Donnerstag, 20. August 2015

G wie Gleichberechtigung I ABC eines Schwulen

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich.
Alle haben ein Recht auf Bildung.
Jeder darf seine Religion frei wählen.
Niemand darf benachteiligt werden.
Das Ziel ist die Gleichheit.
Die Gleichberechtigung aller.

Soweit jedenfalls die Theorie. Die Realität sieht hier und da schon anders aus. Was auf dem Papier geschrieben steht, muss noch lange nicht so umgesetzt werden. "Wir sind, was wir sagen", den Spruch habe ich noch nie gehört. Jedoch kennt wohl jeder den Satz: "Wir sind, was wir tun."
Aber was hat das Ganze nun mit dem Thema Gleichberechtigung zu tun? Was ist Gleichberechtigung? Sind wir alle gleichberechtigt? Oder ist es vielleicht nur ein Ideal, was man anzustreben sollte?

Gleichberechtigung ist ein immer währendes Thema. Es ist ein Dauerbrenner. Man kann immer und überall stundenlange Diskussionen darüber führen. Auch ich habe mich über Tage hinweg damit auseinandergesetzt. Habe mir immer wieder die Frage gestellt: Was ist Gleichberechtigung? In dem Zusammenhang kam auch immer wieder der Gedanke: Sind wir alle gleich? Und können wir es überhaupt allen Recht machen?

Eines ist klar: Niemand sollte aufgrund seiner Abstammung, seiner Hautfarbe, seiner ethnischen Herkunft, seiner Religion, seines Geschlechts oder der sexuellen Orientierung diskriminiert oder ausgegrenzt werden. Jeder einzelne von uns sollte ohne Vorurteile auf andere Menschen zugehen und diese erstmal kennenlernen bevor man ein Urteil fällt. Keiner von uns hat es schließlich verdient als Bombenleger, Terrorist, Kinderficker, Nazi oder sonst was bettituliert zu werden.
Gleichberechtigung bedeutet aber auch, dass man sich untereinander mehr wertschätzt. Dass die Kollegin das gleiche Gehalt für ihre Arbeit bekommt wie ich als Mann. Es bedeutet, dass jeder die Chance verdient eine gute Karriere zu machen. Es bedeutet, dass jeder die Chance auf eine gute Ausbildung haben sollte, dass Jeder ein Studium seiner Wahl machen kann. Egal ob man nun aus reichem Elternhaus stammt oder jeden Cent zwei drei mal umdrehen muss.
Gleichberechtigung bedeutet, dass jeder dazu in der Lage ist alles zu erreichen. Jeder von uns hat somit die gleichen Rechte. Was dabei aber oft vergessen wird ist, dass man immer auch seine Pflichten erledigen muss. Niemand wird gute Schulnoten erhalten, wenn er sich nicht mit den jeweiligen Themen auseinandersetzt. Niemand wird einen gut bezahlten Job erhalten, wenn man keine vernünftige Schulausbildung hat. Niemand kann erwarten ein einflussreicher Mensch zu sein, wenn man nie etwas arbeitet.
Wir sind, was wir tun. Wenn wir uns nur ein wenig anstrengen, dann können wir alles mögliche erreichen. Vom Tellerwäscher über einen einfachen Büroangestellten bis hin zur Leitung eines ganzen Firmenimperiums wird uns nichts verwehrt bleiben.
So sollte Gleichberechtigung sein. So sieht das anzustrebende Ideal aus. Aber es gibt etwas, was diesem Ideal schadet: Wir sind nicht gleich. Wir alle sehen unterschiedlich aus. Auch Zwillinge, Drillinge oder Vierlinge. Zudem haben wir alle einen anderen Charakter, der uns zudem einzigartig macht. Vollkommen identisch und gleich werden wir also nie sein. Bei rund 7 Milliarden Menschen auf der Erde wird man auch immer jemanden finden, dem man es nicht recht machen kann. Dafür sind wir einfach viel zu viele. Aber anstatt bei jedem Unterschied immer nur etwas schlechtes zu sehen ist letztlich auch falsch. Jeder Mensch ist schließlich ein Unikat. Jeder einzelne von uns macht die Menschheit zu einer großen abwechslungsreichen bunten Masse.
Um mehr Gleichberechtigung zu erlangen sollten wir viel öfter die Menschheit als solches sehen, anstatt immer nur den Araber, den Asiaten, den Europäer. den Amerikaner, den Juden, den Moslem, den Katholik oder sonst irgend eine Unterteilung vorzunehmen.

