicht mehr darauf angewiesen große Bibliotheken aufzusuchen und in Büchern nachzuschlagen. Nein, wir befragen einfach das World Wide Web. Manch einer befragt das allwissenden Google, ein andere stellt seine Frage dem großen Bing oder auch irgendeiner anderen großen Suchmaschienen-Persönlichkeit. Im Internet steht schließlich das Wissen von Milliarden von Menschen und jeder von Ihnen hat einen Teil dazu beigetragen. Physiker, Mathematiker, Germanisten, Historiker der verschiedensten Epochen usw. usw. 
Was im Internet steht muss also stimmen. Davon gehen wir jedenfalls aus. Das Internet - unser Lexikon 2.0

Aber ist es tatsächlich wahr? Können wir uns einfach so auf das verlassen? Ist alles was im Internet steht auch tatsächlich wahr? Reicht es wirklich aus sich eine Quellen anzuhören und diese Meinung als richtig zu akzeptieren? Wenn ja, was ist wenn diese Quelle rein der Propaganda wegen existiert?

Mit dem aufkommen des Internet und der Entwicklung der ersten Smartphones können wir innerhalb von Sekunden Dinge herausfinden, die man vorher ewig lange im Lexikon nachschlagen musste oder bei Bekannten und Verwandten nachfragen musste. Ebenso können wir aber auch Wissen welches eigentlich zur Allgemeinbildung gehört innerhalb kürzester Zeit nachlesen. Und die Informationen, die wir erhalten nehmen wir auch als wahrheitsgemäß war. Manche Dinge merken wir uns sogar und prahlen damit zu gegebener Zeit vor unseren Freunden. Ob unser Wissen nun eventuell nicht ganz der Wahrheit entsprechen könnte ist uns dabei auch egal. Ja, sie kann sogar propagandistische Züge haben oder sogar ganz der Propaganda dienen, also der Verbreitung ideologischer Ideen und Meinungen, um die Bevölkerung in einer bestimmten Weise zu beeinflussen. Dieser Beeinflussung bedarf noch nicht einmal großer Artikel. Es reichen sogar einfache Schlagzeilen oder Kommentare unter einem Beitrag aus, um die Meinung eines Menschen zu beeinflussen. Vor allem wenn unterschiedliche Schlagzeilen / Kommentare den gleichen Inhalt haben. Gerade dann macht sich kaum noch jemand die Mühe und hinterfragt das Ganze. Irgendwie wird es schon der Wahrheit entsprechen, wenn so viele dieser Meinung sind.
Um sich selbst ein Kommentar über etwas oder jemanden erlauben zu dürfen, sollte man jedoch immer beide Seiten der Medaille kennen. Man sollte sich mit einem Thema erstmal vertraut machen, bevor man sich ein Kommentar erlaubt, auch wenn das schwer ist.

P.S.:
Wie es der Zufall so will hat auch darkviktory in der neuen Folge von BrainFed (Folge 26) das Thema Propaganda und Meinungsbildung angesprochen. Wer sich die Folge ansehen will kann das hier tun.

Montag, 7. September 2015

Mauern in unserem Kopf

Am 05. November ist es soweit. Der neue James Bond kommt in die Kinos. Zum vierten mal wird Daniel Craig als 007 auf der Leinwand zu sehen sein. Auch wenn dies im Vergleich nicht sonderlich lange ist, so wird dennoch darüber diskutiert, wer wohl der nächste Bond-Schauspieler sein könnte.

Jüngst hat sich das Bond-Urgestein Pierce Brosnan eingeschaltet. In einem Interview mit dem Männermagazin "Details" sagte er, er könne sich sehr wohl einen schwarzen oder auch einen schwulen Bond vorstellen. Allerdings glaube er, dass die Produzentin Barbara Broccoli einen schwulen Bond nicht auf die Leinwand lasse. Damit offenbarte Brosnan auch, wie festgefahren die Strukturen im Hollywood-Geschäft seien.
In diesem Zusammenhang begrüßte Brosnan die Entscheidung seiner Landsleute, die sich im Mai für die Gleichstellung der Homo-Ehen ausgesprochen hatten. "Genug des Schämens. Es ist ein großartiges Zeichen des zukunftsorientierten Denkens für eine Nation, die so von der Religion geschunden wurde."

