Diese Redewendung kennt wohl jeder. Wir alle werden sie schon einmal gehört haben. Ja, vielleicht haben wir sie selbst sogar einmal benutzt. Aber was bedeutet diese Redewendung eigentlich? Wann benutzen wir sie? Was wollen wir damit zum Ausdruck bringen? Was drücken wir überhaupt damit aus?
Wir schreiben das Jahr 2015, bald sogar 2016. Allein diese Tatsache beweist, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Daran lässt sich nichts ändern und das werden auch alle wissen. Dennoch kommt es immer wieder zu Situationen in denen wir diese eine Tatsache, dass wir im 21. Jahrhundert leben, gerne zu Gehör bringen. Oft tun wir dies, um aufzuzeigen in was für einer offenen, toleranten und modernen Gesellschaft wir uns doch befinden.
In Wahrheit belügen wir uns aber nur selbst. Es ist zwar durchaus korrekt, dass wir im 21 Jahrhundert leben. Es ist aber ebenso nur eine grobe Zeitangabe wo wir uns in der Zeit befinden. Ein Zeitfenster von 100 Jahren, in denen ganze Generationen geboren werden, aufwachsen und auch sterben.
In all diesen Jahren entwickelt sich die Menschheit weiter. Wissenschaftler und Forscher werden immer wieder Neues entdecken. Der technische Fortschritt ist unaufhaltsam. Besondere Entdeckungen, Erfindungen und Ereignisse werden ganze Generationen prägen. Was die Zukunft bringen mag, dass wird niemand vorhersagen können. Niemand weiß wie unsere Gesellschaft in 25, 50 oder 100 Jahren sein wird. Die Begründung, wir würden im 21. Jahrhundert leben und somit in einer modernen, weltoffenen und toleranten Gesellschaft leben ist demnach hinfällig.

Wir wollen eine moderne, weltoffene und tolerante Gesellschaft sein. Begründen tun wir es aber damit, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Wir tun so als ob wir mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat und jedem Jahr ein Stück toleranter und weltoffener werden. Doch wer wir sind und wer wir werden entscheiden allein wir. Jeder von uns entscheidet selbst, welchen Weg er geht und somit auch, ob er ein moderner, toleranter und weltoffener Mensch ist.