Montag, 17. August 2015

(Cyber-)Mobbing - #NoHate


Es ist ein Thema welches uns alle angeht. Ein Thema wo man gerne einmal wegschaut und das Ganze eher klein redet. "So schlimm ist das doch gar nicht" oder "Die machen doch nur Spass" sind wohl mit die bekanntesten Äußerungen dabei. Was in einer solchen Situation aber tatsächlich stattfindet, dass ist vielen gar nicht so bewusst.

Mobbing oder zu Zeiten des Internets und der sozialen Netzwerke gerne auch Cybermobbing genannt, steht für Psychoterror der das Ziel hat, Betroffenen aus einer Gruppe herauszuekeln. Im weiteren Sinn bedeutet es aber auch andere Menschen wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen.
Durch die ganzen sozialen Netzwerke besteht dabei natürlich auch noch ein weiteres Problem. Man kann sich unendlich viele Profile anlegen, alle unter falschem Namen und so wildfremden Leuten das Leben zur Hölle machen. Was es für Konsequenzen nach sich ziehen kann ist vielen dabei nicht bewusst.

Aber wie ist das eigentlich gemobbt zu werden? Was geht in einem vor, wenn man gemobbt wird? Was macht es mit einem selbst, wenn man unter Mobbing-Attacken leidet? Wann ist es Mobbing? Wann ist es vielleicht nur Spass?

Mobbing, dass beginnt meist eher harmlos. Man ist gemeinsam unter Freunden und macht ein paar Witze. Durch Alkohol oder ähnliches, sagt man auch eher was man denkt. Eine Person passiert ein kleines Missgeschickt, eigentlich nichts schlimmes. Aber irgendwie machen sich gerade doch alle darüber lustig. Es werden Bilder gemacht. Auf Facebook, Twitter und co. hochgeladen und plötzlich kursiert eine Geschichte im Internet und eine ganze Netzgemeinde macht sich darüber lustig. Sie amüsieren sich über eine Person, die sie im realen Leben gar nicht kennen. Über eine Situation, die sie gar nicht miterlebt haben.
So eine Story verbreitet sich enorm schnell. Und irgendwann bekommt man auch heraus, wer die besagte Person ist. Sie wird kurzer Hand auf dem Bild oder in einem Beitrag erwähnt und schon gibt es einen Shitstorm von Hass-Botschaften. Wildfremde Personen meinen sich einen Kommentar erlauben zu können. Über eine Person, die nur durch Zufall identifiziert wurde.
Bei solchen Aktionen kommt es ebenso oft vor, dass sich Leute plötzlich auch über andere Dinge Lustig machen. Sie Kommentieren Profilbilder und behaupten dort die Person sei hässlich, fett oder sonstige negativen Äußerungen.