Ob der nächste Bond nun schwarz oder schwul oder vielleicht beides wird, steht in den Sternen. Pierce Brosnan hatte jedenfalls den Rat: "Lassen Sie uns zunächst mit einem großartigen schwarzen Schauspieler als James Bond beginnen." Gemeint war damit Idris Elba, der schon seit einiger Zeit im Gespräch ist der neue 007 zu werden.
Die Bond-Kollegen scheinen das aber nicht so zu sehen. Roger Moore hatte in der Vergangenheit schon für einigen Wirbel gesorgt. Er sagte dem Blatt "Paris Match": Ein schwarzer Bond sei zwar eine 'interessante Idee', aber unrealistisch.
Ian Fleming, dem Autor des original Bonds zufolge, ist der Geheimagent der Sohn eines Schottischen Vaters und einer Schweizer Mutter. Seine frühe Kindheit verbrachte er demnach im Ausland. Mit elf Jahren verwaist, lebte er dann bei einer Tante im Südosten Englands und wurde später in Edinburgh ausgebildet.

Bedeutet das nun, dass James Bond weder schwarz noch schwul sein darf? Muss der Doppelnullagent wirklich von einem Engländer gespielt werden? Muss er tatsächlich europäisch aussehen? Wäre es wirklich so falsch unseren großartigen 007 als schwarzen darzustellen? Ist das so unrealistisch einen Schwarzen in England, Schottland oder Irland aufwachsen zu sehen? Und wenn wir schon bei unrealistisch sind, wie erklärt man die vielen verschiedenen Gesichter des James Bond?

Wir alle haben es mit Vorurteilen zu tun. Wir haben feste Meinungen und Weltbilder. Uns wird etwas gesagt und sofort entsteht ein Bild in unserem Kopf. Wir sehen einen Moslem und das erste an das wir denken ist Krieg, Terror und Zerstörung. Auch ich kann mich davon nicht freisprechen. Wir hören einen Namen und schon beginnen wir uns diese Person im Geiste vorzustellen.
James Bond zum Beispiel. Für ganze Generationen ist es ein weißer gutaussehender Mann, der schon diverse Damen an seiner Seite hatte. Er ist immer gut gekleidet, meist im schwarzen Anzug. Sein Lieblingsgetränk ist Martini, geschüttelt nicht gerührt. Er ist Geheimagent, im Dienste ihrer Majestät der Königin von England mit der Lizenz zu töten. Wenn der Name James Bond ertönt oder sein Kürzel 007, dann denken wir an Pierce Brosnan, Roger Moore oder Sean Connery. Die jüngeren wahrscheinlich eher an Daniel Craig, wobei dieser dem Bond-Image schon einen neuen schliff verpasst hat. Hier und da haben sich auch welche über diesen Imagewandel beschwert, aber letztlich wurde er doch als einer der Bonds anerkannt. Warum sollte er sonst nun zum vierten mal als 007 auf der Leinwand erscheinen?
Raphael Holzdeppe
Justin Gatlin
Aber gut das ist ein Beispiel, kann also auch eine Ausnahme sein. Aber ist es das, eine Ausnahme? An wen denken wir beispielsweise bei Thomas Müller, dem Durchschnittsdeutschen? Oder wie sieht es mit Raphael Holzdeppe, Justin Gatlin oder Mohamed Farah aus?
Mohamed Farah
Letztere sind alle drei schwarze. Sie sind bei der Leichtathletik-WM 2015 angetreten. Raphael Holzdeppe ist deutscher, Justin Gatlin ist Amerikaner und Mohamed Farah ist Brite. Wäre man diesen dreien auf der Straße begegnet, hätte wohl niemand mit solchen Namen oder gar diesen Nationalitäten gerechnet. Oder?


Montag, 31. August 2015

Ereignisse/Gemeinsamkeiten verbinden

Die Nachrichten sind voll davon. Jeden Tag hört, liest oder sieht man wie Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesteckt werden, wie neue Zeltplätze aufgebaut werden und es zu neuen Krawallen kommt. Inzwischen werden 800.000 Flüchtlinge bis zum Ende des Jahres hier in Deutschland erwartet. Niemand weiß wie man mit diesen Massen umgehen soll. Längst ist nicht mehr von einem Flüchtlingsstrom die Rede, sondern von einer Völkerwanderung.

Aber was geht mich das Ganze an? Warum soll ich ein Teil meiner geliebten Heimat opfern und diesen Flüchtlingen zur verfügung stellen? Warum sollen wir unsere Bedürfnisse zurückstellen? Was hab ich schon mit diesen Flüchtlingen zutun?

