Es war der 13. März 2017. Der Tag an dem ich mein langjähriges Singleleben aufgab und seit dem in einer festen Beziehung lebe. Natürlich ist jeder Anfang schwer, so auch dieses Mal. Das erste Jahr Beziehung ist nun auch schon bald vorbei und bislang stehen die Chancen ganz gut, dass ich auch danach noch in einer Beziehung sein werde.
Kurz nachdem wir dann offiziell zusammen waren, hatten wir auch direkt den ersten gemeinsamen Urlaub im Blick. Dieser fiel in die zweite Oktoberwoche, da hatten wir nämlich beide Zeit füreinander. So mussten also nur noch das Ziel festgelegt werden. Wir machten uns also auf die Suche und entschieden uns letztlich für drei Nächte in Dresden und drei Nächte auf Rügen.
Rückblickend betrachtet war es auch eine schöne Zeit. Eine Zeit, in der es nur meinen Freund und mich gab. Wo wir alles gemeinsam unternommen haben.
Doch wie ist der erste gemeinsame Urlaub tatsächlich? Wie war es in der Situation selbst? Welche Chancen und Möglichkeiten bietet solch ein Urlaub? Und wie war die Zeit danach?
Wenn man den ersten gemeinsamen Urlaub mit dem Freund, oder auch der Freundin plant, dann bedeutet das meist sehr viel mehr als nur eine schöne Zeit gemeinsam zu verbringen. Im Urlaub hängt man schließlich ständig aufeinander. Man hat nicht sehr viel Platz um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Man entdeckt teilweise Seiten und Eigenarten am Partner, die man vorher garnicht so kannte. Der erste gemeinsame Urlaub ist also nicht nur der erste gemeinsame Urlaub, sondern ein erster Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft. Eine Zukunft, bei der man nicht zwei Wohnungen besitzt. Eine Zukunft, bei der man nicht nur bei dem Partner übernachtet. Eine Zukunft, bei der man nicht ein Treffen plant, um sich zu sehen. Nein, der erste gemeinsame Urlaub ist ein Schritt in Richtung gemeinsame Wohnung. Ein Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft.
Der erste gemeinsame Urlaub entscheidet also über die Zukunft der Partnerschaft. Auch als mein Freund und ich zum ersten Mal gemeinsam weggefahren sind. Und so bestand diese eine Woche eben nicht nur aus guten Zeiten, sondern auch aus Zeiten in der wir uns schon etwas gezofft hatten. Zeiten, in denen ich mich selber fragte, warum macht er das denn nun. So interessant kann das doch garnicht sein. Wen interessiert es schon wie oft irgendwo am Arsch der Heide der Bus vorbeikommt. Wir hatten doch so wie so ein Auto dabei. Oder warum sollte ich unbedingt ein Strandtuch mitnehmen, wenn sich das Wetter so wie so immer weiter zu zog und garnicht mehr dazu einlud am Strand zu liegen.
Doch am Ende des Urlaubs hatten wir beide sehr viel gesehen und gelernt. Nicht nur über Dresden und Rügen, sondern auch über den jeweils anderen. Wir kannten auf einmal Seiten, die wir vorher nie so mitbekommen hatten. Wir erkannten Eigenschaften, die einerseits anstrengend sein konnten, auf der anderen Seite aber auch gut drüber hinweggesehen werden konnte. Wir erlebten beide eine Zeit, in der es nicht mehr nur darum ging, was ich möchte, sondern eine Zeit, in der es darum ging miteinander zu reden und einen Kompromiss einzugehen. In einer Beziehung geht es schließlich nicht darum immer nur die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern auch mal zurückzustecken und zu schauen, was dem anderen denn gerade gut tun könnte. Das Erfolgsrezept einer Beziehung ist eben nicht der Egotrip, sondern das Wir. Wir wollen in einer Beziehung leben. Wir wollen gemeinsam Zeit verbringen. Wir wollen gemeinsam alt werden. Wir wollen gemeinsam durch dick und dünn gehen.
Um herauszufinden wie stark dieses Wir ist, kann ein gemeinsamer Urlaub sehr aufschlussreich sein. In dem ersten gemeinsamen Urlaub werden letztlich also die Weichen für die Zukunft gestellt. Hier entscheidet sich oftmals, ob diese Zukunft gemeinsam verbracht wird, oder doch eher getrennt.
In meinem Fall wird es eine gemeinsame Zukunft sein. Eine Zukunft, in der es wie in unserem ersten Urlaub Höhen und Tiefen geben wird. Aber immer eine Zukunft, an der mein Partner mit Rat und Tat an meiner Seite stehen wird.
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Mittwoch, 24. Januar 2018
Der erste Urlaub mit dem Freund
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Dresden, Deutschland
Montag, 28. September 2015
Wir leben im 21. Jahrhundert
Diese Redewendung kennt wohl jeder. Wir alle werden sie schon einmal gehört haben. Ja, vielleicht haben wir sie selbst sogar einmal benutzt. Aber was bedeutet diese Redewendung eigentlich? Wann benutzen wir sie? Was wollen wir damit zum Ausdruck bringen? Was drücken wir überhaupt damit aus?
Wir schreiben das Jahr 2015, bald sogar 2016. Allein diese Tatsache beweist, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Daran lässt sich nichts ändern und das werden auch alle wissen. Dennoch kommt es immer wieder zu Situationen in denen wir diese eine Tatsache, dass wir im 21. Jahrhundert leben, gerne zu Gehör bringen. Oft tun wir dies, um aufzuzeigen in was für einer offenen, toleranten und modernen Gesellschaft wir uns doch befinden.