Wenn man selbst täglich dutzende solcher Hass-nachrichten erhält, kann das sehr an dem eigenen Selbstbewusstsein nagen. Wenn man über Tage, Wochen und Monate nur noch zu hören bekommt wie schlecht man doch ist oder  wie hässlich man aussieht, dann glaubt man irgendwann selber daran. Irgendwann kommt der Moment an dem man es sich selbst nicht mehr Wert ist. Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, da will man sich nicht mehr die Haare machen. Es kommt der Augenblick, wo einem das eigene Aussehen egal ist. Man glaubt selbst hässlich zu sein. Man selbst nimmt nur noch die eigenen Fehler war. Man sieht plötzlich nur noch die Schattenseiten des eigenen Lebens und im schlimmsten Fall denkt man sogar darüber nach Suizid zu begehen.
Es begann vielleicht mit einer harmlosen Situation. Vielleicht hatte man etwas zu viel getrunken. Aus versehen ein Glas umgeschüttet und der Inhalt ergoss sich über den Schoß eines anderen. Die Smartphones waren schnell gezückt und jeder fand es urkomisch, weil es so aussah als hätte sich da jemand in die Hose gemacht. So ein Bild ist schnell gepostet und das Teilen eines Beitrags geht auch recht fix. Schnell kursiert so etwas durch die Netzgemeinde. Kommentare werden da schnell mal falsch interpretiert und wo ein Hass-Kommentar ist, da folgt schnell auch ein weiterer. Die Folgen können verheerend sein. Auch ein gut gemeintes #NoHate hilft da nicht. Ein Hass-Kommentar bleibt nunmal ein solcher, egal welchen man dahinter setzt. Und gerade im Internet wird sehr viel freier mit irgendwelchen Hasstiraden begonnen, weil man das Ganze unter einem Pseudonym veröffentlichen kann.
Also lieber einmal mehr darüber nachdenken, was man alles so im Internet veröffentlicht. Lieber eine Nacht verstreichen lassen, bevor man irgendetwas von der vergangenen Nacht postet. Die Freunde, Bekannte und Verwandte werden es einem danken. Niemand sollte erfahren wie es ist scheinbar wertlos zu sein. Niemand sollte mit Selbstzweifeln leben müssen. Niemand hat es verdient immer nur die Schattenseiten des Lebens zu sehen. Jeder hat ein recht zu leben und sollte dieses auch in vollen Zügen genießen können und dürfen.

Donnerstag, 13. August 2015

F wie Familie I ABC eines Schwulen

Familie. Wir benutzen dieses Wort fast täglich. Laut Artikel 6 des Grundgesetzes stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Bei der Diskussion um die Gleichstellung von Homo-Ehe und "normaler" Ehe fällt oft auch der Begriff Familie. Als sei es eine Einheit.
Aber was ist Familie eigentlich? Was bedeutet der Begriff Familie? Wann ist man eine Familie? Was macht eine Familie aus? Sind Ehe und Familie gleichzusetzen? Kann man die Begriffe Ehe und Familie überhaupt trennen?

Wir alle haben Familie. Wir alle wachsen in einer Familie auf. Wenn wir von Familie reden, so meinen wir oft die Kombination Vater, Mutter, Kind. Es ist eben die klassische Familie. Daneben gibt es aber auch andere Familienformen wie z.B. Alleinerziehende Eltern, Patchworkfamilien oder auch sogenannte Regenbogenfamilien, wo Kinder bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen.
Was all diese Familien gemeinsam haben sind Kinder. Jedenfalls auf den ersten Blick. Diese Personen verbindet nämlich noch viel mehr.
Familie bedeutet nicht nur, dass Menschen gemeinsam in einer Wohnung oder einem Haus wohnen. Es bedeutet vor allem auch Zusammenhalt und gemeinsames Vertrauen. In guten wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod uns scheidet. Nicht umsonst geht der Familiengründung die Ehe zweier Menschen voraus. Man könnte fast schon sagen, dass die Ehe eine Familie-Lite ist. Es gibt vieles, was diese beiden Institutionen verbindet. Es treffen immer Menschen aufeinander, die sich vertrauen, die sich mögen. Menschen, die auch in schlechten Zeiten immer füreinander dasein werden.
In gewisser Weise kann man also die Begriffe Ehe und Familie gleichsetzen. Man muss sich aber auch immer die Unterschiede vor Augen führen. Nur weil ich eine Ehe eingehe bedeutet dies schließlich nicht, dass daraus zwangsläufig Kinder hervorgehen. Gerade bei der Diskussion um die Homo-Ehe scheinen aber viele diesen Fehler zu begehen.
Der Duden definiert den Begriff der Familie ganz ähnlich. Er gibt dafür zwei Möglichkeiten an:

  1. aus einem Elternpaar oder einem Elternteil und mindestens einem Kind bestehende (Lebens)Gemeinschaft.
  2. Gruppe aller miteinander (bluts)verwandten Personen; Sippe
Für mich persönlich steckt hinter einer Familie aber noch sehr viel mehr.
Lange Jahre war es bei unserer Familie Tradition, dass wir uns an Ostern treffen. Gemeinsam haben wir uns über das vergangene Jahr unterhalten oder auch was wir in Zukunft alles vorhaben. Wir haben Spaziergänge unternommen, gingen gemeinsam auf Ostereiersuche usw. usw.
Es war mit die schönste Zeit im Jahr. Es war einer der wenigen Momente, wo die gesamte Familie zusammen war. Oma, Opa, Onkel, Tanten, alle waren dabei.
Inzwischen gibt es diese Tradition nicht mehr. Durch einen Streit innerhalb der Familie brach der Kontakt nach und nach ab. Jeder hatte nur an sich und seinen Vorteil gedacht. Niemand hat mal darüber nachgedacht den Streit auch mal von einer anderen Perspektive zu sehen. Sich die andere Seite hineinversetzt. Und so kam es wie es kommen musste.
Alles was von meiner Familie noch übrig blieb sind meine Eltern, meine Geschwister und meiner Oma väterlicherseits. Der Rest ist entweder verstorben oder will nichts mehr mit uns zu tun haben.
Aber all dies hat auch etwas gutes. Nun weiß ich sehr wohl wer zu meiner Familie gehört. Ich weiß wem ich vertrauen kann. Wer auch in den dunkelsten Stunden zu mir halten wird. Bei einem Gespräch mit meiner Mutter sagte sie mal: "Auch wenn du eines Tages ankommen würdest und mir sagst, dass du eine Bank ausgeraubt hast, ich würde immer zu dir halten und dich beschützen."
Dieser Satz sagt so viel aus, was meines Erachtens eine Familie ausmacht. Denn auch wenn man weiß, dass man unglaublichen Bockmist gebaut hat. Wenn man weiß, dass man gerade den größten Fehler seines Lebens gemacht hat, so kann man doch offen und ehrlich sein. Die eigene wahre Familie würde immer zusammen halten. Getrau dem Motto der Musketiere: "Einer für alle - Und alle für einen!"

Montag, 10. August 2015

Neue Flüchtlingswelle

Hunderte. Nein, sogar Tausende flüchten täglich. Sie alle haben ein Ziel: Raus aus der Heimat. Sie wollen nicht unterdrückt werden. Sie wollen weg vom Krieg, vom Terror. Sie wollen ein neues, besseres Leben führen. Das Geschäft der Schleuser boomt. Beliebte Ziele sind vor allem Deutschland und Schweden, aber auch Großbritannien gehört dazu.

Wenn ich hier über eine neue Flüchtlingswelle informiere, so wird dies wohl wenige überraschen. Meist wurde schon auf diversen anderen Websites und Blogs darüber berichtet und in den Nachrichten wurde auch schon lang und breit darüber geredet.
Das Thema Flüchtlinge hat inzwischen aber auch in meinem Alltag nun sehr viel Raum eingenommen, was mich dazu bewogen hat diesen Artikel zu schreiben.

Haben wir nicht langsam mal genug von diesem Pack aufgenommen?
Ach diese Scheiß Kanaken sollen in ihrem eigenen Land bleiben.
Die sollte man allesamt verbrennen.
Flüchtlinge sind die, die hier herkommen, dem Staat auf der Tasche sitzen und keinen bock haben zu arbeiten.

Solche Hasstiraden kennt wohl jeder. Der Hass auf Flüchtlinge steigt immer weiter an. Längst wurden schon die ersten Flüchtlingsheime attackiert und in Brand gesteckt. Aber stimmt es überhaupt, was man über die Flüchtlinge so hört? Sind alle Flüchtlinge gleich? Hängen wirklich alle Flüchtlinge dem Staat auf der Tasche? Kommen die wirklich nur, weil hier das Leben so angenehm ist? Ist es die Flucht wert? Was bewegt einen Menschen eigentlich dazu die eigene Heimat zu verlassen und dabei alles zurück zu lassen?

Wir Menschen neigen dazu alles zu verallgemeinern. Wenn wir an Ausländer denken, dann sind dies oft diejenigen, welche auf Bahnhöfen alte, wehrlose Menschen niederprügelnd. Wir denken an Menschen, die hierher ausgewandert sind und keinen Job haben. Wir denken an all die Menschen, die nichts anderes im Kopf haben als Party und Randale zu machen.
Woran wir aber nie denken, sind auch diejenigen, die sich erfolgreich integriert haben. Wir denken nicht an den Professor an der Uni. Wir denken auch nicht an den Versicherungsvertreter von nebenan. Wir denken nicht an all die Kiosk-Besitzer. Wir denken auch nicht an den Bus- oder Taxifahrer. Denn all diese Leute haben sich in die Gesellschaft integriert. Sie alle haben einen Job. Sie alle verdienen ihr eigenes Geld. Ob sie nun geflüchtet sind? Man weiß es nicht. Vielleicht sind es auch ganz normale Auswanderer, die sich hier ein neues, besseres Leben aufbauen wollten.
Aber das wollen Flüchtlinge auch. Ein neues, besseres Leben. Einige von ihnen haben sich bestimmt schwer getan die eigene Heimat zurückzulassen. Aber was ist das für ein Leben, wenn man jeden Tag um das Überleben kämpfen muss. Wenn der Tag von Krieg und Terror regiert wird. Wenn jeden Moment der nächste Angriff beginnen kann. Wenn jeden Augenblick die nächste Detonation folgen kann.

Wenn man das nächste Mal an einem Zeltlager vorbeikommt sollte man vielleicht erstmal darüber nachdenken, ob man diesen Menschen vielleicht nicht sogar unrecht tut. Diese Menschen haben sich dazu entschieden ihre Heimat zu verlassen. Ihre gewohnte Umgebung aufgegeben, weil man dort nicht länger leben kann. Sie flüchten in Länder deren Sprache sie nicht einmal können. Sie flüchten in eine ungewisse Zukunft, weil alles besser ist als die eigene Heimat. Sie nehmen es sogar in kauf während der Flucht zu sterben.
Wer dazu bereit ist, der muss schon einiges erlebt haben. Dem muss es egal sein, ob er nun lebt oder tot ist. Alles was solchen Menschen noch wichtig erscheint, ist die Tatsache, dem Krieg und dem Terror im eigenen Land zu entkommen.
Wenn in den nächsten Tagen, Wochen und Monate also wieder eine Flüchtlingswelle nach Deutschland kommt, dann sollten wir uns vorher überlegen, was wir sagen. Heutzutage können sich nämlich nur noch wenige an den Krieg und deren Folgen erinnern. Wir wissen also gar nicht, wie sich diese Flüchtlinge eigentlich fühlen oder was diese alles erlebt haben.



Donnerstag, 6. August 2015

E wie Ehe I ABC eines Schwulen

Seitdem Irland für die Gleichstellung der Ehe für homosexuelle Paare gestimmt hat, wird dieses Thema wieder verstärkt diskutiert. Bisher dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland nicht den heiligen Bund der Ehe eingehen. Sie dürfen nur eine sogenannte eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Es ist zwar eine Art Ehe, aber nicht mit allen Rechten, wie sie die "normale" Ehe hat.

Aber was bedeutet das Wort Ehe eigentlich? Was sagt die Kirche? Was steht in der Bibel? Was sagt das Gesetz? Wie steht unsere Regierung zu dem Thema? Wie sieht es in unserer Gesellschaft aus?

Irland hat per Volksabstimmung für die Öffnung der Ehe gestimmt. Dort wurde also das Volk direkt zum Thema befragt. Hier in Deutschland wird auch weiterhin diskutiert. Nicht nur dass sich die Politiker nicht einigen können. Nein, auch über eine mögliche Volksabstimmung wird diskutiert.
Diverse Internetseiten haben es sich aber nicht nehmen lassen eine eigene Umfrage zu starten. Je nachdem welcher Umfrage man nun glauben schenkt liegt die Zustimmung für die Öffnung der Ehe bei ca. 50 - 70 % der Befragten. In Deutschland könnte es also zu einem ähnlichen Ergebnis wie in Irland kommen.
Dennoch wehren sich einige gegen die Ehe-Öffnung. So stehe beispielsweise im Grundgesetz dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau vollzogen werden könne. Tatsächlich beschäftigt sich das Grundgesetz in Artikel 6 auch mit dem Thema Ehe. Dort wird aber mit keinem Wort erwähnt, dass die Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau zu schließen ist. Im Gegenteil Artikel 3 besagt sogar das ALLE Menschen vor dem Gesetz gleich sind und niemand Vor- oder Nachteile haben darf. Man müsste das Grundgesetz also gar nicht groß ändern.
Wer nun glaubt, dass man unser Verfassung, also Grundgesetz nicht einfach so ändern könne, der täuscht sich. In den vergangenen 62 Jahren wurden schon 52 Verfassungsänderungen durchgeführt. Das Grundgesetz wird nämlich immer wieder angepasst.
Es ist also klar, dass sich unsere Gesetzeslage immer wieder ändern wird. Eines Tages werden wohl auch gleichgeschlechtliche Paar per Gesetz heiraten dürfen. Das einzige was sich in den letzte Jahren nicht geändert hat ist wohl die heilige Schrift, unsere Bibel. Auf diese berufen sich auch einige der Homo-Gegner. Standardtexte sind: "Gott hat Adam und Eva erschaffen und nicht Adam und Peter." Oder auch: "Der Mann soll nicht beim Manne liegen."
Was nun alles in der Bibel steht und wie dies zu der damaligen Zeit gemeint war, darüber lässt sich streiten. Eines ist jedoch klar. Mit der Bibel wurden auch ein paar Regeln und Gesetze für den Menschen erschaffen. Wenn man sich die ganzen Vorschriften aber mal anschaut, so leben wir schon lange nicht mehr nach diesen. Wenn man die Bibel wirklich genau nehmen wollte, so müssten wir insgesamt 700 Vorschriften beachten. Dazu gehören auch so dinge wie den Monatsanfang mit einem Stoß in ein Widderhorn begrüßen, den Bart nicht zu schneiden (3. Mose 19,27), sich morgens Öl auf das Haupt zu schmieren (Prediger Salomon 9,8), tagsüber ein weißes Gewand aus reinem Gewebe tragen oder auch zweimal am Tag eine zehnsaitige Harfe spielen. Nicht zu vergessen das Werfen von Kieselsteinen nach einem Gotteslästerer.
Nach der Bibel leben wir also schon lange nicht mehr. Außer natürlich wenn es uns gerade gelegen kommt, dann zitieren wir gerne mal daraus. Was ich persönlich immer wieder schwierig finde ist, dass die Bibel von vor tausenden vor Jahren verfasst wurde. Sie ist wer weiß wie oft übersetzt und neu interpretiert worden. Zur damaligen Zeit, als die Bibel entstanden ist, hatten die Worte teilweise eine ganz andere Bedeutung. Daher tue ich mich auch sehr schwer die Bibel oder auch ein anderes altes Buch wortwörtlich zu nehmen.
Ehe, dass ist für mich eine Vereinigung zweier Menschen die sich lieben. Zwei Menschen, die den Rest ihres Lebens gemeinsam verbringen wollen. Nicht umsonst wird doch die Frage gestellt, ob man den Partner lieben und ehren will, in guten wie in schlechten Zeiten bis dass der Tod uns scheidet. Eben dieser eine Satz, diese eine Frage ist für mich die entscheidende. Bei der Eheschließung geht es eben nicht nur darum ein weiteres mal zu sagen: "ich liebe dich." Es geht doch vor allem um den Beweis, dass man seinen Partner nie wieder verlassen möchte. Zu zeigen, dass man eben diesen einen Menschen gefunden hat mit dem man den Rest seines Lebens verbringen möchte. Auch mit Blick auf die schlechten Zeiten die da kommen werden.

Montag, 3. August 2015

Was ist Liebe?



Der Sommer ist da! Freibäder haben geöffnet. Die Strände füllen sich wieder. Jeder zeigt was er hat. Jeder möchte braun werden. Nochmal richtig Sonne tanken. Häuser und ganze Wohnsiedlungen scheinen an einem sommerlichen Tag wie ausgestorben zu sein. Jeder scheint irgendwo das kühle Nass zu suchen.
Natürlich trifft man dabei auch auf die ein oder anderen Paare. Manche haben sich erst vor kurzem kennengelernt. Andere kennen sich schon Jahre lang. Manche tragen den Partner auf Händen. Andere haben schon die erste große Krise hinter sich und sind trotzdem noch zusammen. Sie lieben sich trotzdem noch. Aber was ist Liebe eigentlich? Was macht Liebe aus? Wozu lieben wir? Was macht die eine große Liebe so besonders? Warum ist die große Liebe so selten geworden?

Was ist Liebe?
Ein sehr philosophisches Thema. Eine Frage, die so leicht gar nicht zu beantworten ist. Auch ich habe mir über Tage und Wochen Gedanken dazu gemacht. Es ist ein Thema welches mir am Herzen liegt. Hier und da habe ich nämlich immer wieder das Gefühl, dass die Worte: "Ich liebe dich" falsch gedeutet werden.

"Ah! Die Liebe. Ein grausamer Fehler - und doch so furchtbar leicht zu entzweien."
- Davy Jones, Pirates of the Caribbean 3 

Kaum wird über das Thema Liebe gesprochen, schon kommen die ersten Sexwitze. Und damit nicht genug. Innerhalb von Sekunden ist das Niveau am Boden angekommen. Jedenfalls wenn Männern unter sich sind. Hier scheint es nur die Gleichung Liebe = Sex zu geben.
Aber auch in anderen Bevölkerungsgruppen scheint sich diese Gleichung durchgesetzt zu haben. Vor allem bei Menschen, die sich nicht auskennen und nur versuchen möglichst viele Ängste zu schüren.
Ich bekomme das immer wieder mit, wenn es um gleichgeschlechtlich Liebende geht. Kaum sollen auch sogenannte LGBTI im Schulunterricht behandelt werden, schon heißt es, dass die Kinder demnächst lernen, was man von einer Prostituierten alles erwarten kann.
Ebenso das Thema Homo-Ehe. Sobald gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürften, sei die Ehe nichts mehr wert. Die Ehe zwischen Geschwistern, sowie von drei oder mehr Personen würde somit ins Leben gerufen.
All dies ist natürlich vollkommener Humbug. Den Schülern soll lediglich vermittelt werden, dass sie sich nicht zwangsläufig in das andere Geschlecht verlieben müssen. Es gibt sogar Schulen, die schon das Thema sexuelle Vielfalt mit im Unterricht behandeln und dort weder übermäßig viele Schwulen und Lesben gibt, noch dass Sex Thema Nummer 1 im Unterricht sei.

Aber was ist Liebe nun genau? Was bedeutet es "Ich liebe dich" zu sagen?

Das Gefühl verliebt zu sein wird wohl jeder kennen. Die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Dieses einmalige, unbeschreibliche Gefühl, wenn einem das Herz höher schlägt. Einen Menschen zu lieben ist doch ein wunderschönes Gefühl. Ein Mensch an seiner Seite zu haben. Jemanden, der einen beschützt, bei dem man sich sicher fühlt.

Ich liebe dich. Es sind die wohl schönsten Worte die man hören kann. 
Ich liebe dich. Drei Worte, die alles verändern können.
Ich liebe dich. Und alles scheint vergessen.
"Denn Liebe ist keine Emotion. Liebe ist ein versprechen. 
Er wird ihr niemals etwas antun."


- The Doctor, Doctor Who (S8 E12)

Einen Menschen zu lieben bedeutet nicht nur, dass man Zeit mit ihm verbringen will. Es bedeutet auch nicht, dass der Sex unglaublich gut ist und man gerne mehr hätte. Hinter den drei Worten steckt sehr viel mehr.
Ich liebe dich bedeutet auch, dass man einem Menschen vertraut. Dass man jede Entscheidung mit ihm trägt. Dass man mit diesem Menschen durch dick und dünn geht, komme was da wolle. Auch der größte Streit und die dunkelsten Stunden im Leben hält man zusammen. Man ist immer füreinander da. Denn Liebe ist keine Emotion. Liebe ist ein versprechen. Das Versprechen immer füreinander da zu sein. In guten wie in schlechten Tagen.

Donnerstag, 30. Juli 2015

D wie Drogen I ABC eines Schwulen

Drogen. Berauschende Mittel. Wir alle werden sie schonmal zu uns genommen haben. Egal ob nun Meth, Ecstasy, Gras, LSD, Keta oder andere neumodische Drogen. Vielleicht war es aber auch eine der legalen Drogen wie Nikotin oder Alkohol. Letztere dürfen bei Partys auf gar keinen Fall fehlen.

Aber wo liegt der Sinn solcher Drogen? Welchen Anreiz haben diese für uns? Warum gibt es legale und illegale Drogen? Was macht eine Sucht aus und warum ist es so schwer davon runter zu kommen?

Warum wir Drogen zu uns nehmen kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Manche nehmen sie um irgendwie dazu zu gehören. Andere weil sie durch den Rausch ein ganz anderer Mensch werden. Und wieder andere wollen einfach nur abschalten, alles vergessen und einfach nur ein paar schöne Stunden genießen. Alle haben aber eines gemeinsam. Sie alle durchleben dabei einen Rausch. Für einen Moment entfliehen sie alle der Realität.
Auch ich hatte schon eine Phase in der ich alles vergessen wollte. Ich wollte der Realität entfliehen. Endlich nochmal ein paar Momente haben, in denen ich mir keine Sorgen über das Hier und Jetzt oder auch die Zukunft machen musste. Über Tage Wochen und Monate saß ich in meinem Zimmer. Allein - nur ich und der Alkohol. In den Sommermonaten war ich auch auf der Terrasse. Eine Zeit lang bin ich sogar zum Gelegenheitsraucher mutiert. Zigaretten hatten aber nie den Anreiz auf mich und sie hatten auch keine berauschende Wirkung. So habe ich dies auch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Nur der Alkohol, der blieb.
An solchen Abenden reichte es nicht zwei drei Bier zu trinken. Angefangen habe ich mit Wein. Aber auch dieser war relativ schnell leer. Ich griff zu härterem. Ich nahm alles was sich im Haus befand. Baileys, Amaretto, Ramazotti. Es war mir egal - Hauptsache Alkohol. Irgendwann fand ich mich in der Spirituosenabteilung. Kaufte was mir gefiel. Cognac, Rum, Whiskey ich habe wohl alles schon durch.
Es wurde zur Gewohnheit abends in einen Rausch zu verfallen. In diesem Rausch fühlte ich mich besser. Es schien eine art Lösung zu geben für all meine Probleme. Durch den Alkohol verlor ich meine extreme Schüchternheit.Schon lange hat mich diese gestört. Ich hatte immer den Wunsch so zu sein wie andere. Mich auch mal Dinge zu trauen, offener zu sein. Mit dem Alkohol hat dies funktioniert. Am liebsten wollte ich solche Rauschzustände immer haben. Ich befand mich in einer Sucht.
Eines Abends gestand ich mir selbst schwul zu sein. Es gab plötzlich andere Dinge die mich beschäftigten. Fragen wie: Kann ich tatsächlich schwul sein? Was bedeutet es schwul zu sein? Wie, wann und wo oute ich mich? Warum muss ich mich überhaupt outen? und und und. Zeitweise gingen die abendlichen Exzesse weiter, aber irgendwann wollte ich selbst das nicht mehr. Ich wollte endlich der sein der ich war. Ich hatte keine Lust mehr auf Versteckspielen.

Wenn man Drogen nimmt besteht immer die Gefahr einer Sucht. Egal ob sie nun legal sind oder nicht. Der einzige unterschied besteht nämlich darin, dass legale Drogen sowohl vom Gesetz her erlaubt sind, als auch in der Gesellschaft akzeptiert. Um nicht in eine Sucht zu verfallen sollte man natürlich erst gar keine Drogen nehmen, soviel steht fest. Aber auch ich weiß, dass das ziemlich schwer ist. Bis heute trinke ich immer noch Alkohol. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt sogar Wochen in denen ich gar kein Alkohol trinke. So beweise ich auch mir selbst nicht wieder in eine Sucht zu verfallen.
Jeder Mensch hat gute und schlechte Zeiten - auch ich. Es gibt Momente in denen ich mich sehr gerne betrinken würde. Statt zum Alkohol zu greifen gehe ich aber lieber an die frische Luft. Es hilft mir auf andere Gedanken zu kommen. Es gelingt mir nicht immer. Man muss eben lernen mit seiner Sucht umzugehen. Sie weg zusperren und vor jeder Versuchung zu fliehen ist meiner Meinung nach falsch. Man sollte eben offen über alles reden können. Wer ab und zu mal Drogen nimmt ist ja nicht gleich wieder süchtig.