Die Zeiten, in denen in Deutschland Krieg, Tod und Zerstörung wüteten sind schon etwas länger her. Viele von uns haben den Krieg oder kriegsähnliche Zustände garnicht mitbekommen. So wie für mich beispielsweise. Ich kenne solche Situationen nur aus Geschichtsbüchern. Und meine Großeltern, die den zweiten Weltkrieg miterlebten, haben nie darüber gesprochen. Ich gehöre also zu denjenigen, die sich den Krieg und damit verbundenen Ängste, Sorgen und Leiden garnicht vorstellen kann.
Ob nun aber ein Besuch in einem Kriegsgebiet daran etwas ändern würde, kann ich mir nur schwer vorstellen. Ich werde nämlich nur ein Tourist sein. Ich werde nach ein oder zwei Wochen einfach sagen können: "Und jetzt geht es ab nach Hause." Ich werde mir also nie Gedanken darüber machen müssen, ob meine Eltern oder meine Geschwister noch leben. Ich werde mir nie die Frage stellen müssen, ob ich meine Wohnung am Mittag unversehrt vorfinden werde. Ich werde nie die Sorgen haben, ob ich überhaupt genug zu essen und zu trinken für die kommenden Tage haben werde. Ich werde also nie nachvollziehen können, wie sich ein Flüchtling fühlt. Jemand, der alles verloren hat und nun ein neues Leben in einem neuen Land beginnen möchte. Denn seines wird vom Krieg und Terror regiert. Ein Land, in dem es nicht mehr lebenswert ist.

Vor ein paar Wochen habe ich mir durch Zufall eine Doku auf YouTube angeschaut. Thema dieser Dokumentation ist der Krieg zwischen Ägypten und Israel im Juni 1967. Zu dieser Zeit ankerten 14 Schiffe aus unterschiedlichen Nationen im Bittersee. Sie waren dort gefangen. Eine Weiterfahrt durch den Suezkanal war nicht möglich.
Am 5. Juni 1967 brach ein 6-Tage-Krieg aus. Und die 14 Schiffe waren zwischen den Fronten gefangen. Sie waren wie ein paar Schaulustige, die das Kriegstreiben bewunderten. Teilweise fingen sie sogar an zu jubeln, wenn irgendwo auf dem Land wieder ein Gefecht zugange war. Nach einiger Zeit haben sich die unterschiedlichen Besatzungen sogar auf ihren Schiffen getroffen. Es war wie eine eigene kleine Nation, in der jeder willkommen war. egal welche Nationalität man nun hatte. Das Schicksal wollte es so, dass diese Menschen auf dem Bittersee gefangen waren und sie versuchten das Beste daraus zu machen. Der Krieg, der um sie herum passierte, war für die Schiffsbesatzungen nur ein Schauspiel. Jedenfalls bis zu dem Augenblick, an dem die ersten Leichen im Bittersee trieben und von den Matrosen geborgen wurden. Denn plötzlich wurde allen klar, in welcher Situation sie sich befanden.
Um sie herum herrschte Krieg und Zerstörung. Zwei Nationen kämpften gegeneinander. Tausende von Menschen ließen ihr Leben auf dem Schlachtfeld. Und auf dem Bittersee? Hier war es egal welche Nationalität man hatte. Im Gegenteil. Hier feierten sogar Menschen miteinander, die eigentlich feindlich gesinnt waren. Aber dieses Feind war erloschen, da diese Meinung nur auf irgendwelche Propagandareden beruhten.
"Simba, alles was du siehst lebt in einem empfindlichen Gleichgewicht zusammen. Als König musst du ein Gespühr dafür haben und alle Geschöpfe respektieren. Von der winzigen Ameise bis hin zur graziösen Antilope."
- Mufasa aus "Der König der Löwen" 

Das Ereignis bzw. die Gemeinsamkeit auf dem Bittersee gefangen zu sein, verband diese Männer. Anfangs waren bestimmt noch ein paar Berührungsängste, aber man konnte dem anderen eben nicht so leicht aus dem Weg gehen. Zudem schienen die Besatzungen auch Interesse daran zu haben den Nachbarn auf dem anderen Schiff kennen zu lernen. Sie alle steckten in der gleichen Situation und haben versucht das Beste daraus zu machen.