In Wahrheit belügen wir uns aber nur selbst. Es ist zwar durchaus korrekt, dass wir im 21 Jahrhundert leben. Es ist aber ebenso nur eine grobe Zeitangabe wo wir uns in der Zeit befinden. Ein Zeitfenster von 100 Jahren, in denen ganze Generationen geboren werden, aufwachsen und auch sterben.
In all diesen Jahren entwickelt sich die Menschheit weiter. Wissenschaftler und Forscher werden immer wieder Neues entdecken. Der technische Fortschritt ist unaufhaltsam. Besondere Entdeckungen, Erfindungen und Ereignisse werden ganze Generationen prägen. Was die Zukunft bringen mag, dass wird niemand vorhersagen können. Niemand weiß wie unsere Gesellschaft in 25, 50 oder 100 Jahren sein wird. Die Begründung, wir würden im 21. Jahrhundert leben und somit in einer modernen, weltoffenen und toleranten Gesellschaft leben ist demnach hinfällig.
Ja, wir leben im 21. Jahrhundert, aber das ist einzig und allein unserer heutigen Zeitrechnung zu verdanken. Zudem sollte uns auch bewusst sein, dass es gerade einmal die Anfänge des 21. Jahrhunderts sind. Das vorige Jahrhundert ist noch nicht so lange her. Ein Jahrhundert in dem Krieg und Zerstörung wüteten. Ein Jahrhundert, in dem Angst und Schrecken herrschten. Zwei Weltkriege fanden statt, die Kuba-Krise, der kalte Krieg und ständig die Angst vor einem weiteren Weltkrieg. Über Jahre hinweg war Deutschland in Ost und West geteilt. 40 Jahre dauerte diese prägende Phase an. Bis zum 09. November 1989. Der Tag, an dem die Berliner-Mauer gefallen ist und somit auch die Grenze zwischen BRD und DDR geöffnet wurde. Nach Jahren konnten sich alte Freunde, Bekannte und Verwandte endlich wiedersehen, in den Armen liegen und miteinander reden. Eine Nation, ein Land, ein Volk war wieder vereint.Wir wollen eine moderne, weltoffene und tolerante Gesellschaft sein. Begründen tun wir es aber damit, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Wir tun so als ob wir mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat und jedem Jahr ein Stück toleranter und weltoffener werden. Doch wer wir sind und wer wir werden entscheiden allein wir. Jeder von uns entscheidet selbst, welchen Weg er geht und somit auch, ob er ein moderner, toleranter und weltoffener Mensch ist.
Montag, 22. Dezember 2014
Die Kraft des Unbewussten
Wissen manche Menschen was sie tun?
Diese Frage schwirrt mir schon länger durch den Kopf. Sie scheint mir ein ständiger Begleiter zu sein. Sie ist immer in meiner Nähe. Auf sie kann ich mich verlassen.
Aber warum stelle ich mir diese Frage? Jeder Mensch weiß doch was er tut, er bekommt es schließlich live und in Farbe mit. Ich habe mich nun auch schon länger mit der Frage beschäftigen können und weiß, daran liegt es nicht. Es ist nicht das, was wir bewusst tun, sondern was sich im verborgen abspielt.
Wann haben wir beispielsweise das letzte mal darüber nachgedacht zu atmen? Wie macht das überhaupt, atmen? Welche Muskeln benötigen wir dazu?
Nur sehr sehr wenige werden die Antworten darauf kennen. Wir tuen es einfach und zwar unterbewusst. Ebenso verhält es sich beim Autofahren. Wir müssen nicht lange überlegen den Fuß anzuheben, rüber aufs Bremspedal zu legen und leicht runter drücken. Nein, wir sehen etwas näher kommen und bremsen automatisch ab. Wir tun also Dinge, die uns gar nicht bewusst sind. Erst wenn wir uns näher damit beschäftigen wissen wir, was wir da überhaupt tun.
Wissen manche Menschen was sie tun?
Nein, das tun sie nicht - jedenfalls nicht alles.
Ein Vortrag, ein Satz, sogar ein einzelnes Wort kann die Gefühlslage eines Menschen verändern. So kann ein Mensch innerhalb von Sekunden unglücklich und voller Trauer sein. Man kann ihm aber auch ein Lächeln in sein Gesicht zaubern. Letzteres ist wohl das Schönste was man tun kann. Mitansehen wie sich die Lachfältchen im Gesicht ausbilden. Die Mundwinkel gehen langsam nach oben. Die Augen öffnen sich leicht und strahlen einen an.
Ein solches Schauspiel mitzuerleben ist meist auch nicht viel von Nöten. Ein Mensch der verzweifelt ist freut sich schon, wenn ein anderer ihm nur zuhört und eventuell den ein oder anderen Rat gibt. Jemand der wenig bis keine Rückmeldung bekommt, freut sich über jedes Feedback. Vor allem wenn es positiv ausfällt. Einem einsamen Menschen reicht es schon ein paar Worte mit seinem Gegenüber zu wechseln, auch wenn es nur kurz über das Wetter ist.
Wie man sieht bedarf es nicht viel einen Menschen glücklich zu machen, ihm das Gefühl zu geben, dass man ihn wertschätzt. Leider geschieht es aber viel zu selten. Viel öfter sollte man sich die Zeit nehmen und für andere da sein. Ihnen zeigen, dass sie einem wichtig sind. Gerade heutzutage, wo wir uns in einer so schnelllebigen Welt befinden ist Zeit das wohl kostbarste Geschenk was man machen kann. Wie wäre es also anstatt jetzt noch die letzten Geschenke für Weihnachten zu kaufen, die Zeit anders zu nutzen. Warum nimmt man sich nicht eine Flasche Wein, legt sich auf die Couch und verbringt den restlichen Abend mit seinen Liebsten?
Mir würde ein solcher Abend jedenfalls zusagen.
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