Aber es muss nicht immer nur Krieg und Zerstörung sein, die Menschen verbindet. Demnächst findet wieder das Festival "Burning Man" in Nevada statt. Es dauert insgesamt acht Tage und Endet traditionell am ersten Montag im September. Einerseits ist das Festival eine große Kunstausstellung, andererseits aber auch ein Ort intensiver Selbstdarstellung und natürlich eine große Party.
Auch hier ist es, wie bei so vielen Festivals, egal wo du herkommst oder wer du bist, die Hauptsache ist doch, dass man zusammen Spass hat. Es gibt da etwas, da ähneln sich unsere Interessen, da sind wir gleich. Da gibt es etwas, darüber können wir reden. Und je mehr Zeit wir miteinander verbringen, je mehr wir miteinander reden, je mehr wir uns kennenlernen, desto besser lernen wir uns auch kennen. Wir können viel leichter einschätzen, was den anderen bewegt. Wir wissen, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Irgendwann sehen wir nämlich nicht mehr den Syrer, den Araber, den Moslem, den Franzosen, den Italiener, den Deutschen usw. usw. Sondern wir sehen einen Bekannten, oder sogar einen Freund in unserem Gegenüber. Wir sehen einen Menschen, den ich kennenlernen durfte. Wir sehen jemanden, der das kostbarste mit uns Teilte, dass er/sie hat. Jemanden, der uns ein Teil seiner Zeit und seiner Aufmerksamkeit schenkte.
Anstatt einfach Menschen nach ihrem Äußeren oder nach ihrer Herkunft zu verurteilen sollten wir vielleicht erst überlegen, was diese Menschen schon alles erleben mussten. Wir sollten viel mehr Respekt vor der Biografie der Anderen haben. Wir sollten auf solche Menschen zugehen, anstatt sie auszuschließen. Wir können nämlich nur von der Erfahrung der anderen profitieren.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Vorurteile und Rassismus

Wir alle haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Wir alle kennen Vorurteile. Männer sind die Technikfreaks. Frauen gehören zu Hause an den Herd. Aber kennen sich Männer immer besser mit Technik aus? Sind Frauen wirklich die besseren Köche? Kann es nicht auch mal anders herum sein? Sind wir nicht alle Menschen? Individuen?

Bereits im Jahr 1992 gab es ein Experiment, welches zeigt, wie empfänglich Menschen für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind. Das Experiment ist nun über 20 Jahre alt und angesichts von Pegida und einer neuen Welle von Rechtsextremismus aktueller denn je.

Das Experiment:

Oprah Winfrey lud zu einer ihrer TV-schows ein. Im Vorlauf wurden die Gäste in zwei Gruppen aufgeteilt. Als Unterscheidungsmerkmal wurde die Augenfarbe benutzt und die Gruppen von da an unterschiedlich behandelt. Die Zuschauer mit braunen Augen durften als Erste ins Studio und erhielten so auch die besten Sitzplätze. Zusätzlich bekamen sie noch Kaffee und Donuts. Die Studiogäste mit blauen Augen mussten hingegen warten. Sie bekamen lächerlich wirkende grüne Papp-Kragen, die sie um ihre Hälse tragen mussten.
In der Show war eine Sozialforscherin zu gast, die sich als Lehrerin ausgab und das Experiment in Gang brachte. Sie bemerkte: "Ich bin seit 25 Jahren Lehrerin in öffentlichen und privaten Schulen dieses Landes, und ich habe miterlebt, was braunäugige Menschen im Gegensatz zu blauäugigen Menschen tun. Es ist völlig offensichtlich. Sie hätten heute Morgen hier sein sollen, als wir die Leute reingebracht haben."
Am Anfang war es noch still im Studio, aber mit der Zeit entbrannte eine hitzige Diskussion. Eine der braunäugigen Frauen sagte: "Leute, ich hatte eine Schulfreundin mit blauen Augen. Sie war so dumm, dass sie immer bei mir abschrieb." Und weiter sagte sie: "Die Blauäugigen waren heute Morgen so unverschämt und laut, dass wir unser eigenes Wort nicht mehr verstehen konnten."
Mit der Zeit wurde die Debatte zu hitzig und die Sozialforscherin löste das Ganze auf. Dieses Experiment sollte den Menschen vor Augen führen, wie leicht man sich für rassistische Überlegenheitstheorien ködern lassen kann.
Die Abschließende Botschaft der Sozialforscherin lautete: "Gott habe den Menschen erschaffen, und der Mensch habe den Rassismus erschaffen."

Hier ist eine kleine Zusammenfassung des TV-Experiments von Oprah Winfrey und der Sozialforscherin Jane Elliott: